Medizinethik oder Gottspiele der Ärzteschaft?

Der Tübinger Medizinethiker Georg Marckmann, in einem Interview mit den BNN vom 6.7.2010, befragt zu möglichen Einschränkungen bei der Versorgung kranker Menschen angesichts der Milliardenlöcher im Gesundheitssystem:
Wir haben nur begrenzte Finanzmittel: Was wir bei einem Patienten ausgeben, fehlt bei einem anderen. Also muss ich im Extremfall auch als Ethiker sagen: Das können wir uns nicht leisten – und dann stirbt vielleicht ein Patient einen Monat früher, andere werden aber dafür länger leben.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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22 Antworten zu Medizinethik oder Gottspiele der Ärzteschaft?

  1. fr. sagt:

    Außerdem verstellt ausgeprägtes Lobbydenken ( vermutlich auch in Tübingen) leider manchen Akteuren den Blick für den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang!

  2. F. M. sagt:

    Über das, was die Medizin eigentlich leisten soll, mämlich Wiederherstellung, Erhaltung und Steigerung von Lebensqualität, wird fast nicht mehr geredet und geschrieben.

  3. tx sagt:

    So einer verdient seine Brötchen im Gesundheitswesen.
    Und der redet von Kosten, obwohl es in der Medizin doch eigentlich vorrangig um Lebensqualität und Wohlbefinden geht!

  4. zurh. sagt:

    Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.
    Kennt der Tübinger Ethiker diesen Satz auch?
    Nach seinen Aussagen wohl eher nicht!

  5. pi sagt:

    Die medizinische Versorgung sollte so sein, dass die beste allen zusteht.
    Dass sich einige mehr leisten können oder wollen – diese Form von „Klassenmedizin“ gab es immer – und wird es wohl in der Marktwirtschaft weiterhin geben.

  6. pi sagt:

    Will die Leserschaft dieses Interviews die medizinische Versorgung in Deutschland nur Ethikkommissionen überlassen?

  7. fr.ga. sagt:

    Aussagen eines zu hoch dotierten Mannes, der Medizinstudenten was vermitteln soll.

    Damit die das nachbeten!

  8. JOH. sagt:

    Zusatz zum heutigen Kommentar von spezi

    „Es kann nicht sein, dass immer nur ein wesentlich größerer Anteil der Bevölkerung unter den Entscheidungen der Politiker zu leiden hat“.

    Krankenversichertenstruktur in Prozent
    12,6% Privatpatienten sind von der „Reform“ nicht betroffen.
    87,4% Kassenpatienten sind – wie stets – die Dummen!
    Der Prozentsatz der Selbstzahler (der Reichen) kann vernachlässigt werden.

  9. Lars sagt:

    Ergänzung zum Kommentar qt von heute

    Wir haben
    ca. 70 Millionen = 70.000.000 Kassenpatienten
    ca. 8,8 Millionen = 8.800.000 Privatpatienten
    der Rest sind Selbstzahler.

  10. er. mei. sagt:

    In Tübingen scheint die Gesundheits-Lobbykratie schon seit langem Einzug gehalten zu haben.

  11. qt sagt:

    Für mm am 7. Juli, 2010

    Ein Schwerpunktbereich Ethik am Uni-Klinikum Tübingen

    – nämlich Verteilungsgerechtigkeit und Prioritäten in der Gesundheitsversorgung –

    hat es mit seiner Zielrichtung sicherlich einseitig nur

    – auf die Kassenpatienten –

    abgesehen.

    Denn für die bevorzugten Privatpatienten gilt nach wie vor

    – das medizinisch Machbare –

    weit vor

    – dem medizinisch Notwendigen –

    für Kassenpatienten.

  12. spezi sagt:

    Die einfachste Lösung:
    Ursachen und nicht Symptome bekämpfen!
    Setzt die Politiker auf das Hartz IV Niveau bis es zufriedenstellende und funktionierende Lösungen für alle gibt! Die Politiker werden von allen bezahlt und bestimmen aber selbst die Höhe ihres Einkommens – also können sie sich die Sonderbehandlungen auch leisten.

    Es kann nicht sein, dass immer nur ein wesentlich größerer Anteil der Bevölkerung unter den Entscheidungen der Politiker zu leiden hat, die alleinige Verantwortung für Rahmenbedingungen haben – eben auch für das Gesundheitswesen!

  13. dr sagt:

    Eine seltsame Auffassung von Ethik in Tübingen?

    Denn: Ein Arzt bleibt nach seiner berufsethischen Bestimmung stets dem individuellen Wohl des Patienten verpflichtet!

  14. Völl. sagt:

    In der medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum Tübingen existiert das Institut für Ethik und Geschichte der Medizin.

    Ein Schwerpunkt im Bereich Ethik:

    Verteilungsgerechtigkeit und Prioritäten in der Gesundheitsversorgung.

  15. Chr.Z. sagt:

    Scheint ein Anhänger der egoistischen Ethik zu sein.
    Man strebt nach dem, was einem wertvoll erscheint, ohne Rücksicht darauf, ob das Handeln dann Anderen schadet.
    Man bestimmt sein Handeln ohne die Anderen oder gegen die Anderen.

  16. äth. sagt:

    Steht er etwa mit dem Gesundheitsminister Rösler im Bunde?

  17. -Ull. Kais.- sagt:

    Es wäre echt empfehlenswert, wenn Herr Professor lebenslange Beurlaubung vom Beruf beantragen würde.

  18. -Ull. Kais.- sagt:

    Könnte sowas nicht auch „Guido“ gesagt haben?

  19. Ev-/-Pad. sagt:

    Merksatz für den Medizinethiker Georg Marckmann in Tübingen

    In unserem Körper gibt es einen gewissen Instinkt für das, was uns zuträglich ist, wie in unserem Herzen für das, was unsere ethische Pflicht ist; beides kann durch keinerlei Autorisation von seiten eines Doktors der Medizin oder der Theologie ersetzt werden.
    Marcel Proust *1871 +1922

  20. Siegb. Querf. sagt:

    Was für ein Schwachsinn aus Tübingen!

    Für zockende Banken und einen täuschenden EU-Mitgliedsstaat haben wir Milliarden übrig; bei der Gesundheit – unserem höchsten Gut – muss gespart werden.

  21. mm sagt:

    und fehlt noch mehr Geld, dann stirbt der (Kassen-) Patient eben 2 Monate früher, oder 3, oder doch besser gleich ein Jahr?
    Der Mann gehört vor die Ärztekammer zitiert, oder doch gleich vor ein Gericht.

  22. Siegb. Querf. sagt:

    Eine „einwandfreie“ ethische Selektion.
    Welche Patienten müssen dran glauben?

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