Viele Geschäftsleute in gesperrter Straße verzeichnen deutlichen Umsatzrückgang seit Beginn der Sanierung
20 bis 30 Prozent Umsatzrückgang beim Bäcker
Von unserem Redaktionsmitglied Joachim Schultz
Bretten. Sand, Staub, Krach – die Verhältnisse sind alles andere als einkaufsfreundlich. Fußgänger, die in der Melanchthonstraße zwischen der Einmündung Hirschstraße und dem Kaiserdenkmal unterwegs sind, müssen einige Erschwernisse in Kauf nehmen. Für Autofahrer ist dort seit Wochen wegen der aufgerissenen Straße gar kein Durchkommen mehr. Dieser Zustand hat noch eine Weile Bestand. Doch Geschäftsleute auf beiden Seiten der aufgebuddelten Melanchthonstraße sehnen das Ende der Bauarbeiten herbei. Viel Laufkundschaft bleibt weg und deswegen ist weniger in der Kasse. Der eine oder andere Geschäftsinhaber spricht gegenüber den BNN sogar von erheblichen Verdiensteinbußen seit dem Beginn der Sanierung.
„Ich bin so froh, wenn die Straße wieder befahrbar ist. Alle Ladenbesitzer leiden unter den Bauarbeiten“, erzählt eine Selbstständige, die nicht genannt werden möchte. Andere werden deutlicher. Beispielsweise Elke Leuchtenberger, die den Buchladen „Lesezeichen“ betreibt. „Am 1. September öffnete ich den Laden. Es lief auch gut an. Doch seit dem Beginn der Arbeiten gingen die Einnahmen um 50 Prozent zurück. Wenn ich gewusst hätte, dass vor meinem Laden für eine längere Zeit eine Baustelle eingerichtet wird, hätte ich bis zum Frühjahr gewartet.“ Sie müsse nun eben die Messlatte, was den Verkauf anbelangt, nach unten legen, erzählt die Buchverkäuferin. Um auf die Situation der betroffenen Einzelhändler aufmerksam zu machen, liebäugelte sie mit einem gemeinsamen Aufruf an die Brettener, weiter die Läden in der Melanchthonstraße aufzusuchen. „Doch die Resonanz unter den Geschäftsleuten auf meinen Vorschlag war enttäuschend“, sagt Leuchtenberger.
Auf etwa 20 bis 30 Prozent beziffert Konditormeister Ulrich Autenrieth das Umsatzminus der letzten vier Wochen. Seine Idee, mit einem mobilen Verkaufswagen den Rückgang zu mildern, gelinge jedoch nur zum Teil. „Ich glaube, dass die Sanierung besser im Frühjahr angegangen worden wäre, weil dann das Wetter besser ist. Außerdem kann bei längerem Tageslicht länger gearbeitet werden. Jetzt muss man mit Schnee und Eis rechnen, was den Fortgang sicher verzögern wird“, schildert Autenrieth.
Auf der anderen Straßenseite wartet Valentino Trabucchi auf Gäste in seinem Restaurant „La Laterna“. Zwei Männer verlieren sich kurz vor 13 Uhr in der Gaststätte und essen Pizza. „Das Geschäft leidet stark unter der Straßensperrung und dem erschwerten Zugang.“ Mittags sei so gut wie gar nichts mehr los, und auch abends blieben viele Tische leer, so Trabucchi. „Wenn es regnet, will doch niemand durch den Baustellenmatsch laufen. Nach Einbruch der Dunkelheit bleiben Besucher weg, weil sie auf der Umleitungsstrecke das Restaurant nicht wahrnehmen. Zum ersten Mal muss ich von der Substanz leben, um über die Runden zu kommen.“
„Die Bauleute bemühen sich, möglichst bald fertig zu werden“, sagt Volker Dörsam, Inhaber des Betriebs „hausgemacht“. Es sei nicht ganz einfach, die Umsatzeinbrüche zu verkraften. Vor allem die Kunden, die mit dem Auto unterwegs sind und normalerweise vor dem Laden parken, blieben wegen der Straßensperrung aus. „Mehr Kundenfreundlichkeit hilft weiter. Wir bieten an, die Einkaufstasche bis zum Wagen zu tragen.“
Von einer Belastung durch Dreck und Lärm spricht Gabriela Leinberger von der Hirsch-Apotheke. „Man merkt die schwierigen Verhältnisse für die Kunden, aber ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Wir haben darauf reagiert und bieten verstärkt einen Ausfahrdienst für Medikamente an“, so die Apothekerin.
In China:
7000km Autobahn / Jahr
In Bretten:
28 Meter Dorfstraße / Monat
China bekommt Entwicklungshilfe von Deutschland… Warum nicht umgekehrt?
Buddeln allerorten zu Lasten der Menschen!
Zählen „kleine“ Einzelhändler zu den Unternehmern im Sinne des Unternehmerfreundes Metzger?
der interessiert sich nicht mehr für Verkehr, wahrscheinlich altersbedingt 🙂
Hat jemand schon beim OB Metzger nachgefragt und Lösungen des Problems angefordert?
Er hat durch die Baustelle keinen Verdienstausfall und ist außerdem ja soooo unternehmerfreundlich.