Von A wie Abwasser bis Z wie Zucker

Stadt Bretten ist an zahlreichen Unternehmen und Einrichtungen beteiligt / OB legt Bericht vor
Kapitalgesellschaften erwirtschafteten Gewinne
Von unserem Redaktionsmitglied Thilo Kampf
Bretten. Von A wie Abwasser bis Z wie Zucker reicht die Palette der Einrichtungen, Unternehmen und Zweckverbände, an denen die Stadt Bretten beteiligt oder in denen sie Mitglied ist. Dies geht aus dem Beteiligungsbericht 2007 hervor, den Oberbürgermeister Paul Metzger jüngst der Öffentlichkeit präsentierte. Der Bericht sei „ein eindrucksvoller Beleg für die vielfältigen Leistungen, die außerhalb der klassischen Verwaltung erbracht werden“ und stelle einen Überblick über die Struktur des „Konzerns Stadt Bretten“ inklusive einer Analyse, wie profitabel die einzelnen Engagements seien, dar, erklärte Metzger.

Drei Kapitalgesellschaften gehören der Stadt zu 100 Prozent – die Kommunalbau GmbH, die Stadtwerke und die Städtische Wohnungsbaugesellschaft. Im Jahr 2007 war die Stadt zudem mit 37,5 Prozent am European Study Center der University of Southern Queensland (USQ) beteiligt. Die USQ selbst hielt weitere 37,5 Prozent, den Rest teilten sich der Landkreis Karlsruhe, die Sparkasse Kraichgau und die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe – mit jeweils 8,33 Prozent.
Nachdem die Gesellschafterversammlung des European Study Centers (ESC) am 27. Februar 2008 die Auflösung dieser Gesellschaft beschlossen hatte (die BNN berichteten), ist das Studienzentrum als städtische Einrichtung in die Volkshochschule Bretten integriert. Zuletzt waren die Studentenzahlen stark zurückgegangen, was Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung hatte. Nachdem 2006 bereits knapp 17 400 Euro Verlust eingefahren wurden, summierte sich der Bilanzverlust Ende 2007 auf knapp 52 300 Euro. Die wurden in voller Höhe auf das Jahr 2008 übertragen.

Erfreulicher aus Sicht des Kämmerers gestaltete sich dagegen die Entwicklung der eigenen Kapitalgesellschaften: Die Stadtwerke verzeichneten 2007 einen Jahresüberschuss von knapp 450 000 Euro; die Städtische Wohnungsbau GmbH erwirtschaftete einen Jahresüberschuss von 168 000 Euro und die Kommunalbau GmbH machte 2007 ein Plus von 94 000 Euro.
Rund 201 000 Euro ließ sich die Stadt die Ausbildung des musikalischen Nachwuchses in der Jugendmusikschule Unterer Kraichgau kosten. Dem 1975 gegründeten Verein gehören neben Bretten noch elf Kommunen an. Auch die Theaterkultur wird von der Stadt Bretten unterstützt: Der Verein Badische Landesbühne freute sich 2007 über knapp 17 900 Euro.
Zu 100 Prozent betreibt Bretten den Eigenbetrieb Abwasser, dessen Aufgabe darin besteht, das im Stadtgebiet anfallende Abwasser zu sammeln, zu reinigen und schadlos abzuleiten. Mit sieben weiteren Kommunen gründete Bretten 1971 den Abwasserzweckverband „Weißach- und Oberes Saalbachtal“, der die Kläranlage Heidelsheim betreibt. Bretten hält 45 Prozent des Stammkapitals, das sind 10,56 von 23,4 Millionen Euro. Und 348 000 Euro (6,1 Prozent des Stammkapitals) steuert die Stadt beim Abwasserzweckverband „Oberer Kraichbach“ bei, der für das Abwasser des Stadtteiles Bauerbach zuständig ist. An der Technologieregion Karlsruhe beteiligte sich Bretten 2007 mit 21 000 Euro.

Finanzkrise hin oder her – die Stadt hat Geld auch krisenfest angelegt: So hält sie Anteile im Wert von 2 310 Euro am Kapital der Volksbank Bruchsal-Bretten (rund 16 Millionen Euro). Und sie besitzt mehrere Aktienpakete der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt – im Gesamtwert von derzeit 100 000 Euro.

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12 Antworten zu Von A wie Abwasser bis Z wie Zucker

  1. Leibd. sagt:

    Antwort für -an-i-

    Das wissen die, welche Informationen (Märchen?) hinter verschlossenen Türen gehört haben! 🙂

  2. -an-i- sagt:

    BNN v. 05.01.2010
    „Bretten legt den Beteiligungsbericht 2008 vor“

    An Stelle von A-Z jetzt BB.
    Brettener Beteiligungsbericht!
    …und fünf Tage früher.

    Immerhin vor dem Neujahrsempfang. Nicht dass die Besucher möglicherweise nach der Geschichte Koch fragen. Wie weit diese „Beteiligung“ fortgeschritten ist?
    Wer weiß das? 🙁

  3. iris dt. sagt:

    Und…Bredde wau wau! 🙂

  4. Dam. sagt:

    Die beiden Ämter im Zusammenhang mit irgendwelchen Prüfungen bei der Stadt Bretten kann ich mir bestenfalls in der fünften Jahreszeit vorstellen. Helau! 🙂

  5. Nolt./Hues. sagt:

    Und eventuell die Gemeindeprüfungsanstalt Baden-Württemberg in Karlsruhe?

  6. Nolt./Hues. sagt:

    Vielleicht doch die Rechtsaufsicht im Regierungspräsidium Karlsruhe?

  7. -A-H. sagt:

    Was mit den Brettener Beteiligungen im Jahr 2007 war, will am 10. Januar 2009 keiner mehr wissen! 🙁

  8. Chr.Z. sagt:

    So etwas wie kalter Kaffee und Schnee von gestern! 🙁

  9. ralf sagt:

    Wenn der Beteiligungsbericht 2007 in der Tageszeitung am 10. Januar 2009 vorgestellt wird, dann fehlt es ihm zweifellos an einer gewissen Aktualität.

  10. - zuk- sagt:

    Wohl eher nichts! 🙁

  11. Dam. sagt:

    Was bringen die Beteiligungen an der Technologieregion Karlsruhe mit 21 000 Euro sowie die Anteile am Kapital der Volksbank Bruchsal-Bretten mit 2 310 Euro ein?

  12. mm sagt:

    aus gegebenem Anlass, Herr Redakteur, hier nochmals mein Kommentar vom 2.2.2007 zu Ihren Artikeln vom 9.1.2007 und 3.11.2004 :

    Am 9.1.2007 titelt die BNN : “Von Abwasser bis Zucker – Bretten ist immer dabei”. Ist das wirklich neu? Eigentlich nicht, dieses Artikelchen haben wir doch bereits am 3.11.2004 präsentiert bekommen, damals hieß es : “Von Abwasser bis Zucker hat die Stadt Beteiligungen“, Inhalt praktisch identisch!
    Aber vielleicht haben die BNN ja eine andere Einschätzung ihrer Zielgruppe (Leserschaft) und deren Erinnerungsvermögen. Sollte der nächste “A-Z-Artikel” vielleicht besser so getitelt werden:
    “Von Alzheimer bis Zahnstein, für jeden soll was dabei sein”??

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