Ärger über den „Anlüger-Verkehr“

Für Anwohner der Georg-Wörner-Straße wenig Hoffnung auf kurzfristige Lösung
„Wir müssen den Verkehr nach außen umleiten“
Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier
Bretten. Die Hoffnung der Anwohner der Georg-Wörner-Straße konzentrierte sich auf die neue Melanchthon-Akademie. So lange dort gebaut wurde, war die Pforzheimer Straße blockiert, musste der Verkehr auf der B 294 über die Georg-Wörner-Straße in Richtung Süden geführt werden. Dafür hob die Verkehrsbehörde eigens die Einbahnregelung auf. Mittlerweile ist die Akademie eingeweiht, die Baustelle geräumt und auch die Pforzheimer Straße wieder befahrbar.

Doch der Unmut in der Georg-Wörner-Straße wird nicht geringer. Zu Beginn der jüngsten Sitzung des Gemeinderats traten mehrere Bürger auf und forderten, das Provisorium des Gegenverkehrs in ihrer Straße wieder aufzuheben. Und sie verlangten, dass strenger kontrolliert wird, ob Lastwagenfahrer sich an das Durchfahrtverbot halten.

„Die Straße ist gesperrt für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Aber manche halten sich nicht daran. Anliegerverkehr ist zwar zulässig, daraus wird dann manchmal Anlügerverkehr“, erwiderte Oberbürgermeister Paul Metzger und verwies darauf, dass auch schon Verwarnungsgelder kassiert worden seien. Allerdings seien Mitarbeiter der Stadt Bretten nicht berechtigt, Fahrzeuge anzuhalten. Dies mache die Kontrolle schwierig.

Die Lösung des Problems sieht Metzger weder in Kontrollen noch darin, wieder Einbahnschilder aufzustellen. „Wir müssen den Verkehr, der nicht in die Stadt gehört, nach außen umleiten“, sagte Metzger und erinnerte daran, dass vor wenigen Jahren ein finanzierbarer Plan für eine Südwestumfahrung über den Rechberg vorlag. „Aber dieser Plan wurde von Bürgern massiv bekämpft.“

Zur Lösung des Problems in der Georg-Wörner-Straße könnte ein anderes Straßenprojekt beitragen: die direkte Anbindung der von Oberderdingen kommenden Landesstraße 1103 an die Bundesstraße 35 im Brettener Osten. Bisher wird der Verkehr erst in die Stadt und dann wieder nach außen geführt. „Ein Antrag für diese neue Straße, von Bretten, Oberderdingen und Knittlingen gemeinsam gestellt, liegt im Verkehrsministerium in Stuttgart“, erklärte der Oberbürgermeister.

Metzgers Vorstellung: alle klassifizierten Straßen innerhalb der Stadt sollen zu Stadtstraßen herabgestuft werden. Dann muss aber der Verkehr von B 294 und L 1103 auf anderen Wegen um die Stadt herum geführt werden. Alles andere bedeute nur eine Verlagerung von Problemen in andere Bereiche. „Wir wollen die Straßen in der Stadt für Anwohner und Passanten sicherer machen“, verkündete Metzger.
Zur Forderung nach Wiedereinführung des Einbahnverkehrs meinte der Oberbürgermeister: „Ich glaube nicht, dass das die Belastung der Georg-Wörner-Straße wesentlich reduzieren würde.“

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3 Antworten zu Ärger über den „Anlüger-Verkehr“

  1. del- sagt:

    Verkehrsentlasung der Innenstadt nach 24 Jahren Metzger „Regentschaft“

    FEHLANZEIGE! 🙁

  2. Tab. sagt:

    Die Straßenverkehrsbehörde mit „Anlüger-Verkehr“!

  3. mm sagt:

    ist Herr Oberbürgermeister Metzger beim Thema „Anlügerverkehr“ Experte?

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