Landesweit mehr Jobs

Pforzheim hat seit 1985 mehrere Tausend Arbeitsplätze verloren – Enzkreis deutlich im Plus
PFORZHEIM/STUTTGART. Die Goldstadt war landesweit am stärksten vom Verlust an Industriearbeitsplätzen betroffen. Dafür wuchs das Stellenangebot im Enzkreis in den vergangenen 20 Jahren kräftig, wie eine Statistik belegt.

Der Abbau von gewerblichen Arbeitsplätzen in Pforzheim (minus 15 000), dem Stadtkreis Stuttgart (minus 68 000) und dem Zollernalbkreis (minus 20 000) machte mit einem Anteil von 47 Prozent fast die Hälfte des gesamten Stellenabbaus in Baden-Württemberg aus. Jeder dritte Arbeitsplatz in der verarbeitenden Industrie ging demnach seit 1985 verloren. Die Goldstadt war dabei massiv vom Personalabbau in der Schmuck- und Elektroindustrie betroffen.
Dank der positiven Entwicklung in der Präzisionstechnik konnte der Stellenabbau unter dem Strich in Pforzheim auf minus 5000 gemildert werden. Im Enzkreis stieg die Zahl der Beschäftigten sogar um 44 Prozent (plus 22 000).

Anstieg um 20 Prozent
Die Zahl der Beschäftigten ist landesweit seit 1985 um fast ein Fünftel auf 5,4 Millionen gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes schnitten die Landkreise zwischen 1985 und 2005 mit einem Zuwachs von 25 Prozent mehr als doppelt so gut ab wie die Stadtkreise (plus zehn Prozent).

Am stärksten hat sich die Lage laut Statistik auf dem Arbeitsmarkt in der Region um Heilbronn (plus 53) sowie im Rhein- Neckar-Kreis (plus 49) und dem Enzkreis (plus 44) verbessert. Dennoch gebe es in Städten nach wie vor ein großes Arbeitsplatz-Angebot, hieß es. Häufig ständen vor Ort rein rechnerisch mehr Arbeitsplätze zur Verfügung, als von den dort lebenden Menschen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren nachgefragt werden könnten. Im Stadtkreis Ulm zum Beispiel kamen im Jahr 2005 rein rechnerisch 1250 Arbeitsplätze auf 1000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter, auch in sechs weiteren Stadtkreisen gab es zumindest rechnerisch eine „Überversorgung“.

Grund für die einzelnen Tendenzen bei der Zahl der neuen Arbeitsplätze in den Städten und auf dem Land sei vor allem das hohe Wirtschaftswachstum, das die einzelnen Kreise unterschiedlich geprägt habe. „Über 90 Prozent aller Stadt- und Landkreise mit einem überdurchschnittlich hohen prozentualen Zuwachs an Arbeitsplätzen wiesen im Zeitraum 1992 bis 2005 gleichzeitig ein überdurchschnittlich hohes Wachstum am nominalen Bruttoinlandsprodukt auf“, teilte das Landesamt mit. Stark schneiden die Regionen ab, die einen überdurchschnittlichen Zuwachs bei den Dienstleistungen und eine günstige Entwicklung in der Industrie besitzen.

Hohe Arbeitslosigkeit
Nach Ansicht der Statistiker profitieren die Menschen in den Stadtkreisen nicht immer von dem zur Verfügung stehenden Angebot an Arbeitsplätzen in ihrer Heimat. „An der Spitze aller Kreise mit den landesweit höchsten Arbeitslosenquoten waren im Jahr 2006 die neun Stadtkreise zu finden“, teilte das Landesamt mit. In Pforzheim und Mannheim wurden im vergangenen Jahr zweistellige Arbeitslosenquoten von 11,0 und 10,9 Prozent verzeichnet, während der Landesdurchschnitt bei 6,3 Prozent lag.

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