„Wir sehen eine Chance, dass es weitergeht“

Unterschriftenaktion für Erhalt des Kaufhauses Schneider / Heute kommt Insolvenzverwalter
Enge Spielräume führten letztlich zur Zahlungsunfähigkeit
Von unseren Redaktionsmitgliedern Brigitte Bruns und Thilo Kampf
Bretten/Rastatt. Betriebsrat und Gewerkschaft Verdi wollen sich intensiv dafür einsetzen, dass die Schneider-Kaufhäuser in Bretten, Rastatt und Kehl erhalten bleiben. Die Kaufhaus GmbH hatte Ende Juni Insolvenz angemeldet (die BNN berichteten). Auch der Insolvenzverwalter, Harald Kroth, wolle keine Abwicklung, sondern die Häuser nach Möglichkeit weiterführen, erklärten der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Bernard Fösser, und Gewerkschafter Thomas Schark.

Mit einer Unterschriftenaktion, die in den nächsten Tagen in Bretten starten soll, wollen die Mitarbeitervertreter die Bevölkerung, Politiker und Verbände mobilisieren und für den Erhalt des Kaufhauses werben. „In Rastatt lief die Aktion bereits recht erfolgreich an“, berichtet Fössner. „Wir haben viel Resonanz von den Kunden bekommen, dass sie sich wünschen, dass das Kaufhaus weiter bestehen soll.“ Von den Brettener Betriebsräten war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

Am heutigen Donnerstag wird Insolvenzverwalter Kroth die Brettener Belegschaft über die weitere Vorgehensweise informieren. Die Rastatter Kollegen wurden gestern zum ersten Mal vom Herrn des Verfahrens informiert und seien daraufhin „schockiert und etwas verstört“ gewesen, wie es Yvonne Götz, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende des Rastatter Schneider-Kaufhauses, beschrieb.
Nachdem in allen Schneider-Häusern Inventur gemacht worden sei, habe man nun einen genauen Überblick über den Warenbestand. Auch Nachbestellungen von Waren seien möglich, erklärt Bernard Fösser. „Wir wollen den Lieferanten unbedingt signalisieren, dass wir die Rechnungen zeitnah zahlen können. Schließlich machen wir ja Umsatz.“

Aber die Umsatzrückgänge als Folge der allgemeinen Wirtschaftskrise seien trotzdem spürbar. Als vor sechs Jahren die amtierenden Geschäftsführer die Häuser übernommen und umstrukturiert hatten, habe man sich auf dem richtigen Weg gesehen.
Doch enge Spielräume von Banken, Lieferanten und den Eigentümern der Gebäude sowie die Kaufzurückhaltung vieler Menschen hätten letztlich zur Zahlungsunfähigkeit geführt. „Wir sehen aber eine Chance, dass es weitergehen kann. Wenn es völlig aussichtslos wäre, würden wir nicht darum kämpfen“, appellierte Gewerkschafts-Funktionär Schark an die Solidarität aller.

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2 Antworten zu „Wir sehen eine Chance, dass es weitergeht“

  1. S. sagt:

    Schneider Bretten wird wohl Schneider Bruchsal folgen.

  2. RL sagt:

    Tja, ein Funke Hoffnung muss ja immer am Leben gehalten werden. Sonst steht man nach einer Woche ohne Mitarbeiter da. Meiner Meinung nach ein alter Trick… Die Zeit wird es zeigen…

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