Brummeln und Grummeln in der Technologieregion

Die Gesellschafter des regionalen Bündnisses wollen Informationsfluss verbessern und Meinungsaustausch intensivieren
Zusammenschluss will politisches Sprachrohr der Region sein
Von unserem Redaktionsmitglied Bernd Kamleitner
Karlsruhe. Wie ausgeprägt ist das Wir-Gefühl in der Technologieregion Karlsruhe (TRK)? Zuletzt hat es im regionalen Bündnis von Städten und Kreisen hinter den Kulissen gebrodelt. Stein des Anstoßes: die Rolle des Oberzentrums Karlsruhe. Vor allem kleinere Kommunen fühlten sich etwa in Entscheidungsprozesse nicht ausreichend eingebunden. Via Pressemitteilung zur nichtöffentlichen Sitzung wurde dagegen nach außen hin Harmonie vorgespiegelt. Die jüngste Zusammenkunft nutzten die Akteure jetzt offenbar dazu, die Wogen zu glätten und Risse zu kitten.
Der Vorsitzende der Technologieregion, Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich, wird in einer von seiner städtischen Pressestelle herausgegebenen Mitteilung dahingehend zitiert, dass die Diskussion „offen und fruchtbar“ verlaufen sei. Mehr als die Inhalte der offiziellen Meldung mit einer Kernbotschaft („Die Gesellschafter haben sich ausnahmslos zur regionalen Zusammenarbeit bekannt“) und Hinweisen auf die künftige strategische Ausrichtung sollte von der zweistündigen Sitzung wohl nicht nach außen dringen. Teilnehmer bestätigen, dass mit ihnen abgestimmt wurde, nicht über Details der Klausur zu plaudern. Brettens Oberbürgermeister Paul Metzger, ein Kritiker, der auch in der Öffentlichkeit seinen Unmut formuliert hatte, lässt sich jedoch nach wie vor keinen Maulkorb verpassen. „Das Brummeln und Grummeln wurde angesprochen und erkannt, dass man Dinge intensiver abstimmen muss“, bilanziert der Rathauschef der Melanchthon-Stadt.

Mit einem verbesserten Informationsfluss und einem häufigeren Meinungsaustausch sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass etwa regionale Projekte auch die jeweilige gegenseitige Unterstützung erfahren. Im Klartext: So manchem Gesellschafter war zuletzt sauer aufgestoßen, dass er über Entscheidungen erst informiert wurde, als diese bereits getroffen waren – und nicht im Prozess der Entscheidungsfindung. Im offiziellen Sprachgebrauch liest sich der neue Kurs so: „Die Gesellschafter haben vereinbart, den Informationsaustausch untereinander und zu den jeweiligen Entscheidungsgremien zu intensivieren.“ Damit will die TRK auch ihre „Bedeutung als politisches Sprachrohr der Region nachhaltig ausbauen“. Je nach Projekt, so die Verlautbarung aus dem Karlsruher Rathaus, könnten weitere Partner in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Brettens OB Metzger erhofft sich künftig auch mehr Unterstützung von der Wirtschaft, die sich etwa in der benachbarten Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar insbesondere finanziell viel stärker engagiere. Einen Anschluss an den Rhein-Neckar-Raum hält er dagegen nicht für den geeigneten Weg. Mit mehr regionalen Schwerpunkten und den Stärken der Region wie etwa der Elite-Universität oder dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) könne die Technologieregion im verschärften europäischen Wettbewerb durchaus bestehen. „Dann geht an uns kein Weg vorbei“, meint Metzger zu der schwelenden Debatte, ob sich die TRK beim Thema Metropolregion eher nach Norden orientieren oder ein eigenständiges Modell verfolgen soll.

Als thematische Schwerpunkte weiter ausbauen will die TRK übrigens Technologie, Wirtschaft und Wissenschaft. Erarbeitet werden soll ferner eine „abgestimmte Messekonzeption“. Außerdem will die TRK als „europäische Verkehrsdrehscheibe zentraler Ansprechpartner in allen Verkehrsfragen sein“.

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5 Antworten zu Brummeln und Grummeln in der Technologieregion

  1. Z.K. sagt:

    Nichts als Wichtigtuerei!

  2. seb. sagt:

    Liebe(r) -az- im vorstehenden Kommentar

    Es erübrigt sich vollends, auf Ihre Frage mit nur einem einzigen Wort einzugehen! —

  3. -az- sagt:

    Kann man Herrn Metzger noch ernst nehmen?

  4. diet.-Schw. sagt:

    Viel wichtiger und leserwirksamer wäre es – besonders für die Brettener Steuerzahler – wenn Metzger den städtischen Haushalt sowie Verluste der städtischen Beteiligungen in den Griff bekäme.

  5. mm sagt:

    Wenn ich das richtig verstehe, so ist OB Metzger der selbsternannte Sprecher der TRK ? Oder konnte sich die „Plaudertasche“ Metzger einmal wieder nicht zurückhalten, wo doch vereinbart war, nicht über Details der Klausur zu plaudern?
    Was würde er wohl sagen, wenn einer seiner Gemeinderäte so „pressegeil“ wäre und Details aus der Haushalts-Klausurtagung ausplaudern würde ??

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