Angst vor dem sozialen Abstieg

IG Metall Bruchsal informierte über das Thema Leiharbeit und Rente mit 67
Unter dem Motto „KURSWECHSEL FÜR EIN GUTES LEBEN“ informierte die IG Metall Bruchsal am letzten Samstag auf dem Marktplatz in Bretten. Gerade das Thema Leiharbeit mache vielen Menschen Angst vor dem sozialen Abstieg, sagt Eberhard Schneider, erster Bevollmächtigter der IG Metall Bruchsal. Die anwesenden Betriebsräte von der Firma Neff bekamen immer wieder zu hören, dass der Grundsatz „Gleiche Arbeit – Gleiches Entgelt“ zwingend zu regeln sei. Die Bundesregierung muss bei der Leiharbeit einen politischen Kurswechsel vornehmen, dies sei schon lange dringend notwendig.

„Wir sollten endlich die zur Kasse bitten, die uns den ganzen Schlamassel eingebrockt haben,“ so Schneider. Es könne nicht sein, dass die Verursacher der tiefsten Wirtschaftskrise der letzten 80 Jahre ungeschoren davon kommen. Als „unanständig“ bezeichneten viele Brettener zudem die Tatsache, dass den Beschäftigten immer mehr finanzielle Belastungen aufgebürdet werden, während man gleichzeitig durch die Rente mit 67 ein würdiges Leben im Ruhestand nahezu unmöglich mache. „Mit diesem gewaltigen Rentenkürzungsprogramm steht uns eine Welle von Altersarmut ins Haus, die einem Angst macht“, so die Äußerungen von zahlreichen Besuchern des Infostandes.

Zu diesen Themen
– die Lasten der Krise müssen fair verteilt werden;
– Bürgerversicherung statt Kopfpauschale;
– Krisenlast gerecht verteilen;
– Rente mit 67- die programmierte Altersarmut;
– Leiharbeit;
– Ausbildungsplätze erhalten – Übernahme sichern;
– Chancengleichheit in Bildung und Beruf
findet am Samstag, den 13. November 2010 eine Kundgebung in Stuttgart statt.
Weitere Informationen im Internet unter www.bruchsal.igm.de

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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5 Antworten zu Angst vor dem sozialen Abstieg

  1. schulze hj sagt:

    Ob Bundesanstalt für Arbeit oder Bundesagentur für Arbeit spielt überhaupt keine Rolle.

    a) 279.200 ALG II Bescheide waren im Jahr 2009 fehlerhaft.

    b) Mehr als jedes dritte Widerspruchsverfahren im Bereich Hartz IV war erfolgreich.

    c) 279.200 ALG II Bescheide mussten also korrigiert werden.

    d) Das entsprach einer Fehlerquote von
    36,4 Prozent.

    e) In 73.200 Fällen hatten die Betroffenen teilweise Erfolg.

    f) Bei weiteren 206.000 wurde dem Widerspruch ganz stattgegeben.

    Im Ergebnis: Ein vernichtendes Armutszeugnis für eine bundesdeutsche Mammutbehörde!
    Oder verständlicher gefragt: Was machen die da bloß (richtig)?

  2. Neudiek friedrich sagt:

    Korrektur
    Im vorstehenden Kommentar schreibe ich von „der Bundesanstalt für Arbeit“, die schon länger in

    Bundesagentur für Arbeit

    umbenannt wurde.

  3. Neudiek friedrich sagt:

    Mittendrin im Arbeitsmarktwunder

    2,945 Millionen Arbeitslosenengeld (ALG I) Empfänger
    + 6,7 Millionen Arbeitslosengeld (ALG) II = (Hartz-IV) Empfänger
    + 1,4 Millionen Personen in arbeitsmarktpolitischen Instrumenten
    + 319.000 Ein Euro-Jobber

    Die Arbeitsmarktstatistik suggeriert für den deutschen Arbeitsmarkt weiterhin eine Insel der Glückseligkeit. Bei genauerem Hinsehen des BA-Monatsberichts fällt auf, dass viele Zahlen auf Schätzungen und Hochrechnungen beruhen. Es wird schöngerechnet!

    Es stellt sich besonders die Frage, woher kommen trotz „boomenden Arbeitsmarktes“ das hohe Finanzdefizit der Bundesanstalt für Arbeit und der hohe Anstieg für soziale Leistungen (ALG II = Hartz-IV) bei den Kommunen.

  4. Neudiek friedrich sagt:

    Am 27. Oktober 2010 hat Arbeitsministerin von der Leyen ein neues Job-Wunder verkündet: Die Anzahl der Arbeitslosen ist unter die Marke von drei (3) Millionen auf 2,945 Millionen gefallen.
    Es bedeutet ein 18-Jahres-Tief.
    Bei genauerem Hinsehen der „Charme-Offensive“ sieht alles ganz anders aus.

  5. W.Hohmann sagt:

    „Angst vor dem sozialen Abstieg“

    Die gibt es doch nicht erst seit gestern!

    Die so genannte Mittelschicht schrumpft. Ihre Mitglieder sind stark abstiegsbedroht, von messbaren Wohlstandsverlusten gekennzeichnet und von der öffentlichen Abgabenlast – gemeint sind bei abhängig Beschäftigten (Nichtselbständigen) besonders die Beiträge zur Sozialversicherung ins Uferlose bei immer weniger Leistungen daraus – erdrückt.
    Die gestiegenen Erwerbsrisiken der Mittelschicht schlagen sich in einem Anstieg an Unsicherheitsempfinden über die eigene wirtschaftliche Zukunft nieder.

    Es besteht seit langem die Befürchtung, aufgrund von drohenden Arbeitsplatzverlusten, die eigene Wohlstandsposition nicht halten zu können.

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