Leserbrief : Autostrada Number two

Aktualisiert (zensierte Passagen wurden eingefügt)
Ihrem Ärger über die Verhältnisse in der Brettener Innenstadt machen diese Leser Luft:
In Bredda do isch jeder gern!
In Bredda do isch’s schee! Das war einmal vor dreißig Jahr, wer’s net glaubt, soll in die Oststadt gehn. Autostrada Number one, die Wassergasse, international, überwiegende Kennzeichen PF, verkehrsberuhigte Zone mit Tempolimit 50 Stundenkilometer plus, Ausweichstelle für alte Schachteln und alte Böcke (so wird man hier gelegentlich genannt) sind gepflasterte Wasserrinnen, gut für deren Knöchelmassage, 1A Wohngegend, Mischgebiet, immer Action.
Abends parkplatzsuchende Drosselgassbesucher (ab 19 Uhr kostenloses freies Parken auf der Seite gegenüber der Bäckerei trotz Halteverbotes), auch globales Publikum, hörbar am Sound der Discoanlagen in ihren Autos. Bis spät in die Nacht alkoholisierte Jugendliche mit Gebrüll und Geschrei, die Notdurft wird an sämtliche Hausecken abgelassen, wenn sie angesprochen werden, bricht ein Gelächter aus und 20cm winken dir entgegen – man kann es kaum glauben. Hier kann man Aggressionen abbauen, hier werden Autos getreten, zerkratzt, Briefkasten und Verkehrsschilder demoliert, hie und da ein Autospiegel abgerissen.

Die Ordnungsmacht ist stets parat – nach dem Ereignisfall! Brettener Hundle werden durch die Oststadt gezogen – da bleibt man fit in unserer Gegend, denn man wird zum Nachtwandler.
Hier freut man sich auch immer auf Peter-und-Paul, insbesondere auf die von der Stadt organisierten Saufveranstaltungen – Entschuldigung: Kulturveranstaltungen! Da braucht kein Säufer seine Füße zu benutzen, kostenloser Sauf-Bus-Transfer von Kneipe zu Kneipe. Jetzt isch’s perfekt, das Geschrei ist die ganze Nacht. Bei so viel Kultur sollte man RTL dazu schalten: „Bredda sucht die Supersäufer“. Jury: OB Metzger und sein Rest der Stadtverwaltung. A propos Supersäufer: die vollständig Agbefüllten sind uns am liebsten. Die können nicht mehr lallen und versuchen in stark konzentriertem Zickzackgang ihr Nachtlager irgendwo in der Wüste zu erreichen.
Hartz IV kann man hier auch gut anlegen: Wetten?

Freut euch alle, wenn jetzt die Georg-Wörner-Straße in beiden Fahrtrichtungen freigegeben wird. Diese kann den Verkehr ja voll fassen, das heißt auf Deutsch: Autostrada Number two wird die Friedrichstraße als Umgehung der Georg-Wörner-Straße mit Tempo 30-Limit. Keine Sorge, es wird kontrolliert – laut OB – ob die Bewohner vergasen.

Wichtig isch in Bredda nur, dass wir Steuern und Abgaben bezahlen, um die nächste Baustelle und Verkehrsdummheit zu finanzieren. Andere Städte versuchen, die Innenstadt zu entlasten und vor dem Pöbel gezielt zu schützen. Bretten braucht aber sein Auto-Puff-Puff, seine zweispurigen Kreisel und seine Säufer. Oh, isch Bredda so schee!
Drum: Kampf gegen die Oligarchie von der Basis!
Hilfe, wir sind Breddener – holt uns hier raus!!

rot markierter Text wurde nicht abgedruckt !

Brigitte und Dieter Gebert Friedrichstraße 5 Bretten

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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16 Antworten zu Leserbrief : Autostrada Number two

  1. dieter gebert sagt:

    Erhielt am 18.02.08 einen anonymen Brief, den ich BAK bereits zur Veröffentlichung gemailt habe. Außerdem wird (hoffentlich) meine Antwort auf den anonymen Brief bald in der BNN erscheinen.

  2. dieter gebert sagt:

    Wir bedanken uns für die Aktualisierung unseres Leserbriefes „Autostrada Number two.“

  3. Nag. sagt:

    Neun Sätze wurden ausgelassen. Schade!
    An fehlenden Zeilen und Spalten hat es bestimmt nicht gelegen.

  4. f - h sagt:

    Den Brettener Nachrichten ist der Abdruck – wenn auch nicht vollständig – positiv anzurechnen.

  5. ber.-sch. sagt:

    Ich als Leser der Brettener Woche empfinde es als unzumutbar, dass sie nicht veröffentlicht hat.

  6. Gust./Fo. sagt:

    Die Brettener Woche als Herausgeber des Anzeigenblatts der Stadt – Amtsblatt der Stadt Bretten – hatte wohl gewisse Bedenken wegen ihres Anzeigengeschäfts.
    Trotzdem hätte sie veröffentlichen sollen.

  7. si/z sagt:

    Eine berechtigte scharfe Kritik muß die Stadt Bretten über sich ergehen lassen. Besonders dann, wenn sie dazu noch der Wahrheit entspricht.

  8. rd sagt:

    Dieter Gebert:“Die Brettener Woche hat die Veröffentlichung mit der Begründung „Das ist beleidigend“ abgelehnt.“

    Ich kann in dem oberhalb stehenden Text des Leserbriefes keine Beleidigung erkennen, sondern nur die genaue Beschreibung eines so nicht weiter hinnehmbaren Zustandes.

    Aber es ist System in Bretten, nach Möglichkeit alles nur schön zu sehen und schön zu schreiben. Die Brettener Woche macht da keine Ausnahme.

  9. BAK sagt:

    leider hat uns der Leserbrief (noch) nicht erreicht, wenn wir ihn erhalten haben, wird er, wie immer beim BAK, sofort aktualisiert !

  10. dieter gebert sagt:

    Leider ist die Veröffentlichung unseres Leserbriefes auch bei BAK zensiert, obwohl BAK selbst stets gegen jegliche Zensierung vorgeht!! Das Original unseres Leserbriefes ging im Voraus möglicher Zensierungen oder Nichtveröffentlichungen durch die Pressemedien BAK zu.
    Die Brettener Woche hat die Veröffentlichung mit der Begründung „Das ist beleidigend“ abgelehnt.

    Fam. Gebert

  11. -Tho.- sagt:

    Mehr Ruhezonen schaffen, wofür bei dem ständigen Radau?

  12. FR.-Now. sagt:

    Da helfen auch keine Mittel aus dem „Stadtbildpflegeprogramm“ mehr.

  13. ak sagt:

    „Scho schee“ gehört in Bretten leider unwiderruflich der Vergangenheit an.

  14. Völl. sagt:

    Spricht voll für die Wohlfühl-Stadt Bretten.

  15. -My. sagt:

    Ich kann den unwiderleglichen Inhalt des Leserbriefes voll bestätigen. Und das nach eigenen Erlebnissen.

  16. mm sagt:

    die geschilderten Zustände spiegeln exakt die Verwirklichung der Visionen von Herrn Metzger wider; nicht mehr und nicht weniger !

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