Leserbrief: Unangemessen, bürgerfeindlich

Zur Kritik an den Park-Kontrollen durch Mitarbeiter der Stadt Bretten:
Als unmittelbarer Anwohner in der Brettener Innenstadt kann ich die äußerst kleinliche Vorgehensweise der Ordnungskräfte nur bestätigen. Mittlerweile werden auch direkte Anlieger in der Innenstadt vergrätzt und abgestraft, die ihr Fahrzeug für kurzzeitige Be- und Entladevorgänge vor dem Haus abstellen müssen – wohlgemerkt ohne überhaupt jemanden zu behindern oder zu gefährden! Oder für zwei Minuten zum Bäcker, das Fahrzeug in einer Nebenstraße abgestellt, dabei die schraffierte Fläche etwas überschritten, macht 15 Euro. Eingestellte Zeit bei Parkscheibe um fünf Minuten überzogen, ebenso 15 Euro.

Augenmaß, Toleranz, Ermessenspielraum seitens des Ordnungsamtes beziehungsweise OB – Fehlanzeige! Kontrolliert wird meist da, wo innerhalb kürzester Zeit Kasse gemacht werden kann, um dann hauptsächlich geringfügige Vergehen zu ahnden – „Verstöße“, von denen meist gar keine Behinderung beziehungsweise Gefährdung ausgeht!

Dass in dieser Richtung „von oberster städtischer Seite keine besondere Anstrengungen unternommen werden“ widerlegen jedoch Aussagen von Mitarbeitern des Rathauses. Beanstandet seitens des Stadtoberhauptes wird, dass unter anderem „Gehwege zugeparkt werden“. Die Stadt selbst praktiziert doch diese Unart bei Geschwindigkeitskontrollen je nach Bedarf teils selbst! Notwendige Kontrollen wiederum bleiben oftmals da aus, wo sie wirklich angebracht wären. Hier unter anderem bei tatsächlichen Behinderungen des Verkehrs zum Beispiel an Hauptdurchgangsstraßen oder an wirklichen Gefahrenstellen, die mitunter dann noch von der Stadt selbst durch mangelhafte Beschilderung regelrecht heraufbeschworen werden.

Beispiel Georg Wörner Straße/Simmelturm – hier wird von der Stadt durch beiderseitiges zulässiges Parken erhöhtes Unfallpotenzial geradezu provoziert sowie für unnötige Lärmbelästigung und Luftverschmutzung durch zahlreiche Abbrems- und Anfahrmanöver gesorgt. Einerseits teils unsinnige und nicht mehr nachvollziehbare Beschilderungen, die aber dann wiederum an durchaus angebrachter Stelle fehlen.
Verkehrssicherheit und -ordnung scheint wohl hierbei ganz offensichtlich keine oberste Priorität mehr zu haben – vielmehr geht es doch eher um die Aufbesserung der desolaten städtischen Haushaltslage zu Lasten der Bürger.
Die Behörde selbst schafft doch hier mit ihrer unangemessenen, bürgerfeindlichen und aggressiven Haltung den idealen Nährboden für Verdruss und nachfolgende Eskalationen.

Christopher Betzler
Pfluggasse 3
Bretten

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1 Antwort zu Leserbrief: Unangemessen, bürgerfeindlich

  1. ghg sagt:

    So desolat wie sich regelmäßig die städtische Haushaltslage in Bretten darstellt, so belemmert zeigt das Brettener Ordnungsamt seine negative Wirkung nach außen.
    Davon nur am Rande berührt scheint der Brettener Verwaltungschef zu stehen, der sich ziemlich bedeckt hält.

    Stadtrat Veit hat gesagt, diese Kontrollen schaden dem Image von Bretten mehr als sie nutzen. Seiner Meinung kann ich mich ohne weiteres anschließen.

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