Betriebsrats-Streit: Niederlage für Deuerer

Landesarbeitsgericht weist Beschwerde zurück
„Wenn wir einen Betriebsrat machen müssen, machen wir ihn“
Von unserem Redaktionsmitglied Thilo Kampf
Bretten/Mannheim. Der Streit um die Einrichtung eines Betriebsrats bei der Brettener Firma Deuerer geht weiter: Das Landesarbeitsgericht (LAG) Mannheim wies eine Beschwerde des Tiernahrungsmittel-Herstellers zurück und bestätigte damit auch das Urteil des Karlsruher Arbeitsgerichtes vom vergangenen Oktober, nach dem Deuerer Betriebsratswahlen möglich machen muss (die BNN berichteten). Die Freude bei Christian Schick, Sekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) über das Urteil hält sich dennoch in Grenzen: „Wir gehen davon aus, dass Deuerer jetzt eine Zulassungsbeschwerde beim Bundesarbeitsgericht einlegt. Die wollen das Ganze so lange wie möglich herauszögern“.

Die Mannheimer Richter hatten dem Unternehmen einen Vergleichsvorschlag angeboten, wonach Deuerer drei Monate Zeit habe, die Wahl mit eigenen Leuten vorzubereiten. Das, berichtet Schick, hätten die Anwälte indes abgelehnt. „Es hieß, dass wir, also die Gewerkschaft, da nicht zuständig sind“. Das sieht Firmengründer Helmut Deuerer genauso: „Wir werden so lange Beschwerde einlegen, bis wir recht bekommen. Und meine Auffassung ist es, dass Herr Schick nichts in unserer Firma zu suchen hat“.
Sollte in letzter Instanz entschieden werden, dass „wir einen Betriebsrat machen müssen, dann machen wir ihn selbstverständlich“, räumt Deuerer ein, „aber mit eigenen Leuten“.

Wie bereits gemeldet, hatte das Arbeitsgericht Karlsruhe Christian Schick als Vorsitzenden des Wahlvorstandes benannt. Zudem wurden die Deuerer-Mitarbeiter Marcus Lansche und Thomas Müller in das Gremium berufen, das die Wahl der Mitarbeiter-Vertretung vorbereiten soll.

Mit den Entscheidungen in den noch laufenden drei Kündigungsschutzklagen rechnet der Gewerkschafts-Sekretär im März/April. „Wir gehen davon aus, dass das Unternehmen die drei ehemaligen Mitarbeiter wieder einstellen muss“.

Das befürchtet auch Helmut Deuerer. Indes: „Wenn wir die Leute einstellen müssen, werden wir sie eben wieder einstellen. Aber wir werden das so lange hinauszögern, wie es rechtlich möglich ist. Denn die haben sich gegen den Betriebsfrieden gestellt“.

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5 Antworten zu Betriebsrats-Streit: Niederlage für Deuerer

  1. nils-krt. sagt:

    Die Firma Deuerer hat einen Betriebsrat! 🙂

  2. nils-krt. sagt:

    Zeichnet so beide Vertragspartner aus!

  3. nils-krt. sagt:

    Und das Unternehmen kriegt den abgeholzten Rüdtwald ganz allein für sich!

  4. RL sagt:

    „Wir werden so lange Beschwerde einlegen, bis wir recht bekommen.“ Naja, ein bißchen wie der BAK, aber der bekommt ja auch nicht immer recht – das gibt Hoffnung :-).
    Wobei mich die Vorgehensweiße an die aktuelle Politik in vielen Bereichen erinnert… Gebetsmühlenartig immer etwas predigen auch wenn es vielleicht das falsche ist… Irgedwann hat man das Glück nicht vom Bundesverfassungsgericht gebremst zu werden.

    Ein weiterer Trend: Per Salamitaktik Masterplan xyz durchsetzen – auch wenn noch so Bürgerfeindlich… Bin gespannt ob das auch noch kommt…

  5. Proll sagt:

    zu was wir gezwungen werden, machen wir.Mehr aber auch nicht. So könnte man die Haltung der Firma Deuerer ihren Mitarbeitern gegenüber zusammenfassen.
    Der „größte Steuerzahler“ der Stadt und Förderer der „Aktion Mensch“, vergißt wohl, dass auch seine Mitarbeiter Menschen sind?

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