IG Metall-Gewerkschaftstag 2011 in Karlsruhe

Eine Woche Zukunftsdebatte- Gunter Bleier (John Deere) sowie Jan Spengler (Nokia Siemens Networks) vertreten die Bruchsaler-Brettener IG Metall
An die 1.200 Delegierte und Gäste nehmen ab kommenden Sonntag (9. Oktober) am 22. Ordentlichen Gewerkschaftstag der IG Metall in Karlsruhe teil. Unter dem Motto „Kurswechsel: Gemeinsam für ein gutes Leben” legen die Metaller bis zum 15. Oktober in der Messe Karlsruhe die strategischen Schwerpunkte für die nächsten vier Jahre fest. Karlsruhe ist erstmals Tagungsort des höchsten Entscheidungsorgans der IG Metall.

„Auf die rund 500 Delegierten aus ganz Deutschland wartet nächste Woche eine Menge Arbeit“, erläutert der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Bruchsal, Eberhard Schneider. Die meisten Anträge befassen sich mit der Arbeitswelt. Unter anderem werden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit sicherer und qualifizierter Arbeit, Einkommen, die zum Leben reichen, Chancen für junge Menschen, gesunden Arbeitsbedingungen und mit mehr Demokratie im Betrieb beschäftigen. „Außerdem geht es darum, wie die Finanzmärkte vor dem Hintergrund der schwersten Krise seit 80 Jahren gezügelt werden können“. Drei Jahre nach dem Zusammenbruch der Lehmann Brothers Bank in den USA schlagen sich die wirtschaftlichen Turbulenzen auch in den Themen des Gewerkschaftstages nieder.

Neben der aktuellen Lage so Schneider wird es um Fragen der Leiharbeit, der Rente der Arbeitszeit und um den Gesundheitsschutz gehen.
„Wir erleben, dass unsere Gesellschaft immer mehr auseinanderbricht“, erklärt der 1. Bevollmächtigte das Motto des Gewerkschaftstags. „Dagegen stellen wir die Interessen und Bedürfnisse der Menschen als unser Leitmotiv in den Mittelpunkt.“

Der Gewerkschaftstag funktioniert wie ein Parlament. Eine Woche lang werden die rund 500 Delegierten über mehr als 500 Anträge diskutieren, darüber abstimmen und einen neuen Vorstand wählen. Der Ordentliche Gewerkschaftstag wird alle vier Jahre vom Vorstand einberufen. Der letzte fand vom 2007 unter dem Motto „Zukunft braucht Gerechtigkeit“ in Leipzig statt. Dort wählten die Delegierten Berthold Huber zum Ersten Vorsitzenden, Detlef Wetzel zum Zweiten Vorsitzenden und Bertin Eichler zum Kassierer.

In Karlsruhe erwartet die IG Metall auch wieder besondere Gäste. Am Sonntag (9. Oktober) sind das Bundespräsident Christian Wulff und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Am Dienstag (11. Oktober) kommt der DGB-Vorsitzende Michael Sommer und im Lauf der Woche wird Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Delegierten und Gästen des Gewerkschaftstages sprechen. An der traditionellen Podiumsdiskussion mit Parteienvertretern am Donnerstag (13. Oktober) nehmen die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), Gesine Lötzsch, Vorsitzende von Die Linke, Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und Steffi Lemke, Politische Bundesgeschäftsführerin von Bündnis 90 – die Grünen teil.
Weitere Informationen unter www.igmetall-gewerkschaftstag-2011.de.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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5 Antworten zu IG Metall-Gewerkschaftstag 2011 in Karlsruhe

  1. ghg sagt:

    Bei 41 Mitgliedern des Betriebsrates

    Zahlungsbeträge

    monatlich minimal = 12300 Euro
    monatlich maximal = 61500 Euro

    Diese „Lohnzuschläge“ wären als zweckgebundene Spendenbeträge wesentlich besser aufgehoben als in den Geldbörsen der Arbeitnehmervertreter. 🙂

  2. ghg sagt:

    Badische Neueste Nachrichten am 17. Oktober 2011

    Opel weist Vorwürfe zurück

    Rüsselsheim (dpa). Opel hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach Betriebsräte des Autobauers geschmiert würden.
    … Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitunbg“ hatte berichtet, dass Arbeitnehmervertreter bei Opel rechtswidrige Lohnzuschläge kassierten. …

    Geschmiert wird überall in unserem Land. Warum nicht auch bei Opel für die Arbeitnehmervertreter?
    Von dem monatlich festen Zuschlag von 300 bis zu 1500 Euro können diese zumindest ihren Mitgliedsbeitrag an die Industriegewerkschaft Metall bezahlen. 🙂

  3. h - z sagt:

    Mir war der IG Metall-Gewerkschaftstag an die Adresse von Bundesregierung, Banken und EU nicht bissig genug.

    So kann man soziale Gerechtigkeit nicht verteidigen.

    Dieser Gewerkschaftstag bleibt daher Antworten darauf schuldig, wie in unserem Land eine schuldenfreie Zukunft ermöglicht werden soll.

    Mit Einladungen an und Besuchen von Merkel, Wulff und weiteren ist man diesem wichtigen Ziel nicht einen Millimeter näher gekommen. Die Generation unserer Enkel muss diese Suppe auslöffeln. Darauf können wir wahrlich nicht stolz sein.

  4. G. H. sagt:

    Zwischen Gewerkschaft und Regierung herrscht derzeit ein augenfälliger Schmusekurs.

    Nur die Gegenseite der Gewerkschaft ist die Arbeitgeberseite. Und nur hier spielt die Musik für:

    – Verhandlungen und Verträge zum Zweck von Gestaltungsmöglichkeiten für die Arbeit von abhängig Beschäftigten

    – notfalls öffentlichen Druck zu sorgen

    – die Rolle als Ordnungsfaktor einzutreten, falls man dort weiß, was damit gemeint ist.

    Und keinesfalls aus falschem Verständnis einen auf Hofjubler zu machen!

  5. G. H. sagt:

    Ich lese die Namen der „besonderen“ Gäste.
    Spätestens jetzt merke ich, warum die Gewerkschaften nichts bewirken können.

    Einzig wirken sie wie eine gesellschaftliche Schlaftablette! Somit befinden sie sich in der besseren Gesellschaft.

    Merke: Lautes Trillerpfeifen bei einigen Demos ersetzt keine durchdachte Gewerkschaftspolitik.

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