Beim Klauen wird vor nichts Halt gemacht

Kriminalitätsstatistik der Polizei: In Bretten 0,04 Straftaten je Einwohner und Jahr
Sorge bereitet das Gewaltpotenzial
Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier
Bretten. Die Furcht, man könne überall und jederzeit Opfer von Gewalttaten werden, hält Rolf Hilpp, der Leiter des Brettener Polizeireviers, für nicht begründet. Aus der Kriminalstatistik 2008, die Hilpp jetzt dem Brettener Gemeinderat präsentierte, geht hervor, dass in Bretten pro Jahr und Einwohner 0,04 Straftaten zu verzeichnen sind.

Und die Zahl ist rückläufig. Registrierten die Ordnungshüter 2007 noch 1 437 Delikte in Bretten, waren es 2008 nur noch 1 237, ein Rückgang von 13,9 Prozent. Die Entwicklung in Bretten ist damit deutlich günstiger als im Umland oder im Landkreis. Die Quote der aufgeklärten Fälle sei zwar etwas zurück gegangen, liege mit 57 Prozent aber noch immer im sehr guten Bereich. Aber Internet-Betrügereien aus dem Ausland seien eben kaum aufzuklären, nannte Hilpp ein Beispiel. Am meisten machen der Polizei Diebstähle zu schaffen, die ein Drittel der Delikte ausmachen. „Wenn es ums Klauen geht, wird vor nichts mehr Halt gemacht“, stellte der Polizeichef fest. In diesen 418 Diebstahlsdelikten sind auch 44 Wohnungseinbrüche enthalten. Zweithäufigste Straftat sind mit 29 Prozent Vermögens- und Fälschungsdelikte. Darunter fallen Betrügereien bei eBay oder Versandhäusern, aber auch die mehr als 104 Schwarzfahrer, gegen die 2008 Anzeige erstattet wurde.

Sachbeschädigungen und Vandalismus rangieren auf Platz drei der Kriminalitäts-Hitliste. Rolf Hilpp erwähnte hier 84 beschädigte Autos, aber auch Zerstörungen an öffentlichen Einrichtungen wie etwa Haltestellen. Eine Steigerung gab es bei den Rauschgiftdelikten, die von 31 auf 41 zunahmen.
Sorge bereitet dem Polizeichef das ständig vorhanden Gewaltpotenzial. Zwar hat die Zahl der Gewalttaten und so genannten Rohheitsdelikte gegenüber 2007 stark abgenommen. Aber 85 Körperverletzungen, davon 29 als „gefährlich und schwer“ eingestuft, seien trotzdem bedenklich. Mit Raub hatte es die Brettener Polizei 2008 in sieben Fällen zu tun, dazu kamen elf Sexualstraftaten.

Überaus positiv äußerte sich Rolf Hilpp zur im vergangenen Jahr erstmals praktizierten neuen Sperrstunden-Regelung beim Peter-und-Paul-Fest. Die Körperverletzungen und Sachbeschädigungen seien wesentlich zurückgegangen: „Unser gemeinsames Konzept ist aufgegangen und sollte fortgesetzt werden.“

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1 Antwort zu Beim Klauen wird vor nichts Halt gemacht

  1. -Ferd.-Ö.- sagt:

    Klauen – ein „Kavaliersdelikt“?

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