Bauerbacher Ortschaftsräte plädieren für neues Baugebiet

OB Wolff: Hinweise in Protokollen lösen keine Vorgänge aus
Klagen über die Innenverkleidung der Sporthalle
Bretten-Bauerbach (roal). Oberbürgermeister Martin Wolff hat sich bei einem Rundgang mit dem Ortschaftsrat mit den „Bauerbacher Angelegenheiten“ vertraut gemacht. Anschließend diskutierte er in öffentlicher Sitzung einzelne Punkte. Ortsvorsteher Wolfgang Rück: „Wir haben dem OB gezeigt, wo uns der Schuh drückt und hoffen, dass er sich im Rahmen des Möglichen dafür einsetzt“.
Obwohl es im Ortskern erhebliche Leerstände gebe, brauche Bauerbach ein neues Baugebiet, sind sich die Ortschaftsräte einig. Mit dem „Weiherbrunnen“ habe Bauerbach eine Fläche anzubieten, die für die Gesamtentwicklung der Stadt nicht uninteressant sei. Das große Gölshäuser Industriegebiet liegt nur wenige hundert Meter entfernt hinter dem Wald. Leute sollen in der Nähe ihrer Arbeitsplätze wohnen
können. Und das wäre hier der Fall.

Engagiert wies Georg Ament (SPD) darauf hin, dass Bauerbach hinsichtlich der Grundschule und des Kindergartens „ausblutet“. Der Stadtrat habe im September 2009 beschlossen, das Baugebiet „Weiherbrunnen“ anzugehen. Geschehen sei nichts. Im Gegenteil: Aus der Verwaltung sei zu hören: Keine Priorität. „Herr Wolff, bestimmt – seit sie im Amt sind – die Verwaltung oder der Stadtrat, was sich tut?“ fragte er. Ein weiterer Punkt war die verwahrloste Ortsmitte gegenüber dem ehemaligen Kaufhaus Westermann. Der Ortschaftsrat will, dass die beiden Häuschen abgerissen werden und dort ein Dorfplatz angelegt wird. Außer mündlichen Zusagen habe er aus dem Rathaus wenig gehört, berichtete der Ortsvorsteher. Die Finanzierung des Abbruches könne kein Problem sein, denn der Ortschaftsrat habe von seinen Verfügungsmitteln der vergangenen Jahre nicht alles ausgegeben. Wenn dieses Geld in Anbetracht der Haushaltslage jetzt „verfalle“, fühle man sich auf den Arm genommen, argumentierte Rück. Mit Zuschussmitteln wurde die Sporthalle energetisch verbessert. Leider sei vieles von der neuen Innenverkleidung miserabel ausgeführt und hielte außerdem dem „Ballbetrieb“ nicht stand. Die Stadtverwaltung kümmere sich nur halbherzig um Gewährleistungsansprüche, klagte Ortschaftsrätin Birgit Halgato.

Diese und weitere Punkte hörte sich der OB geduldig an. Der Abend diene ihm vor allem der Orientierung. Er sagte zu, dass er sich umgehend kundig mache, was bisher zu den einzelnen Punkten geschehen ist. Angesichts wegbrechender Einnahmen müssten mindestens die nächsten beiden Haushalte auf der Ausgabenseite deutlich reduziert werden, gab er zu bedenken. Alle Maßnahmen müssen sich an der Messlatte „Notwendigkeit – Bedürfnis – Wunsch“ orientieren. Den latenten Vorwurf, seine Verwaltung kümmere sich nicht um Beschlüsse des Ortschaftsrates, wies er zurück.
Der Ortschaftsrat müsse erstens klare Beschlüsse fassen und diese als Anträge schriftlich „reingeben“. Allgemeine Hinweise in Sitzungsprotokollen lösen keine „Vorgänge“ aus. Die Ortschaftsräte sollen artikulieren, was für sie wichtig sei. Er lasse dann die Fachleute prüfen was möglich ist, Entscheidungsgremium sei aber der Stadtrat.

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2 Antworten zu Bauerbacher Ortschaftsräte plädieren für neues Baugebiet

  1. addi.- sagt:

    Ich plädiere für mehr Sachverstand in Sitzungen mit Ortschaftsräten! 🙂

  2. g-d sagt:

    Nette phrasenhafte Unverbindlichkeiten von beiden Seiten! 🙂

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