Noch immer fehlen in Bretten Kita-Plätze

Leonhardt: „Bis 2013 werden wir den kalkulierten Bedarf gedeckt haben“ / 730 Kinder unter drei Jahren
Jeder Platz kostet die Stadt rund 5 300 Euro
Von unserem Redaktionsmitglied Thilo Kampf
Bretten. Noch sind nicht alle Bauarbeiten im Kinderhaus „Im Brückle“ abgeschlossen, doch zogen bereits gestern 42 Kinder in die Betreuungsstätte ein, darunter auch 20 Kleinkinder unter drei Jahren. Damit, erklärt Jochen Röckle, Chef des Hohberghauses, das als Träger der Einrichtung fungiert, habe man der enormen Nachfrage von Eltern nach Krippenplätzen Rechnung tragen wollen.
Dass trotz der Einrichtung von Kleinkind-Tagesbetreuungs-Plätzen, so genannten Kitas, in zahlreichen konfessionellen und kommunalen Kindergärten in Bretten immer noch eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage klafft, räumen denn auch die Verantwortlichen im Rathaus ein: „Ja, es gibt noch Wartelisten“, erklärt Bürgermeister Willi Leonhardt. Indes: „Im Gesetz heißt es, dass der Bedarf gedeckt werden muss – aber das müssen nicht unbedingt nur Krippenplätze sein. Es gibt ja beispielsweise auch Tageselternvereine“.

Laut Leonhardt gibt es in Bretten derzeit 730 Kinder unter drei Jahren. Wenn man annehme, dass für die Stadt der Bedarf an Kita-Plätzen wie im Land Baden-Württemberg 20 Prozent betrage, erfülle Bretten mit 155 Krippen- und zehn Tageseltern-Plätzen diesen Wert.

Ab 2013 sollen landesweit sogar 34 Prozent aller unter Dreijährigen eine Kita-Platz bekommen. Das wären dann bei gleicher Kinderanzahl 248 Plätze, rechnet der Bürgermeister vor. „Wir haben natürlich ein Konzept, wie wir die Kleinkind-Betreuung weiter ausbauen“, sagt Leonhardt, „und gehen davon aus, dass wir spätestens im Jahr 2013 auch den dann kalkulierten Bedarf gedeckt haben werden.“
Wie Bernhard Strauß von der Sozialen Beratungsstelle im Rathaus konkretisiert, kommen ab diesem September planmäßig 52 Kita-Plätze dazu, zum Beispiel in den Kindergärten Turbanstraße, Rinklingen, Neibsheim, St. Elisabeth und im katholischen Kindergarten Diedelsheim. Der städtische Kindergarten „Drachenburg“ biete derzeit noch keine Plätze für unter Dreijährige an, doch könnte sich das ändern.

Der Plan sieht vor, dass es Ende 2010 insgesamt 207 Kita-Plätze gibt; bis 2013, wenn der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz gilt, soll es in Bretten aufgrund von Umwandlungen 244 Kita-Plätze in den verschiedenen Einrichtungen geben. Hinzu kämen noch die Tageseltern-Plätze, erklärt Leonhardt. „Und mit dann 260 bis 270 Plätzen würden wir im Jahr 2013 die Vorgaben erfüllen“.
Ob der Bedarf dann tatsächlich so hoch sein wird, stehe ohnehin nicht fest. „Wir beobachten einen Trend, bald wieder in Arbeit einzusteigen und nicht drei Jahre lang das Kind in eine Krippe zu bringen“, sagt Leonhardt. Im Übrigen sei er der Ansicht, „dass die Familie wieder einen höheren Stellenwert haben muss. Heute ist man ja fast ausgegrenzt, wenn man sich entschließt, sein Kind selbst zu betreuen“.

Und den städtischen Finanzen tut man auch einen Gefallen, denn die Einrichtung von Kita-Plätzen ist nicht ganz billig: Derzeit erhält die Stadt pro Jahr 349 000 Euro an Zuschuss vom Land für die Kleinkind-Betreuung. Leonhardt rechnet vor: Das entspricht etwa 2 700 Euro pro Kind. Ein Platz kostet 10 000 Euro, die Elternbeiträge betragen 20 Prozent. Bleiben unterm Strich 5 300 Euro pro Kita-Platz, die von der Stadt aufgewendet werden müssen.

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6 Antworten zu Noch immer fehlen in Bretten Kita-Plätze

  1. diet.-Schw. sagt:

    (Un-)bewusster Hokuspokus für Eltern sowie Leserinnen und Leser!

  2. otto sagt:

    @ Fragezeichen

    Warum soll Leonhardt von der CDU etwas vollständig darstellen, wenn es auch unvollständig geht?

  3. Fragezeichen sagt:

    „Bleiben unterm Strich 5 300 Euro pro Kita-Platz, die von der Stadt aufgewendet werden müssen.“
    Was soll denn das Gejammere? War es nicht die Stadt Bretten, mit OB Paul Metzger an der Spitze, die die jungen Familien angelockt – spricht anderen Gemeinden abgekauft – hat?
    Abgekauft mit verbilligten Bauplätzen, damit das Baugebiet Steiner Pfad „voll“ wird?
    Warum werden dazu keine Zahlen genannt? Weil man verschweigen will, dass mit den Steuergeldern der Brettener Bürger die Neubaugebiete und jetzt als Folge davon die Kita- Plätze finanziert werden müssen?
    Warum nennt BM Leonhardt die Summe der Finanzzuweisungen, welche die Stadt Bretten Jahr für Jahr für die zugezogenen Neubürger vom Land erhält, in diesem Zusammenhang nicht? Will die Stadt Bretten nur Zuschüsse kassieren aber dann jammern ,wenn die selbstverschuldeten Folgekosten fällig werden?

  4. idi sagt:

    @ mm von heute

    Wie dumm darf Stadtentwicklung eigentlich sein?

    Wie die, welche sie unermüdlich öffentlich anpreisen!

  5. mm sagt:

    und immer wieder die gleiche Leier: neue Baugebiete sind dringend erforderlich, wir müssen junge Familien mit Kindern ansiedeln. Und dann das grosse Wehklagen, jetzt wollen die auch noch Kindergärten! So geschehen in der Kupferhälde, jetzt im Steiner Pfad. Wie dumm darf Stadtentwicklung eigentlich sein?

  6. sil-/ sagt:

    Vorschlag zur besseren Finanzierung

    Die Elternbeiträge auf 50 Prozent erhöhen! 🙂

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