Leserbrief: Tür und Tor für Müll-Firmen offen

Zum Artikel „Lob für das kulturelle Angebot und Vereinsleben“ (BNN vom 7. Januar):
Bürgermeister Nowitzki wies in seiner Neujahrsansprache darauf hin, dass die Gewerbesteuer 2009 gegenüber 2008 um fünf Millionen Euro geringer ausgefallen ist. Ende 2008 hatte die Gemeinde bereits 21 862 000 Euro Schulden (!) im Kernhaushalt und bei den Eigenbetrieben angehäuft (siehe Statistisches Landesamt: www.statistik-bw.de Regionaldaten). Für Ende 2009 darf man also nochmals Millionen hinzurechnen.

Die vom „Schuldes“ zu verantwortende Finanzmisere versuchte Nowitzki jetzt in seiner Ansprache auf sieben Widerspruchsführer abzuwälzen. Diese „sieben Aufrechten“ haben Widerspruch gegen die Ansiedlung einer weiteren Firma aus der Müllbranche eingelegt. Sie handelten getreu den über 1 700 Unterzeichnern gegen die Ansiedlung der Vollmer-Müllentsorgung direkt neben unserem Dorf. Durch die Ansiedlung der Firma Schwarz, die bereits ihren Betrieb aufgenommen hat, will die Gemeindeverwaltung nun eine schleichende Änderung des Gewerbegebietes in Flehingen hin zu einem Industriegebiet erreichen.

Tür und Tor für alle möglichen Müllfirmen wären dann geöffnet. Denn zumindest im Flächennutzungsplan ist bislang nur eine gewerbliche Nutzfläche ausgewiesen.
Wenn tatsächlich diese Müll-Firmen als Geldbeschaffer für den heruntergewirtschafteten Haushalt dienen sollen, dann stellt sich unter anderem die Frage: Warum werden dann gerade diese Firmen von den Gemeinden Bretten beziehungsweise Bruchsal mit Handkuß aus den jeweiligen Industriegebieten verabschiedet?

Volker Reeck
Samuel-Friedrich-Sauter-Straße 7
Oberderdingen-Flehingen

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7 Antworten zu Leserbrief: Tür und Tor für Müll-Firmen offen

  1. pet. my. sagt:

    Nowitzki (CDU) hat „Hof gehalten“, und nicht wenige „Höflinge“ sind tatsächlich gekommen. 🙁

  2. Lars sagt:

    Immerhin folgten einige Amtskollegen seiner Einladung zum Neujahrsempfang. 🙁

  3. -zinses.- sagt:

    Den massiven Schuldenstand der Gemeinde verstehe ich nicht.

    Bei den gewerbesteuerzahlenden Firmen wie Blanco, E.G.O. u.a. in der Nichtkrise?

  4. -el- sagt:

    Dass die gewählten Volksvertreter nicht immer das intellektuelle Niveau mancher Einwohner haben können, dürfte als gesichert angesehen werden. Deshalb ist das Verhalten mancher gewählten Akteure nicht nachvollziehbar.

    Noch weniger, dass sich die Einwohner das auch noch gefallen lassen…

  5. -az- sagt:

    @ spezi
    Eine sanfte Landung auf dem Boden der Tatsachen ist allemal zu bevorzugen.

  6. spezi sagt:

    Wenn die Bürger- und Oberbürgermeister nicht schnellstens begreifen, dass sie als Dienstleister der Bürgerschaft dienen – und nicht umgekehrt, kann ich mir künftig „französische Verhältnisse“ (Straßendemonstrationen o.ä.) durchaus vorstellen.
    Denn Druck, erzeugt Gegendruck.

    Nicht die Formulierungen (oder gar das Wunschdenken) „mein Dorf“ oder „meine Stadt“ dürfen die Tatsachen von „unserem Dorf“ oder „unserer Stadt“ ersetzen. Die Bürgerschaft ist kein „Eigentum“ sondern eine friedliche Vereinigung von respektvollen Individuen.

  7. e sagt:

    Dem lustigen Treiben eines Nowitzki (CDU) inklusive seiner Getreuen scheint die Kommunalaufsicht im Landratsamt Karlsruhe voller Verständnis zuzusehen. 🙂

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