„Stadt braucht einen Polizeiposten“

Bürgermeister Heinz-Peter Hopp übt beim Knittlinger Neujahrsempfang Kritik an der Schließung im Jahr 2005
Knittlingen – Nahverkehr, Tourismus, Stadtmarketing und besonders die Jugendförderung zählte der Knittlinger Bürgermeister Heinz-Peter Hopp beim Neujahrsempfang in der Faust-Schule als Schwerpunkte auf, die in diesem Jahr auf der Agenda der Stadt stünden.
VON ISABEL HANSEN

„Beim Thema Jugendkriminalität geht es in Knittlingen relativ ruhig und sicher zu“, urteilte Bürgermeister Heinz-Peter-Hopp in seiner Neujahrsansprache. „Dennoch gab es auch bei uns Vorkommnisse, die nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden dürfen.“ Das Übel müsse an der Wurzel gepackt werden, und dabei komme der Bildung eine zentrale Bedeutung zu.

„In der Dr.-Johannes-Faust-Schule in Knittlingen und in der Grundschule in Freudenstein sind wir auf dem richtigen Weg, zusammen mit Eltern und Lehrern“, lobte Hopp die Arbeit vor Ort. Politiker von Bund und Land dagegen mahnte er: „Sie sollten nicht immer nur davon reden, mehr Geld in die Bildung zu investieren, sondern dies auch tun. Es darf nicht nur um Eliteschulen gehen. Entscheidend ist, dass mehr Geld in Förderkonzepte fließt, die bereits in den unteren Klassen ansetzen.“ Mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP) und der Bundestagsabgeordneten Katja Mast (SPD) unter den Gästen konnte Hopp immerhin zwei Entscheidungsträger direkt ansprechen.

Mitstreiter im Publikum für seinen zweiten Wunsch sah Hopp im Mühlacker Revierleiter Norbert Möller und in dem Maulbronner Polizeipostenleiter Rolf Tautphäus: „Wir werden alles dafür tun, damit Knittlingen wieder seinen eigenen Polizeiposten bekommt. Die Schließung 2005 war keine glückliche Entscheidung der Landespolizeibehörde. Der Einsatz einer privaten Sicherheitsfirma durch die Stadt ist keine Lösung für die Zukunft.“ Die Polizisten aus Maulbronn beziehungsweise aus Mühlacker seien – mangels Personal und Fahrzeugen – im Ernstfall unter Umständen nicht in der Lage, schnelle Hilfe zu leisten, befürchtete Hopp.

Eine wichtige Rolle bei der Kriminalitätsprävention komme auch den Vereinen zu, dankte Hopp allen engagierten Bürgern. Die Platzsituation in den Hallen allerdings sei unbefriedigend. „Der Bedarf muss mit Standortexpertisen für den Bau einer neuen Multifunktionshalle analysiert werden“, erklärte Hopp. Die Allianz, die der TSV Knittlingen zusammen mit den Nachbarvereinen, dem TV Hohenklingen und dem TSV Kleinvillars, angeregt habe, sei diesbezüglich „wunderbar“.

In Sachen Infrastruktur stünden aber noch weitere Projekte auf der Knittlinger Tagesordnung. Der Bereich Omnibusbahnhof/Feuerwehr/Schule soll moderner, der Pflegmühlenweg ausgebaut und der Wasserdruck und die Wasserqualität durch Nanofiltration verbessert werden, nannte Hopp nur einige Schwerpunkte. Zur Infrastruktur gehöre auch ein funktionierender Nahverkehr. „Leider lässt sich der Eindruck nicht verwehren, dass jeder der für uns zuständigen Verkehrsverbünde sein eigenes Süppchen kocht“, kritisierte der Schultes. „Es kann nicht sein, dass ein Auszubildender von Knittlingen bis zu seiner Ausbildungsstelle in Oberderdingen eine Stunde und 20 Minuten braucht.“

Gute Nachrichten kommen indes vom Stadtmarketing-Prozess: „Neben den beiden Foren ,Lebendiges Stadtbild & Gastronomie‘ sowie ,Wirtschaft, Handel & Gewerbeentwicklung‘, die im vergangenen Jahr gegründet wurden, steht ein weiteres Forum an: Jugend, Bildung Kultur“, berichtete Hopp und schloss so den Kreis zum Thema Jugend und Chancen.

Dafür, dass die Kritik und das umfangreiche Aufgabenpaket dem ein oder anderen nicht allzu schwer im Magen lag, nahm danach der Mundartdichter Rolf Gerlach mit frechen Reimen und bisweilen deftigen Pointen die Eigenheiten der Menschen aufs Korn. Heilig war ihm dabei zum Vergnügen der Zuhörer fast nichts: Wirtschaft, Politik und Kirche – jeder bekam sein Fett weg.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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