Badespaß – ein immer teureres Vergnügen

Stadtwerke Bretten erhöhen Eintrittspreise um mehr als 20 Prozent / Hallenbad: Sanierung oder Neubau?
„Im Vergleich noch sehr faire Preise“
Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier
Bretten. Für die spritzige Erfrischung an heißen Sommertagen im Spaßbecken des Freibads muss man in Bretten künftig mehr Geld in den Automaten werfen, und ebenso fürs Fitness-Schwimmen unterm Dach des benachbarten Hallenbads: Drei Euro kostet vom Beginn der Freibadsaison an (abhängig vom Wetter ist das Anfang oder Mitte Mai) der Einzeleintritt, das entspricht einem Aufschlag von 50 Cent beim Freibad und sogar 70 Cent beim Hallenbad. Wie beim Einzeleintritt gelten künftig auch bei den Mehrfachkarten einheitliche Preise für Frei- und Hallenbad. Die Zehnerkarte, die bisher 20 Euro (Freibad) oder 22,50 (Hallenbad) zu haben war, kostet nun 27 Euro und gilt in beiden Bädern, wie Stefan Kleck, der Geschäftsführer der Brettener Stadtwerke, gestern informierte.
Auch mit den neuen Tarifen seien die Brettener Bäder noch vergleichsweise günstig, argumentiert der Stadtwerke-Chef und verweist auf Pforzheim, Bruchsal und Karlsruhe, wo der Badespaß noch teurer ist. „Wir haben trotzdem noch sehr faire Preise.“ Auch bei den Öffnungszeiten sei man in Bretten besonders kundenfreundlich.

Letztmals waren die Eintrittspreise der Brettener Bäder 2003 erhöht worden. Seitdem, so Kleck, seien aber die Kosten für Energie und Personal und auch der Unterhaltungsaufwand mächtig angestiegen. Außerdem machten die Stadtwerke heute nicht mehr so hohe Gewinne beim Verkauf von Strom, Gas und Wasser, der in den Bereich Bäder fließen kann. Zudem habe der Aufsichtsrat, auf dessen Beschluss die neuen Eintrittspreise zurückgehen, den Wunsch nach einer höheren Kostendeckung geäußert.

Dies womöglich auch mit Blick auf anstehende größere Investitionen: „Das Hallenbad ist mit 35 Jahren bald am Ende seiner Lebensdauer. Es stellt sich die Frage, ob man es saniert oder gleich durch einen zeitgemäßen Neubau ersetzt“, erklärt der Stadtwerke-Geschäftsführer. „Nach einer Sanierung hätten wir aber doch nur ein saniertes altes Bad.“ Und auch im Freibad gibt es Investitionsbedarf: Das rund 80 Jahre alte Schwimmerbecken ist so marode, dass es ersetzt werden muss. Wie man diese beiden Aufgaben lösen kann, wird noch geprüft. „Anfang 2009 wissen wir, wie es mit den Brettener Bädern weitergeht, sagt Stefan Kleck.

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5 Antworten zu Badespaß – ein immer teureres Vergnügen

  1. -an-i- sagt:

    Eine Volksweißheit: „Wer Geld hat schickt seine Frau ins Bad und wer keines hat wäscht sie selber ab.“ 🙂

    Badespaß war schon immer ein teures Vergnügen.

  2. crok. sagt:

    Weiterhin subventionieren Strom-, Gas- und Wasserkunden der Stadtwerke Bretten mit ihren Zahlungen den Bereich Bäder.
    Weiter so!

  3. AP sagt:

    „Der Aufsichtsrat habe den Wunsch nach einer höheren Kostendeckung geäußert.“

    Eine höhere Kostendeckung bezeichnet keinesfalls eine volle Kostendeckung. Also weiterhin defizitär.

  4. Qua. sagt:

    Die freiwilligen kommunalen Aufgaben (subventionierte Wohltaten) Freibad und Hallenbad zeigen mir aus Kostengründen nur eine vernünftige Vorgehensweise auf: sie möglichst bald zu beenden.

    Bei Neubau oder Sanierung derselben würden Kosten entstehen, welche das von allen Fraktionen des Brettener Gemeinderats unisono beschworene Ziel, die immer noch starke Verschuldung der Stadt Bretten auf ein erträglicheres Maß zurückzuführen, als völlig unerreichbar erscheinen ließen.

  5. Ottm.Schu. sagt:

    Nach fünf Jahren darf man endlich mal eine kleine Preiserhöhung verlangen.

    Ich habe dafür volles Verständnis.

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