NaSowas!?

Heiraten auf der Zulassungsstelle oder „Homosexuelle Verkehrszulassung“ in Bretten
Wie der SWR berichtete, dürfen homosexuelle Paare in Bretten zwar heiraten, es gelten hier aber – wie auch in anderen Gemeinden Baden-Württembergs – andere Regeln. Das Trauzimmer steht nämlich nur Hetero-Ehepaaren offen. Wer eine homosexuelle Lebenspartnerschaft schließen möchte, darf sich in der Brettener Kfz-Zulassungsstelle, zum doppelten Preis der Hetero-Vermählung, das Ja-Wort geben.
Betroffene sehen sich als Bürger zweiter Klasse. Doch die Stadt sieht sich natürlich im Recht, so sind doch in allen Bundesländern per Gesetz die Standesämter für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften zuständig.
Das schreit natürlich geradezu nach Satire, weshalb auch die Satirezeitung „Helgoländer Vorbote“ titelt:
„Homosexuelle Verkehrszulassung in Baden-Württemberg“

Die Stadt sei einen „mutigen Schritt zur Antidiskriminierung“ gegangen, man habe sich für die amtliche Eheschließung davon verabschiedet, Stammbücher zu führen, was schon lange mehr nach Teckelzuchtlinie denn nach Liebe klang. Und weiter treibt der „Vorbote“ die Satire auf die Spitze:
„Stattdessen sind für die Ehelichung in Bretten Fahrzeugschein mit Gestellnummer, der Nachweis des erfolgreichen Abschlusses eines Erste-Hilfe-Kurses sowie ein Sehtest erforderlich („Wollen Sie den da / die da wirklich heiraten, schauen Sie nochmal genau hin“ war bisher auch eine wirklich unromantische Frage an solch einem Tag). Ein spezieller Unterbodenschutz ist nicht notwendig, wird aber gerne gesehen. Damit ausgestattet können sich Männer und Frauen nun mit ihresgleichen vermählen – auf der Kfz-Zulassungsstelle. Das Straßenverkehrsamt als Regulierungsbehörde für den Eheverkehr – ein Modellprojekt sicherlich auch für andere Koalitionspartner.“

Tja, die Melanchthonstadt Bretten und die Toleranz, das war schon immer ein wenig schwierig! Die vielen Hügel im Kraichgau verstellen vielleicht auch den Blick über den Tellerrand? Vielleicht sollte sich die Stadtverwaltung jetzt doch, in den Räumen ihrer Melanchthon-Akademie eine kleine Garage einrichten, zur Durchführung der „homosexuellen Verkehrszulassung“? Auch über die Einstellung eines KFZ-Experten, der hier sicher von Nutzen sein könnte, sollte das vielseitig kompetente Rats-Gremium einmal debattieren, kabarettreife Szenen garantiert!

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