Erdrückende Verkehrsbelastung

KNITTLINGEN. Einen weiteren Schritt zur Verkehrsentlastung der Knittlinger Innenstadt hat der Gemeinderat getan. Mit Kreis und Land soll abgeklärt werden, wo Minikreisel möglich sind und wie die Finanzierung aussehen könnte.
Von Nadine Schmid
Zwischen 8000 und 11 000 Fahrzeuge rollen täglich durch die Knittlinger Innenstadt. „Erdrückend hoch“ nennt Bürgermeister Heinz-Peter Hopp diese Zahlen. Konsens im Gemeinderat ist, dass Brettener- und Stuttgarter Straße zwischen Schule und Faust-Apotheke verkehrsgerecht umgestaltet werden sollen (die PZ berichtete). Die Verwaltung wurde am Dienstag beauftragt, mit Land und Kreis abzuklären, welche Maßnahmen (zum Beispiel Tempo 30 und Minikreisel) dafür machbar, wie schnell diese umsetzbar und vor allem, wie sie zu finanzieren wären.

Konsens über Minikreisel
Eine Fußgängerzone oder eine Einbahnstraße auf der Stuttgarter Straße im Innenstadt-Bereich sind vom Tisch. Denn laut einer Verkehrsuntersuchung würde dadurch entweder die Verkehrsbelastung nicht gemindert, oder auf Wohnstraßen verlagert. Konsens besteht bereits mit dem Enzkreis über einen Minikreisel an der Kreuzung Brettener Straße und Bahnhofstraße. Laut einstimmigem Beschluss des Gemeinderats soll nun mit dem Land abgeklärt werden, ob ein Kreisel auf der Kreuzung vor dem Rathaus entstehen könnte. Ebenfalls zu prüfen ist eine abknickende Vorfahrt im Bereich der Friedrich- und Kennedystraße. So würden Fahrer anstatt durch die Innenstadt über die Esselbachstraße zur B 35-Anschlussstelle Knittlingen Mitte geleitet. Stadtrat Martin Blanc aus Kleinvillars brachte den von seien Kollegen akzeptierten Vorschlag auf, von Kleinvillars kommend aus nicht links in die Wiesenstraße abbiegen zu lassen, sondern ebenfalls eine abknickende Vorfahrt einzuführen. Der Vorteil: Ortsfremde kämen dann über die Entlastungsstraße nach Knittlingen.

Weitere Buslinien gefordert
Für die Verwaltung gilt es aber nun auch zu klären, ob für die favorisierten Maßnahmen eine Umwidmung von Straßen, sprich eine Herabstufung von Landes- oder Kreisstraßen, notwendig werden könnte. Bürgermeister Hopp leitet aus den „11 000 Fahrzeugen“, die täglich am Rathaus vorbeifahren weitere Forderungen ab: Mehr Busverbindungen im öffentlichen Nahverkehr und weitere Überlegungen in Sachen Stadtbahnanschluss.

„Moderater“ Schwerlastverkehr
Der Schwerlastverkehr in Knittlingen macht laut der Untersuchung von Verkehrs-Planer Stefan Wammetsberger drei bis fünf Prozent des Gesamtverkehrs aus. Ein Prozentsatz den Wammetsberger „moderat bis wenig“ nennt. 25 000 Fahrten verursachen die rund 7800 Knittlinger laut Planer täglich selbst. Damit müsse die Kommune leben. „Diesen Verkehr kann man nur verlagern“, weiß Wammetsberger.

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