Bretten steigt bei Biomethananlage ein

Stadtwerke Bretten und Mühlacker errichten Außenlager im Steinbruch Sämann in Bretten – Knittlinger Schultes einsilbig
Die Stadtwerke Bretten und Mühlacker errichten gemeinsam im Steinbruch Sämann in Bretten ein Zwischenlager für nachwachsende Rohstoffe. Diese werden in der Biomethananlage in den Mühlacker Waldäckern in Gas mit hoher Qualität umgewandelt.
Von Gerhard Franz

Mühlacker/Bretten. Der Gemeinderat Bretten hat das gemeinsame Projekt der beiden Stadtwerke bereits befürwortet. Vorgesehen ist, auf einer Fläche von rund 5000 Quadratmetern innerhalb des Steinbuchs Sämann das Zwischenlager zu errichten. Von dort wird dann die Biomasse mit Lastzügen über die Bundesstraße 35 ins Mühlacker Industriegebiet gebracht. Pro Tag wird mit drei Fahrten von Bretten nach Mühlacker gerechnet.

Wie der Brettener Oberbürgermeister Paul Metzger gegenüber dem MT erläuterte, sind die Stadtwerke der Melanchthonstadt künftig Gesellschafter an der Biomethananlage in Mühlacker. Die Stadtwerke Bretten beteiligen sich mit rund 840000 Euro. Bis zum Herbst soll das neue Zwischenlager in Bretten zur Verfügung stehen. Hauptsächlich wird dort Biomasse gelagert, die von Landwirten aus der Umgebung angeliefert wird, so beispielsweise Mais, Gras oder minderwertiges Getreide, das nicht für die Produktion von Nahrungsmitteln geeignet ist.

Bevor der Brettener Gemeinderat dem Projekt im Steinbruch Sämann zustimmte, hatte ein Gutachter die Auswirkungen untersucht. Oberbürgermeister Paul Metzger: „In erster Linie ging es um mögliche Geruchsbelästigungen für den Bereich des Freibades Bretten.“ Laut Metzger ist damit jedoch nicht zu rechnen. Über das geplante Außenlager wurde auch der Knittlinger Bürgermeister Heinz-Peter Hopp von einem Vertreter der Stadtwerke Bretten ausführlich informiert, betont das Brettener Stadtoberhaupt. Die Zufahrt zum neuen Lagerplatz verläuft über Knittlinger Markung, die eigentliche Fläche ist aber auf Brettener Gebiet. Mit dem Einstieg der Stadtwerke Bretten in die Biomethananlage Mühlacker wolle man auch einen Beitrag für den Umweltschutz leisten, betonte Paul Metzger.

„Lastwagen fahren nicht durch eine Ortslage“
„Es ist ein idealer Standort“, schwärmt Stadtwerke-Chef Jürgen Meeh aus Mühlacker. Bei der Anlieferung mit Lastwagen vom Außenlager Bretten nach Mühlacker müssten keine Ortslagen durchfahren werden. Von Anfang an sei klar gewesen, dass für den Betrieb der Biomethananlage Mühlacker ein Außenlager eingerichtet wird. Im Gespräch war zunächst eine Fläche im Bereich von Pulverdingen im Landkreis Ludwigsburg.

Nach Aussagen von Jürgen Meeh werde die Brettener Lagerfläche mit ihren 5000 Quadratmetern für bis zu 18000 Tonnen Biomaterial ausgelegt. Dass in der Erntezeit von Mais der landwirtschaftliche Verkehr zum Steinbruch zunehmen werde, liege in der Natur der Sache. Mit rund 120 Landwirten der Region habe man Lieferverträge, die auf fünf Jahre angelegt seien – mit Option auf eine Verlängerung. Das Interesse der Landwirtschaft sei so groß, dass es sogar eine Warteliste gebe, unterstreicht Meeh.

Die Mühlacker Biomethananlage hat laut Meeh ihre Erwartungen voll erfüllt. Zunächst ging man von einem jährlichen Rohstoffbedarf von 37000 Tonnen aus, jetzt laufe die Anlage mit rund 30000 Tonnen. Stündlich werden rund 500 Kubikmeter biologisches Gas hergestellt.

Bei der jüngsten Knittlinger Gemeinderatssitzung sprach eine Bürgerin aus dem Wohngebiet „Bergfeld“ die geplante befahrbare Siloanlage im Steinbruch Sämann an. Auf Nachfrage unserer Zeitung am nächsten Tag zeigte sich Bürgermeister Heinz-Peter Hopp recht einsilbig. „Wir müssen uns erst im Gemeinderat eine Meinung bilden.“ Ob darüber noch das Gremium in alter Besetzung entscheidet oder ob es bereits der neue Gemeinderat ist, ließ das Knittlinger Stadtoberhaupt offen. Das Wohngebiet „Bergfeld“ in Knittlingen sei 700 Meter vom Biomasse-Standort entfernt.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Sonstiges abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Bretten steigt bei Biomethananlage ein

  1. Th. sagt:

    Kosten von 840.000 Euro für die Stadtwerke Bretten

    Wovon wird diese Beteiligung bezahlt?

  2. NY sagt:

    mit Geruchsbelästigung sei nicht zu rechnen….

    Das heißt, ziemlich sicher wird es stinken. Wieso redet Metzger eigentlich bloß vom Freibad? Die Wohnlagen dort und in Knittlingen scheinen ihn weniger zu jucken.

  3. RL sagt:

    … denn Geld stinkt nicht! Und gleiches gilt für Energie!

    PS: Noch drei LKWs mehr / Tag die mir die Freude am fahren zur Arbeit versauen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.