„Drei geblitzte Fahrer kamen gleich vorbei“

Tempokontrolle im Brettener Wohngebiet Wanne
Tempoüberwachung an 26 Tagen im Jahr
Von unserem Redaktionsmitglied Joachim Schultz
Bretten. Städtische Vollzugsbeamte als Tempokontrolleure: Im Laufe des gestrigen Tags wurden in verschiedenen Straßen im Stadtgebiet die gefahrenen Geschwindigkeiten überprüft. Am Vormittag lag der Schwerpunkt der Tempomessungen im Wohngebiet Wanne. Um die Mittagszeit standen die Lichtschranken an den Bushaltestellen in der Otto-Hahn-Straße und überwachten den Verkehr in beide Richtungen.

Oliver Beetz vom städtischen Vollzugsdienst sitzt im Messwagen und hat ein kleines digitales Anzeigengerät im Blick. Ein Fahrzeug nach dem anderen passiert die Lichtschranke. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit an dieser Stelle in der Otto-Hahn-Straße beträgt 30 Stundenkilometer. Es tut sich nichts.
Das Fahrzeugaufkommen bleibt überschaubar, die allermeisten Fahrer halten sich an die Höchstgeschwindigkeit. „33“, „24“, „28“ oder „35“ – kleine rote Zahlen leuchten auf dem Anzeigenfeld im Messwagen auf.

„Bis schließlich der Blitz auslöst, muss eine gewisse Toleranz überschritten werden“, erläutert Achim Kleinhans vom Ordnungsamt. Diese Toleranz wird gleich während der Messung auf die zugelassene Höchstgeschwindigkeit aufgeschlagen. Deswegen bleiben Temposünder mit geringfügigen Überschreitungen unbehelligt.
Beetz hebt auf einmal den Kopf, als sich von rechts ein roter Kleinwagen nähert. „Der Motor ist relativ laut. Das Auto könnte zu schnell sein.“ Beetz behält recht. Der Blitz löst aus: Mit 46 Stundenkilometern ist die Fahrerin in der 30-er-Zone unterwegs. Ansonsten beweisen die Autofahrer dort eine gute Verkehrsmoral. Gut jedes zweite Fahrzeug bleibt unter 30 an dieser Stelle. Bilanz des Vormittags: 50 Autos, die zu schnell waren, erscheinen im Protokoll. „Drei geblitzte Fahrer kamen gleich vorbei und wollten wissen, wie viel sie zu schnell waren. Doch darüber dürfen wir keine Auskunft geben“, sagt Beetz.

Etwa eineinhalb bis zwei Stunden steht das Messgerät an einem Standort. „Auch wenn die Messung im Radio durchgegeben und dadurch öffentlich wird, was in Rinklingen mal vorkam, bleibt der Messwagen bis zum Schluss“, sagt Kleinhans.
Wo gemessen wird, ist grundsätzlich Sache des Ordnungsamts. Manche Straßen haben Priorität. An Schulen, vor Kindergärten oder in Tempo-30-Zonen trifft man die Kontrolleure oft an. „Die Verwaltung nimmt Klagen von Anwohnern über zu schnelles Fahren ernst und misst so oft es geht auch in diesen Straßen. Doch die Erfahrungen zeigen immer wieder, dass sich die Überschreitungen im normalen Bereich bewegen.“
An 26 Tagen im Jahr bauen die Kontrolleure die Messanlage auf. Im Schnitt wird an zwei Tagen im Monat, von 6 Uhr bis 22 Uhr, geblitzt.

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2 Antworten zu „Drei geblitzte Fahrer kamen gleich vorbei“

  1. ed./La. sagt:

    Es ist ganz einfach.
    Erkennt man die Messanlage, wird auf die Bremse getreten! 🙂

  2. Gis./Br. sagt:

    Den Bericht und das Foto hätte man mir unbedingt ersparen müssen.

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