Wie wird es 2015 in Bretten aussehen?

Bürger fragen die OB-Kandidaten nach ihren Vorstellungen zur Zukunft der Stadt
Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier
Bretten. „Welche Visionen haben Sie für die Zukunft Brettens?“ „Wie halten Sie es mit erneuerbaren Energien? „Wie wird es 2015 auf dem Sporgassen-Areal aussehen?“ „Wie kann man den Durchgangsverkehr aus Neibsheim und Büchig verbannen?“ – Um die Pläne der Kandidaten für Brettens Zukunft ging es in den Bürgerfragen an die Kandidaten am Mittwochabend ebenso wie um Persönliches: die Kompetenz von Gerd Markowetz in Finanzfragen wurde hinterfragt, auch die kommunalpolitische Erfahrung von Martin Wolff. Und Ralf Steinbrenner musste erklären, warum er erst in letzter Minute seine Bewerbung abgegeben hat. Hier nur einige einige ausgewählte Beispiele aus der knapp zwei Stunden dauernden Fragerunde, die sich nach 21 Uhr an die Vorstellungsrunde (siehe Einzelportraits) anschloss.

Die Frage nach den Visionen bot sämtlichen Kandidaten Raum zur Selbstdarstellung. Ralf Steinbrenner möchte, dass Bretten „die Nummer eins im Landkreis wird. Wenn einen Familie einen Wohnsitz sucht, muss der erste Gedanke Bretten sein.“ Gerd Markowetz hat das Ziel, „dass sich vom Säugling bis zum Senior alle hier wohlfühlen“. Hans-Jürgen Moos möchte nach acht Jahren eines der modernsten Rathäuser präsentieren, die Zusage einer Landesgartenschau haben und bei den Verkehrsproblemen einen deutlichen Schritt vorangekommen sein.

Brennende Probleme sieht Frank Goutier, etwa in der Innenstadt. „Da muss man den Feuerlöscher jetzt aufnehmen. Wir beginnen heute.“ Auch Martin Wolff hat zunächst einmal aktuelle Fragen wie Schulen, Verkehr, Innenstadtbelebung vor Augen und will mit deren Beantwortung die Stadt voranbringen. Andreas Henning möchte Bretten zukunftsfähig und zu einer familienfreundlichen Stadt machen. Und Ingo Jäger warnt vor großen Visionen, die schwer zu bewerkstelligen wären. „Ideal wäre zwar vieles. Aber wir müssen uns kleine Ziele setzen.“

Und wie wird es im Jahr 2015 an der Sporgasse aussehen? Der von Paul Metzger und der Mehrheit des Gemeinderats favorisierte Tunnel wird wohl von keinem der Bewerber weiter vorangetrieben werden. Und auch das Tiefgaragenprojekt wird eher in der Kategorie „wünschenswert“ als unter „notwendig“ geführt –zumal die Zukunft der Schneider-Immobilie in den Sternen steht. Ralf Steinbrenner möchte dafür einen Investor suchen und die Konkurrenz durch weitere Supermärkte an der Peripherie ausschließen. Auch ein OB Markowetz würde „ganz schnell mit neuen Investoren im Gespräch sein.“ Hans-Jürgen Moos weiß von „interessanten Ansätzen“ fürs Schneider-Areal, will aber nichts sagen, so lange er keine verlässliche Kenntnis der Fakten hart. Frank Goutier sieht die Innenstadt „kurz vor dem Aus“ und fordert Sofortmaßnahmen wie etwa kostenloses Parken. Martin Wolff warnt vor Mutmaßungen in Sachen Schneider. „Das liegt nicht in der Hand der Stadt.“ Aber er möchte auf der Rückseite des Sporgassenplatzes Wohnungen bauen lassen. „Das bringt Menschen in die Stadt, und dann wird auch mehr eingekauft.“ Andreas Henning hält eine Planung für die komplette Innenstadt für nötig. Die Stadt solle versuchen, über ihre Tochter Kommunalbau die Schneider-Immobilie zu übernehmen. Dem pflichtet auch Ingo Jäger bei und plädiert für eine attraktive Gestaltung der Sporgasse.

Und was wollen die Kandidaten tun, damit sich in Bretten neue Unternehmen ansiedeln und dadurch Arbeitsplätze entstehen? Ralf Steinbrenner sieht ein Defizit im Gewerbeflächenangebot. „Wenn ein größeres Unternehmen käme, hätten wir nichts.“ Deshalb solle man schnell mit der Erschließung neuen Baulandes beginnen. Hans-Jürgen Moos sieht die Frage im größeren Zusammenhang. „Die Ansiedlung großer Unternehmen bedeutet auch mehr Verkehr.“ Und so sei die Gewerbeansiedlung zwar die vornehmeste Aufgabe – aber vorher müssten die Verkehrsprobleme gelöst werden. Martin Wolff hat vor allem kleine und mittlere Betriebe im Blick, möchte ihnen vor allem auch in den Stadtteilen Flächen anbieten, auch durch die Erschließung von Brachen.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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8 Antworten zu Wie wird es 2015 in Bretten aussehen?

  1. r.hofmann sagt:

    „Wie wird es 2015 in Bretten aussehen?“

    Einschätzung

    Bestimmt nicht besser als heute sowie vor 24 Jahren! 🙁

  2. kai sagt:

    Noch nicht einmal zwei Drittel der Kinder werden einen Platz bekommen,

    wobei drei Viertel noch eine aufbesserungsbedürftige Anzahl ist.

  3. Gern./Sch. sagt:

    Zur Genauigkeit

    Ein Oberbürgermeister hat noch nie was für mich getan. Musste er auch nicht.

    Alles habe ich bisher stets selbst getan.

    Insofern liegt bei mir kein Problem, weil ich an ihn nicht die geringste Erwartung knüpfe!

  4. mm sagt:

    was sollen die armen Kerle denn machen, sie wollen gewählt werden und müssen in 12 Min jedem sein Häppchen hinwerfen, dem einen sein Bauplätzchen, dem anderen seinen sicheren Arbeitsplatz im neuen Industriegebiet, dem Jung-Bürger sein Bauplätzle und für die Kinder den Kindergartenplatz usw….
    Die Menschen sind nicht Willens, die Realitäten zu erkennen und zu akzeptieren, deshalb wollen sie belogen werden und werden belogen. Wo liegt jetzt das Problem, bei dem, der sie bedient (auch mit Lügen) oder bei denen die unmögliches erwarten…

  5. Dor./Kais. sagt:

    Den Mund voll nehmen und am Ende nur heiße Luft!

  6. hjb sagt:

    Diese Tatsache wird von städtischem unverkennbaren Unvermögen getragen.

    Anders soll verantwortungsvolle kommunale Kindergartenpolitik wohl nicht aussehen?

  7. Ull.Mü. sagt:

    Es gab viele Möglichkeiten, einen guten Eindruck zu machen.

    Warum wurden fast alle ungenutzt gelassen? 🙁

  8. osk. sagt:

    Zumindest weiß ich, wie es in Bretten aktuell aussieht.

    Nämlich so:

    Brettener Woche vom 22.10.2009

    „Hundert Kinder warten auf die Plätze. aber nur 62 können aufgenommen werden.“

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