“ Hauptschul-Rebell“ fordert eine neue Schule

Bosch: Es kann nicht länger um Reparaturen gehen
„Es darf keine ideologischen Gräben mehr geben“

Ulm (dpa/lsw). Der als „Hauptschul-Rebell“ bekanntgewordene Ravensburger Schulleiter Rudolf Bosch fordert eine Reform des Bildungssystems: „Die Wissensgesellschaft im Migrationsland Baden-Württemberg braucht eine neue Schule, die allen Schülern gerechte Chancen eröffnet“, schreibt er in einem Zeitungsbeitrag. Das gegliederte Schulsystem sei aus dem vorletzten Jahrhundert und leiste dies nicht mehr. Es sei aus sozialen Gründen nicht zukunftsfähig, hinke international hinterher und sei nicht wirtschaftlich.
„Das bedeutet, dass es in der Schulpolitik nicht länger um Reparaturen am alten System gehen kann“, schrieb Bosch. Vielmehr müssten alle Beteiligten eine echte Reform anstreben. „Dafür wiederum darf es keine ideologischen Gräben mehr geben und kein altes Besitzstandsdenken.“ Er regte daher einen „echten Bildungsgipfel“ an.

Der Rektor war bereits 2007 mit einem offenen Protestbrief gegen das dreigliedrige Schulsystem an Kultusminister Helmut Rau (CDU) bekanntgeworden. Im Mai 2007 waren Bosch und seine Mitstreiter ins Tübinger Regierungspräsidium einbestellt worden. Er rief eine Initiative für längeres gemeinsames Lernen ins Leben.
Bosch fordert in der Zeitung eine wohnortnahe Ganztagsschule, in der alle Kinder und Jugendlichen bis zum Ende der Pflichtschulzeit gemeinsam lernen. Die Pflichtschulzeit soll seiner Meinung nach auf zehn statt neun Jahre heraufgesetzt werden. Nach dem Kindergarten und der Grundschule sollen alle Schüler ohne Auslese bis zum Ende dieser Pflichtschulzeit gemeinsam lernen. „Es ist ein Märchen, dass in möglichst homogenen, gleichen Gruppen besser gelernt wird als in anderen.“
„Von einer �Belehranstalt“ wandelt sich diese Schule in ein Haus des Lebens und Lernens, aus dem niemand verwiesen werden kann, weil er in dem einen oder anderen Bereich Defizite hat“, schrieb Bosch als Gastautor weiter. Es gehe nicht mehr um das Bestrafen von Fehlern, sondern darum, die Stärken der Kinder zu fördern.

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2 Antworten zu “ Hauptschul-Rebell“ fordert eine neue Schule

  1. -el- sagt:

    „Es gehe nicht mehr um das Bestrafen von Fehlern, sondern darum, die Stärken der Kinder zu fördern.“

    Wird das tatsächlich gewollt? Das wäre zu schön um wahr zu sein!

  2. -rand/-new.- sagt:

    Man könnte meinen, das ist der Anfang vom Untergang des Abendlandes. 🙁

    Allerdings sollte man bereits vorher auch wissen, wo es sich befindet! 🙂

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