Konstanz: Keine Beteiligung an Kohlekraftwerk

27.06.2008 Konstanz. Konstanz lehnt anders als das ebenfalls grün-regierte Tübingen eine Beteiligung am geplanten Kohlekraftwerk in Brunsbüttel ab. Der Gemeinderat hat gegen den Willen der Konstanzer Stadtwerke mit großer Mehrheit gegen das Projekt gestimmt, wie ein Sprecher der Stadt heute mitteilte. Damit steigt die Stadt aus dem Gemeinschaftsprojekt von mehreren Dutzend süddeutschen Kraftwerken aus.

Das neue Kohlekraftwerk soll nach 2011 das Kernkraftwerk in Brunsbüttel (Niedersachsen) ersetzen. Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank steht hinter dem Gemeinderat. Dagegen befürwortet sein Tübinger Amtskollege Boris Palmer das neue Werk.

„Ich bin aus finanziellen und umweltpolitischen Gründen gegen das Kohlekraftwerk“, sagte Frank. Die Wirtschaftlichkeit der Energiegewinnung aus Kohle und die Einhaltung der Klimaziele seien nicht gewährleistet. „Wir müssen auf erneuerbare Energien setzen“, betonte er. Palmer hat entgegen den Wünschen seiner Partei einen Rückzug aus dem Kohlekraftwerksprojekt abgelehnt. Die Stadtwerke müssten selbst Strom produzieren, um Geld zu verdienen und sich von den großen Energiekonzernen unabhängig zu machen, hat er erklärt.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben das Votum des Gemeinderats begrüßt. „Die Konstanzer Entscheidung ist ein starkes Signal auch für andere Gemeindevertretungen, sich nicht mehr am Neubau von Kohlekraftwerken zu beteiligen“, sagte DUH-Geschäftsführer Rainer Baake. „Wir sehen in dieser mutigen Konstanzer Entscheidung einen Dammbruch“, meinte Baden-Württembergs BUND-Vorsitzende Brigitte Dahlbender.

red
27.06.2008

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6 Antworten zu Konstanz: Keine Beteiligung an Kohlekraftwerk

  1. udo sagt:

    Wohl eher nicht! 🙁

  2. kutt. sagt:

    Vielleicht kriegt Palmer eine Erleuchtung. 🙂

  3. i-L sagt:

    Der Oberbürgermeister von Tübingen Palmer (Grüne) kann sich mit seinem Konstanzer Amtskollegen Frank über dessen mutigen Schritt einmal so richtig austauschen.

  4. Lis.-My. sagt:

    Im Brettener Gemeinderat wird es wohl über volkstümliche Lippenbekenntnisse gegen Kohlekraftwerke in der Region nicht hinausgehen.

  5. äth. sagt:

    Das war eine gute Entscheidung des Konstanzer Gemeinderates.

  6. Hub.Gr. sagt:

    Die Brettener Herren GF Kleck und OB Metzger sind weiterhin noch stramm dabei.

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