Kindergarten mit ganz neuer Konzeption am Steiner Pfad

Starke Unterstützung durch Gemeinderätinnen und OB Paul Metzger.
Bretten. (gm) Im Kindergartenbedarfsplan, der augenblicklich erstellt wird und demnächst vom Gemeinderat beraten werden soll, ist sie jetzt – nicht zuletzt auf Anweisung von Oberbürgermeister Paul Metzger – aufgenommen worden: Die Kindertagesstätte für den Bereich St. Johann, Steiner Pfad und das Krankenhaus-Gebiet. Durchatmen bei den Gemeinderätinnen, die den neuen Kindergarten im Rahmen ihrer fraktionsübergreifenden Arbeit in ihren Forderungskatalog aufgenommen haben. „Wir sind uns einig, dass wir dieses Konzept wollen“, stellt Renate Knauss (SPD) stellvertretend für ihre Gemeinderats-Kolleginnen fest, die alle für eine schnelle und flexible Realisierung des Vorhabens votieren. Einen starken Mitstreiter haben sie in Metzger gefunden, der sich von dem Konzept des Hohberghauses, das den Kindergarten mit Krippen-plätzen und ungewöhnlich langen und flexiblen Ganztagszeiten betreiben will, überzeugt zeigt: „Das hat meine volle Unterstützung“. Eine weitere Vorgabe für den OB, sich für den neuen Kindergarten einzusetzen: „Seit vielen Jahren ist die öffentliche Infrastruktur jenseits der Bahnlinie vernachlässigt worden. Nach der Wohnbebauung am Steiner Pfad – einem Baugebiet, für das wir besonders junge Familien geworben haben und für das ein zweiter Abschnitt geplant ist – müssen wir hier die Betreuung der unter Sechsjährigen verbessern. Eine entsprechend große Einrichtung ist vorzusehen“.

Das Konzept hatte Jochen Röckle, Leiter des Brettener Hohberghauses, bereits bei der inzwischen zu den Akten gelegten Planung eines Altenheimes und generationsübergreifenden Wohnens auf dem freien Baufeld an der Carl-Benz-Straße angedacht. Zu den ungewöhnlich langen und flexiblen Öffnungszeiten (7 bis 18 Uhr) für die zunächst geplanten 15 Plätze für eine altersgemischte Ganztagsbetreuung von 0 bis sechs Jahren und zehn Krippenplätze kommt ein weiteres Novum: Röckle möchte Betriebskindergarten-plätze für benachbarte Firmen integrieren. „Das Interesse ist da“, stellt Röckle fest und erhält auch für diese Planung Unterstützung von Gemeinderätinnen und OB Metzger, der in dieser Form des Kindergarten-Angebots einen starken Standortfaktor sieht: „Betriebe können nur dann innovativ arbeiten, wenn sie entsprechendes Fachpersonal zur Verfügung haben. Ein Betriebskindergarten mit diesen Öffnungszeiten kann ein Anreiz sein, sich auch aus dem Umland nach Bretten zu bewerben.“ Ein weiterer Vorteil. Die Zahl der Krippenplätze würde sich erneut erhöhen – für viele junge berufstätige Mütter, die in Bretten gegenwärtig auf den Wartelisten der privaten Anbieter stehen, eine Erleichterung. Die Gemeinderätinnen verweisen auf die gesetzlichen Vorgaben für 2013: „Wir müssen uns beeilen, dieses Ziel zu erreichen“, sagt Monika Michel (Grüne). „Im Prinzip müssten wir in Bretten 29 Plätze pro Jahr schaffen, um die Vorgabe von 35 Prozent zu schaffen“.

Ähnlich sieht das auch Metzger: „Wir haben das Stichwort Krippenplätze zu diskutieren und möglicherweise Kindergarten-Angebote in Krippenplätze umzuwandeln“. Eine Möglichkeit hat er im Visier – und liegt dabei wiederum auf einer Linie mit den Frauen im Gemeinderat: Die nicht mehr benötigten Fertighäuser – besser bekannt als „Containerlösung“ – für Grundschule und den Kindergarten Sonnenblume könnten eventuell Krippenplätze aufnehmen. Für die Einrichtung beim Baugebiet Steiner Pfad gibt es dann zwei Möglichkeiten: Einmal einen Geschoss-Wohnungsbau mit integriertem Kindergarten im Erdgeschoss – oder neue Fertigbauten. „Wir stehen grundsätzlich positiv zu der Container-Lösung“, bezieht das interfraktionelle Frauengremium dezidiert Stellung. „Das ist eine flexible Lösung – und schnell realisierbar“. Auch Röckle bezieht eindeutig Stellung für die Fertigbauten. „Damit könnten wir bereits in diesem Jahr starten. Und die Einrichtung wäre bei wachsendem Bedarf schnell erweiterbar“. Denn er ist sicher: „Die jetzt geplanten Plätze dürften schnell voll sein“. Angliederbar wären zudem relativ einfach zusätzliche Angebote wie zum Beispiel eine Beratungsstelle für Früherziehung oder ein von privater Seite angedachter Treffpunkt mit Beratung für junge Mütter mit Säuglingen.

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10 Antworten zu Kindergarten mit ganz neuer Konzeption am Steiner Pfad

  1. -Jürgm. sagt:

    Was erkennen wir daraus?

    Mit der Allgemeinheit (Bevölkerung) lässt sich vorzüglich herumwirtschaften!

  2. g-/-f sagt:

    Dem dann kritiklos und einstimmig zugestimmt wird!

  3. dos sagt:

    Und weil bereits ein zweiter Bauabschnitt geplant ist.

  4. Lud sagt:

    Weil die genau wissen, was für die Allgemeinheit gut ist.

  5. IDR- sagt:

    Es soll ja unter denen – den Volksvertretern -bleiben.

  6. äth. sagt:

    „Die Allgemeinheit zahlt 20 bis 40 Prozent der Erschließungkosten neuer Baugebiete.“

    Und der Allgemeinheit ist das doch völlig egal, weil sie in diesem Punkt unwissend ist.

  7. mm sagt:

    „für das ein zweiter Abschnitt geplant ist“. Bretten treibt den Wahnsinn an Flächenverbrauch und Umweltzerstörung munter weiter. Sinkende Bevölkerungszahlen werden ignoriert, schaut man sich an, wer die Kosten für neue Baugebiete trägt, wird einiges klarer : „Wer zahlt die Kosten der Zersiedlung?

  8. -fc- sagt:

    „…im Rahmen ihrer fraktionsübergreifenden Arbeit…“
    Kompliment an die Frauen!

    „…nicht zuletzt auf Anweisung von Oberbürgermeister Paul Metzger…“
    Also haben sie Herrn Metzger gezeigt wo es lang geht – bei den Männern undenkbar!?

  9. Mx.-L. sagt:

    Mit der geballten Frauen-Power – s. Riesenfoto auf der Titelseite – hat es ja endlich geklappt.

  10. -az- sagt:

    Der Bedarf für einen Kindergarten in einem Neubaugebiet für junge Familien kommt immer so plötzlich wie Weihnachten.
    Selbstverständlich braucht man solche Einrichtungen für eine funktionierende Infrastruktur. Dass man solches aber bereits bei der Erstplanung einbezieht ist scheinbar in Bretten nicht möglich. Da tun sich Parallelen zur Kupferhälde auf.
    Dabei wird zugegeben, dass „Seit vielen Jahren ist die öffentliche Infrastruktur jenseits der Bahnlinie vernachlässigt worden….“
    Und dann erwartet man wohl noch lobende Worte…

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