Gewitterstimmung

Jeder redet über das Wetter und beschwert sich doch darüber, wenn andere nichts Besseres zu tun haben. Der Tratsch über die lästigen Launen der Natur gehört für den Spießbürger in der wetterfesten Stube genauso zur täglichen Unterhaltung wie für den von Regen und Sonne abhängigen Bauern und Gärtner. Jetzt aber scheint sich etwas Grundlegendes geändert zu haben: Das Wetter muss nicht mehr dramatisiert werden. Der gefährliche Klimawandel durch die Erderwärmung mittels CO2-Ausstoß beim Verbrennen fossiler Energie wird in der Karlsruher Stadtpolitik nicht mehr bezweifelt.
Was über viele Jahre als Panikmache grüner Köpfe angesehen wurde, ist heute Allgemeingut bei Parteien und Verwaltung. Wenn in diesen Tagen der Gewitterstimmung in Karlsruhe also sehr viel über das Wetter gesprochen wird, dann schwingt die Furcht vor den Gefahren des Klimawandels mit.

Das Wetter ist jetzt zum Thema von großer Bedeutung für die Menschen geworden. Jeder weiß, wenn die Zahl der lokalen Starkregen zunimmt, kann es auch leicht Karlsruhe treffen. Dass sich die Stadt mit der Erweiterung von Stauräumen präventiv anstrengt, ist so gut wie notwendig. Aber auch die Feuerwehr und die Bürger selbst müssen lernen, sich richtig bei einer Wasserkatastrophe zu verhalten.
Gleichzeitig aber baut Karlsruhe sein Sündenregister beim Klimaschmutz aus. Mit dem weiteren Kohlekraftwerk legt man konträr zu allen globalen und lokalen Klimaschutzschwüren beim CO2-Ausstoß mächtig zu. Selbst die Stadtverwaltung bekennt, dass man eigentlich alle Klimaschutz-Bemühungen einstellen könnte, wenn man dies dem Karlsruher Umweltkonto zurechnet.

Rupert Hustede

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