„Jung und Alt sollen voneinander profitieren“

Bürgermeister Markus Rupp stellt Konzeption für Netzwerk der Generationen in Gondelsheim vor
Von unserem Redaktionsmitglied Thilo Kampf
Gondelsheim. Ein Netzwerk der Generationen möchte Bürgermeister Markus Rupp in Gondelsheim schaffen. Auf Initiative der Gemeinde trafen sich dieser Tage die Verantwortlichen der Kindergärten, der Schule und des Seniorenhauses „Schlossblick“, um eine Konzeption für eine Zusammenarbeit ihrer Einrichtungen zu erarbeiten. „Unser Ziel ist es, das Miteinander der Generationen zu stärken“, so die Vorgabe von Rupp. Kinder und Senioren sollten in der Gemeinde nicht separiert werden, sondern „gegenseitig von einander lernen und profitieren.“
Zunächst sind Besuche von Schülern der Kraichgauschule bei Geburtstagen der Senioren im Haus Schlossblick geplant, weiterhin regelmäßige Besuche von Kindern des Kindergartens „Villa Kunterbunt“, des Kindergartens „Am Saalbach“ oder von Schülern der Kraichgauschule. Die Termine werden dabei von der Schulleitung koordiniert.
Als Aktivitäten können sich die Verantwortlichen – je nach Jahreszeit und anstehenden Festtagen – gemeinsames Kochen und Backen, gemeinsames Basteln, Faschingsfeiern, Musizieren oder Theateraufführungen vorstellen.
Ursprünglich hatte man um das Jahr 2000 an der Bahnhofstraße eine kombinierte Anlage von stationärer Altenpflege, betreutem Wohnen und Kindergarten unter einem Dach geplant, das „Gondelsheimer Haus der Generationen“. Aufgrund städtebaulicher Hindernisse sowie unlösbarer finanzieller Fragen ließ sich das Projekt indes nicht wie gewünscht umsetzen. Stattdessen entstand nur das Betreute Wohnen „Am Saalbach“ mit 17 Wohneinheiten.

Als aber im vergangenen Jahr eine weitere Senioreneinrichtung, das Haus Schlossblick, eröffnet wurde, das über 30 stationäre Pflegeplätze und acht Betreute Wohnungen verfügt, waren die Verantwortlichen im Rathaus der Meinung, dass sich der zukunftsweisende, generationenübergreifende Gedanken zwar nicht in einem Gebäude, aber doch zumindest in einem räumlich zusammenhängenden Dreieck zwischen Jahnstraße und Obergrombacher Straße verwirklichen ließe.
Bereits in der Vergangenheit gab es laut Rupp lose Verbindungen der Kindertagesstätten mit der Betreuten Wohnanlage „Am Saalbach“, ebenso Kontakte von Schule und Kindergärten zum „Schlossblick“, etwa ein Auftritt der Flötengruppe der Grundschule zu Weihnachten. „Wenn Kinder kommen, strahlen die Augen unserer Bewohner, das ist einfach toll. Ältere Menschen mögen Kinder, sie denken an ihre Urenkel und Enkel. Das ist schon eine schöne Sache“, berichtet Ursula Kreß, Pflegedienstleiterin des Seniorenhauses.

Freilich: Die Kinder und Jugendlichen sollen nicht nur ins Pflegeheim kommen, sondern die Bewohner des Heimes und der beiden Wohnanlagen sollen in die Schule oder die Kindergärten gehen. Vorstellbar ist etwa, dass die älteren Menschen dort Märchen vorlesen, als Zeitzeugen berichten oder Schulkonzerte und -feste besuchen. Die Schulleitung und die Leitung des Seniorenhauses vereinbarten darüber hinaus, dass der Praxiszug der achten Klasse der Hauptschule Praktika im Pflegeheim realisieren wird.
Wenn das Konzept umgesetzt wird, werden nach Meinung von Bürgermeister Rupp „Jugendliche und Senioren, ja, die ganze Gemeinde von diesem lebendigen Miteinander der Menschen profitieren.“ Es werde sich auf beide Seiten positiv auswirken, weil die Senioren durch die Kinder angeregt würden, umgekehrt Berührungsängste von Kindern schnell verloren gingen.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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2 Antworten zu „Jung und Alt sollen voneinander profitieren“

  1. p-/-m. sagt:

    Ist die Konzeption bereits fertig?

  2. Lis.-My. sagt:

    Das alles liest sich richtig gut!

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