Belastungen werden nur verschoben

Durchgangsverkehr ohne Umgehung stellt Stadt vor Probleme:
Bretten. (gm) „Wenn wir an einer Stelle im Straßennetz etwas ändern, müssen wir an anderer Stelle mit Problemen rechnen“ lautet das Fazit aller Diskussionen um Verkehrsprobleme und ihre Lösungsmöglichkeiten zur Zeit in Bretten. Solange der Durchgangsverkehr mit stetig steigenden Aufkommen mitten durch die Stadt fließt, können Belastungen der Anwohner kaum vermieden, im günstigsten Fall verteilt werden. Bei der Bürgerinformation am Dienstagabend wollte Oberbürgermeister daher nicht nur die Problempunkte und ihre Lösungsansätze aufzeigen, sondern auch, „welche Zusammenhänge die Verwaltung zu beachten hat, wenn es um verkehrliche Verbesserungen geht“.
Ein ganz wesentlicher Knackpunkt: Nicht auf allen Straßen kann die Stadt nach eigenem Ermessen schalten und walten, nicht selten müssen erst Land oder Bund von den Ideen überzeugt, zum Handeln und damit zur Finanzbereitstellung gebracht werden. Eines der am dringends-ten zur Lösung anstehenden Probleme: die Brucknerstraße, über die jetzt der LKW-Verkehr geleitet wird. „Horrorszenario“ nannte das einer der Anwohner, und auch bei der Stadt mag man die vom Land nachträglich verfügte Regelung so nicht länger hinnehmen, die vom Land angedachten Lösungen brächten sogar, so sieht es Metzger, „eine dramatische weitere Verkehrsbelastung der Straße“.
Schon gegenwärtig klagen die Anwohner über die unerträgliche Situation – und die Straße, stellt der OB fest, „rollt sich inzwischen wie ein Teppich“. Grundsätzlich gab es zwar eine Übereinstimmung mit dem Land in der Form, dass die Brucknerstraße eine wichtige Verteilerfunktion auf der Hauptachse Pforzheimer Straße-Alexander-platz erhält und dabei der Verkehr ohne ständiges Stopp-and-Go kanalisiert wird, aber: „Wir lehnen ab, dass der gesamte Verkehr von Handelshof, Lidl und Lisztstraße über die Brucknerstraße geführt wird“. Wobei nicht verkannt wird, dass eine Leitung des gesamten Verkehrs über die Melanchthonstraße zu anderen Problemen führen könnte – beispielsweise zu Störungen beim ovalen Kreisel. Jetzt will der Verwaltungschef Nä-gel mit Köpfen machen und hat einen Termin gesetzt: „Das Land ist von mir aufgefordert worden, die Verkehrsführung wieder rückgängig zu machen. Wenn ich bis eine Woche nach dem Peter- und Paul-Fest keine weiteren Informationen habe, lasse ich die Schilder einfach zuhängen“. Zugesichert hat der OB den Anwohnern der Brucknerstraße ebenfalls, eine Möglichkeit der Verkehrsführung über den Silcherweg prüfen zu lassen.

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2 Antworten zu Belastungen werden nur verschoben

  1. jos.pr. sagt:

    …“ein ausgewachsener Brettener Verkehrs-Mist“

    Und wer dafür verantwortlich ist: Im Zweifelsfall die Autofahrer als Verursacher!

    – Niemals Herr Metzger – und auch nicht die Brettener Verkehrsplanung mit ihrem Sitz im Rathaus.

  2. H.U. sagt:

    In Sachen Verkehrsplanung möchte ich vom OB nicht einen Mucks mehr hören. Wer gegen die Anweisung des Präsidiums handelt und keine LKW-Nachtfahrverbotsschilder auf der B35 aufstellt (unglaublich: immer noch nicht geschehen), der hat auch innerstädtisch nichts zu melden. „Nicht auf allen Straßen kann die Stadt nach eigenem Ermessen schalten und walten…“. Aber er selbst waltet und schaltet in dieser Angelegenheit gegen das Land. Komplett unglaubwürdig!

    Nägel mit Köpfen will er machen, schreibt / sagt er in Bezug auf die Bruckner-Straße. Aber wesentlich mehr Menschen entlang der Bundesstraße haben immer noch keinen Lärmschutz – auch da hieß es damals „Nägel und Köpfe“.

    Er weigerte sich auch gegen eine entsprechende Bemautung – aus Angst, den regionalen Lieferverkehr zu schädigen (regional? Die russichen LKWs, die nachts die Verkehrsampeln umreissen oder jeden Tag die Seitenstreifen umpflügen??!!!!).

    Und der Kreisel war ja auch nicht LKW-gerecht, also größer machen. Was ist das alles für ein ausgewachsener Brettener Verkehrs-Mist….

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