Zum Artikel: „Raser verursacht Unfall mit vier Verletzten“ in der Ausgabe vom 2. Juni:
Als Anwohner besagter Sulzfelder Straße in Oberderdingen (Höchstgeschwindigkeit Tempo 30) wundert es uns grenzenlos, dass nicht öfters vergleichbare Unfälle oder auch solche mit deutlich schlimmerem Ausgang auf der beschriebenen Strecke passieren. Wie oft haben wir neben jenem demolierten Pkw des Unfallverursachers, der uns durch seinen aggressiven und rücksichtslosen Fahrstil schon seit Monaten aufgefallen ist, auch viele viele andere Verkehrsteilnehmer, die die Höchstgeschwindigkeit schlichtweg ignorieren, auf ihre überhöhte Geschwindigkeit aufmerksam gemacht?
Wie oft wurden Vertretern der Gemeinde die (lärm-) belastende und vor allem gefährliche Straßenverkehrssituation aufgezeigt? Wie oft wurden Vertreter der Polizei und des Landkreises auf die Missstände hingewiesen? Es wurden Bürgerinitiativen ins Leben gerufen, Unterschriftenaktionen gestartet, Bürgergesprächsrunden veranstaltet und viele, viele Einzelgespräche geführt, Autos „geschickt“ platziert und mehr.
Und was hat sich an der für die Anwohner, Fußgänger und vor allem für die an der Straße lebenden und spielenden Kinder geändert? Angesichts des genannten Unfalls erübrigt sich jede Antwort. Nach wie vor hält sich kaum ein Verkehrsteilnehmer an die Tempo-30-Begrenzung. Stattdessen wird vor allem ortsauswärts „ordentlich in die Pedale getreten“ und teilweise auf 70 bis 80 Stundenkilometer beschleunigt.
Jeder, der einmal zu Fuß an der Sulzfelder Straße unterwegs war oder gar versucht hat, diese zu überqueren (besonders „spannend“ an der Kuppe am Ortsausgang), weiß wovon hier die Rede ist. Es gleicht einem Spießrutenlauf, auf dem ohnehin viel zu schmale Gehweg von vorbeirasenden Autos, Bussen, Motorrädern und Lkws nicht einfach umgefahren zu werden. Kriminell wird es unter erschwerten Bedingungen – mit Gehhilfe, Kinderwagen, Kind oder Hund.
Es wird ja leider nicht geblitzt auf dieser Rennstrecke. Und falls doch einmal ein solcher „Glücksfall“ eintritt und sich tatsächlich ein Blitzer zu uns verirrt, wird erst ab einer Überschreitung der Tempo-50-Marke (!?) geblitzt – so geschehen im Juni vergangenen Jahres.
Offensichtlich muss erst Schlimmeres passieren als „nur“ ein paar leicht Verletzte wie bei besagtem Umfall, bis Behörden in die Gänge kommen und Verkehrsteilnehmer sich im Vernunft und Rücksicht üben.
Bis dahin versuchen wir mit aller Macht, uns, unsere Kinder und unsere Tiere vor dem Wahnsinn auf einer engen, kurvigen, unübersichtlichen Straße mit Höchstgeschwindigkeit 30 zu schützen!
Isabella und Thilo Müller
Sulzfelder Straße 4
Oberderdingen
Nächstes Beispiel : Schulzentrum Ost in Bretten. Straßenbreite bis zu 11 Metern (Bundesstraßen 8m!). Bei Kontrollen werden die Geräte so aufgestellt, dass nur Blinde diese nicht bemerken. Danach folgt der Abdruck im Amtsblatt, Fazit : alles ok, kaum Überschreitungen.
Das funktioniert solange, wie kein Unfall passiert, aber dann ist ja auch der Autofahrer schuldig, oder ?!
Wahnsinn im Straßenverkehr hat seit langem methodisches System.
Er ist nicht mehr wegzukriegen, noch nicht einmal wegzudenken.
Die Bürgermeister Nowitzki und Rupp und ihre Ratsgremien können sich auszeichnen.
Denn das Gerede von der liebenswerten und wohnenswerten Gemeinde mit weiteren angepriesenen Vorzügen darf nicht länger Theorie bleiben, sondern muß durch aktive Straßen-Möblierung in die Tat umgesetzt werden.
Was in Oberderdingen zu beklagen ist, findet man ebenso in Gondelsheim.
Was nützt die Tempo-30-Beschränkung, wenn sich fast kein motorisierter Verkehrsteilnehmer daran hält.
Rasen wird auch nicht angepaßte Geschwindigkeit genannt.
Hat den Vorteil, dass es schöner klingt.
Ist aber von gleichem Übel. Und kann verheerende Folgen hinterlassen.