Der Realwirtschaft droht erneut Gefahr

Die Lage der Metall- und Elektroindustrie im Betreuungsgebiet der Verwaltungsstelle Bruchsal ist nach wie vor gut, so die aktuelle Konjunkturumfrage der IG Metall Bruchsal-Bretten in den Unternehmen
„Die Bundesregierung muss jetzt rechtzeitig handeln, die noch gut laufende Realwirtschaft darf nicht noch einmal Opfer der Finanzkrise werden,“ sagte Eberhard Schneider, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Bruchsal, anlässlich der Betriebsversammlung bei der Firma Blanco in Oberderdingen
„Ohne effiziente Maßnahmen, die den Spekulationen gegen die Gemeinschaftswährung endlich wirksam einen Riegel vorschieben, droht der Realwirtschaft, wie schon nach 2008, erneut ernsthafte Gefahr.

Das robuste Wachstum von 2,9 Prozent für 2011 ist vor allem der wirtschaftlichen Dynamik des Frühjahrs geschuldet. Auch wenn in einigen Branchen, wie beispielsweise in der Metall- und Elektroindustrie die Auftragslage noch gut ist, wird sich das von der Bundesregierung prognostizierte gesamtwirtschaftliche Wachstum für 2012 auf 0,8 Prozent absenken. Die weltwirtschaftlichen Unsicherheiten, ausgelöst durch Spekulanten und Rating-Agenturen, nehmen weiter zu. Die Politik muss endlich entschieden gegensteuern:

An der Umfrage haben sich 27 Betrieben in der Region beteiligt. Sie repräsentieren mit rund 15.000 Mitarbeitern über 95 Prozent der Beschäftigten.
Die Betriebe in der Region haben überwiegend ein erfolgreiches erstes Halbjahr hinter sich. 56 Prozent der Betriebe berichten von einem stabilen Auftragseingang, 33 Prozent sogar von einem steigendem Auftragsvolumen.
Jeweils 82 Prozent beurteilen das Produktionsvolumen stabil bis steigend.

Trotz der wachsenden Skepsis in der Öffentlichkeit wollen die Betriebe mehrheitlich das Beschäftigungsniveau entweder halten (59 Prozent) oder sogar steigern (33 Prozent). Dies schlägt sich auch bei den Investitionen nieder, die bei über 85 Prozent der Unternehmen gestiegen sind oder zumindest konstant gehalten wurden. 60 Prozent bezeichnen die Beschäftigungsentwicklung als stabil In 33 Prozent werden die Beschäftigungszahlen weiter steigen.

Laut Umfrage setzen die Arbeitgeber weiter auf prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Es wird deutlich mit einer Zunahme der Beschäftigten in Leiharbeit( 30 Prozent ) und die Anzahl der Befristungen ( 28 Prozent ) weiter steigen. Die verloren gegangene Ordnung am Arbeitsmarkt müsse wieder hergestellt werden. Sie dürfe nicht durch prekäre Beschäftigung vollständig zerbrechen so der 1. Bevollmächtigter der IG Metall Bruchsal Eberhard Schneider. Die IG Metall fordert ein wirksames Zustimmungsverweigerungsrecht für Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeit und Werksverträge

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1 Antwort zu Der Realwirtschaft droht erneut Gefahr

  1. G. H. sagt:

    „Die IG-Metall fordert ein wirksames Zustimmungsverweigerungsrecht für Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeit und Werksverträgen.“

    Ein lächerlicher Appell, der sich so an niemanden richtet.

    Wenn Leiharbeit im Durchschnitt die Hälfte des Verdienstes von Normal-Beschäftigten (Vollzeit-Beschäftigten) einbringt, dann stimmt irgendetwas nicht.

    Dann sind von Betriebsratsseite prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Befristungen, 1-Euro-Jobs, Minijobs, Midijobs, Teilzeitjobs, Praktika, Werksstudenten und natürlich Leiharbeit als sehr kritisch
    anzusehen.

    Nur muss hier der Betriebsrat vielfach gar nicht beteiligt werden. Und welcher Betriebsrat will sich schon nachsagen lassen, er verhindere eine Einstellung?

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