Sorgenlose Zeit

Jetzt funktioniert es wieder, das Kinder-Sorgentelefon der Stadt Bretten. „Ruf an, wenn du im Moment niemanden hast, mit dem du reden kannst über das, was dir Sorgen macht, wenn du nicht weißt, wie du dich . . . verhalten sollst, wenn du . . . Angst hast, wenn du dich ärgerst . . . Wir hören dir zu und können dir sicher in vielem weiterhelfen“, versprechen die drei Schulsozialarbeiter der Stadt Bretten.
So steht’s in einem Heft, das die Stadt Bretten in Hunderten Exemplaren an die Kinder verteilen ließ: dem Kinderferienprogramm 2007. Damit hat die Botschaft ihre Zielgruppe gewiss erreicht. So mancher Jung-Brettener wird sich die drei Telefonnummern der Sozialarbeiter heraus gerissen oder in sein Tagebuch notiert haben. Weiß man ja nie, ob man das Angebot mal brauchen kann . . .
Allerdings sollte man dann Geduld mitbringen. „Bitte habt Verständnis dafür, dass die Schulsozialarbeiter während der Sommerferien nicht erreichbar sind“, heißt es am Fuß der Seite übers Kinder-Sorgentelefon.
Verständnis? Wieso eigentlich? Glauben denn die Sozialarbeiter etwa an die Tourismus-Werbesprüche von wegen „sorgenloser Ferien“ und so?
Aber jetzt sind die Ferien ja vorüber! Kaum zu überhören war das laute Plumpsen am ersten Schultag, als den Brettener Kindern die gewaltige Last von der Seele fiel. Jetzt endlich dürfen sie wieder Sorgen haben. Und wissen auch, wohin damit – bis zu den nächsten Ferien.
Rudolf Baier

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