Spielplatz wird zum Kletterparadies

Investition von 40 000 Euro für die Sanierung des Kinderspielplatzes Im Brückle
Kinderanteil doppelt so groß wie in der Gesamtstadt
Von unserer Mitarbeiterin Ann-Sophie Bauer
Bretten. Spitze Kanten an den Steinen vor der Kriechröhre, mehrere Stolpermöglichkeiten, ein abgenutzter Bolzplatz und weggeworfener Müll – eigentlich ein unerwünschter Zustand für einen Ort, an dem sich viele Kinder und Jugendliche aufhalten. Am Spielplatz Im Brückle in Bretten ist am gestrigen Vormittag doch exakt diese Situation vorzufinden.

Bei der Ortsbegehung erklärt Oberbürgermeister Paul Metzger, dass die ansässigen Eltern mit der Spielanlage nicht zufrieden seien. „1994 wurde der Spielplatz angelegt, seitdem sind die Geräte in die Jahre gekommen, die Grasnarbe des Bolzplatzes ist abgenutzt und die Lichtungen sind zugewuchert“, beschreibt Metzger während seines Rundgangs auf dem Spielplatz im Brettener Neubaugebiet Im Brückle.
Diese Situation sei untragbar, denn das gesamte Erschließungsgebiet sei bewusst kinderfreundlich konzipiert, erklärt Metzger. „Junge Familien werden hier selbst in den Baukosten begünstigt. Es gibt einen Kaufpreisnachlass von 5 000 Euro pro Kind und damit ergeben sich zum Teil Grundstückspreise von unter 200 Euro pro Quadratmeter“, erklärt Frank Bohmüller. Einleuchtend, dass ein solches Angebot von vielen Familien genutzt wird.

„Von den bisher 195 Einwohnern des Erschließungsgebietes sind 74 unter 18 Jahren, das ist ein Anteil von 38 Prozent und somit der doppelte Wert im Vergleich zur Gesamtstadt“, sagt Stadtplaner Ulrich Braun. Auch 25 Kleinkinder unter drei Jahren sind in diesem Anteil eingerechnet. Dies soll auch bei der Sanierung des Spielplatzes berücksichtigt werden.
Es braucht also mehr Möglichkeiten für Kleinkinder. Was das konkret bedeutet? Bauamtsleiter Walter Gruber präsentiert den Plan der Umstrukturierung: „Es werden die Spielgeräte erhalten, die in Ordnung sind, und dazu kommen dann neue, attraktive Spielgeräte hinzu.“ Die Planer haben sich dazu einen „Multifunktionshügel“ einfallen lassen. Dazu gehören Kletterpalisaden, ein Kletterlabyrinth, Rutsche und einer Hangel-Anlage. „Kinder in diesem Alter mögen das Balancieren, Klettern und Hangeln gerne“, sagt Gruber.

Bereits in acht Wochen soll das neue Spielparadies auf 1 700 Quadratmetern fertiggestellt sein. Die Kosten belaufen sich auf rund 40 000 Euro, erklärt Gruber.

Darin ist aber nicht nur die Sanierung der Spielgeräte enthalten, sondern auch das Stutzen der dicht gewachsenen Bäume. Schattige Plätze seien wichtig, aber einige Sonnenstrahlen sollen auch durchdringen können, meint Metzger. „Zusätzlich geht es hier auch die Sicherheit der Kinder, denn man braucht Durchblicke für die soziale Kontrolle“, erklärt der Oberbürgermeister.

Als Verlängerung der neuen Spielplatzanlage ist auch ein Grünzug in Planung, der am künftigen Kinderhaus endet. Auf den insgesamt 6 000 Quadratmetern des ehemaligen Firmengeländes der Firma Fibron wird eine moderne Anlage im Grünen mit Sitzgruppen und mit einer Parkanlage entstehen. „Es ist vieles in Vorbereitung, was dieses Gebiet attraktiver macht. Damit wird das Wohngebiet Steiner Pfad auch weiterhin ein Vorzeigegebiet der Stadtentwicklung sein“, sagt Metzger.

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5 Antworten zu Spielplatz wird zum Kletterparadies

  1. RL sagt:

    „Soziale Kontrolle“ Bäume weg! Frei Sicht für den Blockwart…

    Wir gehen immer mehr und mehr aufs Jahr 1984 zu. Selbst bei den Grünanlagen.

    Noch ein paar Jahre und jedes Kind hat ein Mikrofon / GPS Implantat…

  2. si/z sagt:

    Ein Grünzug in Planung; eine moderne Anlage im Grünen und eine Parkanlage entstehen.

    Ein Wohngebiet will weiterhin ein Vorzeigegebiet der Stadtentwicklung sein?

  3. wern-by. sagt:

    Die Stadt Bretten – ein Herz für Kinder! 🙂

  4. S. sagt:

    Das Regierungspräsidium Karlsruhe?

  5. mm sagt:

    Hurra! Es darf endlich wieder gerodet werden! Weg mit den störenden grünen Laubpinseln, wie schon letztes Jahr im Burgwäldle geschehen, so auch jetzt im Steiner Pfad. Damit die Eltern ihre Kinder von zuhause aus „fern-überwachen“ können. Wer bietet dieser gnadenlosen Zerstörungswut Einhalt?

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