Ringen um Stadion-Umbau geht weiter

Wildpark-Kommission tagt drei Stunden ohne Ergebnis / Investor für Metzger-Modell
Von Michael Nückel und Florian Konrad
Im Rathaus herrschte gestern Abend Hochbetrieb: Schauspieler in Militäruniformen und mit Mülltüten bekleidete Akteure huschten durchs Treppenhaus – das Staatstheater gab das Stück „Rome Democracy“. Nicht minder turbulent ging es nebenan zu: Es tagte die Wildpark-Kommission. Drei Stunden lieferten sich die Fraktionen und Oberbürgermeister Heinz Fenrich „beinharte Verhandlungen“, wie es CDU-Stadtrat Bernhard Weick formulierte. „Es wird gerungen um die Sache“, so Weick weiter. Am Ende viel Theater um nichts.
„Es reicht nicht für eine Vorlage“, musste Fenrich feststellen. In der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 6. Mai wird es keine Vorlage zum Umbau des Wildparkstadions geben. Im Mittelpunkt der sachlichen Diskussionen stand die Kostenfrage. Am 8. April hatte OB Fenrich die Stadträte mit der überraschenden Nachricht konfrontiert, dass sich die bisherigen Stadionpläne von rund 58 Millionen Euro um bis zu 17 Millionen Euro verteuern können. Als Grund dafür bezeichnete er neue Forderungen, unter anderem die Parkplätze.
Von den Parteienvertretern verlangte er deshalb ein neues Mandat. Würden sie eine Verteuerung des Umbauprojektes, die zu einer Erhöhung des jährlichen Zuschusses der Stadt von bisher 1,6 auf 4,6 Millionen führen würde, absegnen und mittragen? Das war die Frage.

Nein, lautete die Antwort, nachdem die Gemeinderatsparteien in Klausur gegangen waren und ein Gespräch mit der KSC-Spitze geführt hatten. CDU, SPD, FDP/Aufbruch und KAL halten danach an dem bisherigen Kostenrahmen von 58 Millionen Euro fest. Und sie erwarten gleichzeitig, dass damit auch das gesamte Raumprogramm erfüllt werden kann – also auch die zum Schluss strittigen Parkplätze.
„Gesucht wird ein politischer Preis, eine Zahl, die die Befürworter in der Öffentlichkeit ohne Gesichtsverlust nennen können“, meinte Grünen-Stadtrat Tim Wirth. Eine solche Zahl konnte bislang nicht gefunden werden.
Unterdessen meldete sich Brettens OB Paul Metzger erneut zu Wort. Er freue sich, dass die Parteien im Karlsruher Gemeinderat die Notwendigkeit einer Uefa-tauglichen Arena bestätigt haben und den Umbau des Wildparkstadions nun doch bereits 2009 realisieren wollten. Dennoch sei dies für ihn nur die zweitbeste Lösung.
Metzger favorisiert weiterhin einen Neubau am Standort Gleisdreieck nahe der A 5. „Eine schriftliche Investorenzusage liegt mir vor“, teilte er mit.

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3 Antworten zu Ringen um Stadion-Umbau geht weiter

  1. FR.-Now. sagt:

    Waren damals die Rüdtwald-Investoren real oder irreal, Herr Metzger?

  2. seb. sagt:

    Interessant, dass ihm (Metzger) eine schriftliche Investorenzusage vorliegen soll, wo er dafür doch ganz bestimmt nicht der richtige Adressat ist.

  3. mm sagt:

    dieser Investor ist so real, wie die „schlangestehenden“ Investoren im Rüdtwald in Bretten. Gut, dass die Gemeinderäte in Karlsruhe nicht so „gutgläubig“ sind, wie ihre Kollegen in Bretten!!

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