Vor dem Alex wird es für Radler eng

Brettener Grüne zeigen bei Radtour durch die Stadt einige Problembereiche auf
Von unserer Mitarbeiterin Miriam Steinbach
Bretten. Ist Bretten eine fahrradfreundliche Stadt? Diese Frage stellte sich der Brettener Ortsverband Bündnis 90 Die Grünen. Um sich ein objektives Bild darüber zu machen, ob Brettens Radwegnetz ausreichend und benutzerfreundlich ist, entschlossen sich einige Aktive, gemeinsam mit Einwohnern und Mitarbeitern der Stadt, dies bei einer Radtour hautnah zu erkunden.
Los ging es für die rund 20 motivierten Radwegtester an der Fußgänger- und Radlerunterführung beim Marktkauf. Der Plan: Die Kernstadt und die Stadtteile Diedelsheim, Rinklingen und Gölshausen genauer auf ihre Radwegtauglichkeit zu untersuchen. „Wir wollen schauen, an welchen Stellen Probleme auftreten und danach der Stadt Tipps für weitere Planungs- und Sanierungsmaßnahmen geben“, erzählt Mitorganisatorin Marion Güntert. Die Idee, so eine Tour zu veranstalten, kam Güntert durch die problematischen Erfahrungen ihrer Kinder, die mit dem Fahrrad von Diedelsheim nach Bretten in die Schule fahren und durch Gespräche mit anderen Einwohnern der Melanchthonstadt. „Besonders die Menschen in Büchig klagen immer wieder über das fehlende Radnetz“, so Güntert.

Nach 500 Metern tritt dann auch schon das erste Problem auf: Auf der Diedelsheimer Höhe muss in der Nähe des Waschparks die viel befahrene Straße überquert werden, um weiterhin auf dem Radweg fahren zu können. Besonders problematisch: Für die Autofahrer ist der Fahrradweg nicht ersichtlich. „Da müsste eine Beschilderung oder eine rote Markierung angebracht werden“, meint Stadtrat und Grünen-Mitglied Harald Müller in Richtung Ulrich Braun. Braun ist Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Baurecht in Bretten und hat bei der Tour keinen leichten Stand.

Weiter geht es dann nach erfolgreicher Überquerung zur Straße „Am Eichholz“. Die Straße ist eigentlich nur für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr freigegeben, wird aber trotzdem von vielen Autofahren regelmäßig benutzt. Eine heftige Diskussion entfacht: Soll die Straße vergrößert werden oder soll sie zurückgebaut werden? Eine Lösung ist vorerst nicht in Sicht.
Das größte Problem, das sich bei der rund zweistündigen Radtour aufzeigt, ist wohl der Alexanderplatz. Kurz bevor die Linksabbiegespur zur Bundesstraße beginnt, wird der Fuß- und Radweg sehr schmal und der Radfahrer ist dazu gezwungen, auf die stark befahrene Straße auszuweichen. Besonders für Kinder ist dies sehr gefährlich. Doch daran könne auch die Stadt Bretten ohne das Regierungspräsidium nichts ändern, erklärt Braun den aufgebrachten Radwegtestern. Denn bei einer Landstraße hat das Land die Hoheit.

Ähnlich ist die Lage auch in der Pforzheimer Straße. Der Vorschlag, die Einbahnstraße für Radfahrer zu öffnen, findet auch Braun schlüssig, doch auch hier handelt es sich eben um eine Landstraße.
Auch wenn die Radtour viele Probleme aufzeigt, ist nicht alles schlecht an Brettens Radfahrnetz. Bei Sanierungsmaßnahmen wurden in den letzten Jahren die Radwege immer ausreichend bedacht. Das sieht auch Stadtrat Müller so. „Wenn man die Topografie Brettens und die finanziellen Mittel bedenkt, ist das Radnetz in Bretten nicht so miserabel. Nur müssen die altbewährten Probleme endlich einmal gelöst werden.“

Der Bitte der Grünen, das Fahrrad als gleichberechtigtes Verkehrsmittel zum Auto bei der zukünftigen Planung zu berücksichtigen, zeigte sich Braun noch zurückhaltend. Seiner Meinung nach wird Bretten schon alleine wegen der Topografie zu keiner Radfahrerstadt werden. Jedoch müsse auch er einräumen, dass die Zahl der Radfahrer in Bretten in den letzten Jahren zugenommen habe.

So verbleiben die Grünen und der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Baurecht vorerst dabei, dass die Parteimitglieder zunächst einmal eine neutrale Liste mit den Problempunkten für die Stadt erstellen. Was dann aber davon wirklich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

Die Themen dieses Tages in einem anderen Jahr :

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2 Antworten zu Vor dem Alex wird es für Radler eng

  1. xav. sagt:

    Wer bei welchen Straßen eine Hoheit hat, das interessiert die Verkehrsteilnehmer – hier die Radfahrer – nicht.

    Die Stadt Bretten hat auf ihrer Gemarkung die ihr sicherlich bestens bekannte Verkehrssicherungspflicht.

    Insofern sind die Ausführungen des Herrn Braun uninteressant, weil neben der Sache!

  2. mm sagt:

    Im Schulzentrum-Ost war man nicht, warum auch, dort hat es ja auch kaum Kinder ?! Die Radwege dort beginnen und enden beim Gebäude des roten Kreuz, Weiterfahrt in Richtung Stadtmitte ist unmöglich, da zu eng und in der Weißhoferstrasse gibt es keine Radwege. So sind diese „rot markierter Randstreifen“ keine Radwege, sondern von der Verwaltung als „optische Verkehrsberuhigung“ des 11 Meter(!) breiten Breitenbachwegs angelegt. So hat man Geld für einen Rückbau der viel zu breiten Straße gespart und kann noch behaupten, man hätte, Zitat „das Schulzentrum an das Radwegenetz der Stadt angeschlossen“.

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