Leserbrief: Nächtlicher Lärm vom Festival

Zum Festival „Bretten live“ am vergangenen Wochenende:
Es ist erfreulich, dass die Veranstalter von „Bretten live“ einen vollen Erfolg verbuchen konnten. Passiert das aber nicht auf Kosten der Gesundheit von Einwohnern, die sich nicht freiwillig – vorzugsweise nach 22 Uhr – dem „Höllenlärm“ aussetzen wollen? Lärm ist gesundheitsschädlich, das ist unbestritten. Ich war für wenige Tage seit Samstag nicht in Bretten, habe aber noch am Freitag die volle Breite der Lärmbelästigung erfahren müssen. Um 23.10 Uhr habe ich zum ersten Mal bei der Polizei angerufen, weil ich wegen des Lärms vom Marktplatz nicht einschlafen konnte. Wohl bemerkt, dass ich oberhalb der Stadtparkhalle wohne – weit weg vom Marktplatz.

Nachdem ich dem Polizeibeamten die laute Musik von meinem Schlafzimmerfenster aus mithören ließ, sagte er mir, dass die Genehmigung der Stadt Bretten bis 22.15 Uhr vorliegt und ich mich noch fünf Minuten gedulden soll, weil ein wenig Überziehung schon möglich ist. Nach meinem zweiten Anruf, kurz vor Mitternacht, klagte der Beamte über zu wenig Personal (fünf Beamte und zwei Kfz) und der Tatsache, dass sie unter anderem noch zwei weitere Lärmquellen wegen Beschwerden zu bearbeiten haben.
Nachdem ich nach knappen drei Stunden aufstehen musste, bin ich heilfroh, dass ich mit meinem Kfz unfallfrei am Ziel angekommen bin. Demnach kann unsere – über elf Millionen Euro teuere – Personalverwaltung im Rathaus weder die selbstgenehmigte Veranstaltungsdauer noch die gesetzlich vorgeschriebenen Lärmwerte (55 Dezibel ab 22 Uhr – Staubsaugerwerte liegen bei circa 70 Dezibel) kontrollieren und einhalten.

Franz Cizerle
Fichteweg 8
Bretten

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2 Antworten zu Leserbrief: Nächtlicher Lärm vom Festival

  1. Franz Cizerle sagt:

    Ich freue mich, wenn meine Beiträge gelesen werden. Um so mehr, wenn sie auch verstanden werden. Denn, in meinem Beitrag geht es nicht um die Art der Veranstaltung, sondern um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. Nach 22.00Uhr kein Lärm über 45 Dezibel !!! in Wohngebieten. 55 Dezibel gelten für Kerngebiete, Dorf- und Mischgebiete. Oder leben wir in einer Stadt der „gesetzlosen“?

    Wenn am späten Abend die Helligkeit in Bretten versinkt, sind Vergnügungseinrichtungen wohl wichtiger als die Einwohner?!

    Die Lärmbelästigung an diesem Abend ist nicht nur auf mich bezogen gewesen, sondern auch auf betroffene Menschen aus der Reuchlinstraße, Friedrichstraße, vom Humboldtweg, vom Marktplatz (da wohnen tatsächlich noch Menschen, die das unerträglich finden), usw. die sich – nachträglich – alle bei mir mit Ihrem vollen Namen gemeldet haben – im Gegensatz zu „hell_sinki“.
    Ein junger Student aus der Nachbarschaft, der gerade in München studiert und ausgerechnet an diesem Wochenende in Bretten weilte, meinte, dass eine solche Lärmbelastung in München und ganz Bayern nicht möglich ist. Dort wird sogar das Oktoberfest um 22.00 Uhr beendet.

    Ich wage es zu behaupten, dass München ein wenig größer als Bretten und das Oktoberfest etwas voluminöser als der Brettener Marktplatz ist. 🙂

  2. hell_sinki sagt:

    also ich bin der meinung, dass 17.000 euro für die aktion mensch eine unruhige nacht durchaus rechtfertigen.
    zumal alle immer einen von innenstadtbelebung predigen. bei bretten live war eine bombenstimmung, und das sage ich, obwohl ich die musik großteils schrecklich fand. ich denke, wenn man sich ärgern WILL, dann stört einen alles.

    p.s. ich wohne direkt am marktplatz und hatte keinen stress mit dem einschlafen.

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