Leserbrief : Der Schrei nach Subventionen

Zu „Werden landwirtschaftliche Flächen knapp?“ vom 2. März:
Die Debatte über das Knappwerden landwirtschaftlicher Flächen wird wieder mal sehr einseitig aus der Sicht der Landwirte geführt. In einem eng besiedelten Landkreis wie der Technologieregion Karlsruhe sind 46 Prozent landwirtschaftliche Nutzflächen immer noch viel zu viel. Dem Naturschutz und dem Erholungsraum wird eine viel zu geringe Bedeutung zugewiesen.

In den meisten Naturschutzgebieten (wie etwa in Knielingen oder Wössingen) wird schon massiv Ackerbau betrieben, so dass auch die Natur (und der Mensch) dort immer weniger Rückzugsgebiete hat. Auch wird verschwiegen, dass die Landwirtschaft dabei ist, den Klimakiller Verkehr vom ersten Platz der Umweltschädiger zu verdrängen.

Betriebswirtschaftlich ist der Produktionswert bezogen auf den angerichteten Schaden unangemessen, so dass man einen weiteren Rückgang der landwirtschaftlich genutzten Flächen zugunsten von Naturschutzgebieten und Gewerbegebieten nur erhoffen und begrüßen kann.
Typisch ist auch der Ruf nach der Senkung der Steuer für Biodiesel. Auch hier hört man wieder den Schrei nach Subventionen, denn nichts anderes bedeutet dies.

Es gibt in Deutschland Regionen, in denen genügend Flächen für eine wirtschaftliche Landwirtschaft zur Verfügung stehen. Im eng besiedelten Landkreis Karlsruhe ist das nicht mehr der Fall.

Peter Weigel
Auf der Halle 73
Walzbachtal

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2 Antworten zu Leserbrief : Der Schrei nach Subventionen

  1. hv sagt:

    …“so dass man einen weiteren Rückgang der landwirtschaftlich genutzten Flächen zugunsten von Naturschutzgebieten und Gewerbegebieten nur erhoffen und begrüßen kann.“

    Eine Argumentation, die nur in einem kopflastigen Zustand entstehen kann!

  2. seher sagt:

    „…sind 46 Prozent landwirtschaftliche Nutzflächen immer noch viel zu viel.“

    So lange der Supermarkt um die Ecke noch Lebensmittel (aus der weiten Welt) liefert und die Landwirte vorwiegend Rohstoffe an Stelle von Lebensmitteln produzieren mag diese Behauptung zutreffen.
    Nach den ersten Anfängen der Finanz- und Wirtschaftskrise können sich immer noch die wenigsten Menschen vorstellen, dass es schon Zeiten gab als die Städter für ein paar Kilo Kartoffeln beim Landwirt aushelfen mussten.
    Wenn selbst hoch intelligenten Kenner der Weltwirtschaft die Szenarien von 1929 zur Hilfe nehmen, um heutige Situation zu beschreiben, so sollte man einiges überdenken.
    Denn, nur die Lebensmittel sind für das biologische Überleben notwendig – und die baut bekanntlich der Landwirt an.

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