Forsthaus bleibt weiter eine Belastung

Kreis Karlsruhe. In der Aufarbeitung der Forsthaus-Affäre gibt es offenbar Differenzen zwischen einigen Kreisräten. Berichten aus Kreistagskreisen zufolge ist innerhalb des Verwaltungsausschusses derzeit umstritten, ob der Landkreis in der Angelegenheit Regressforderungen geltend machen kann und soll oder nicht.
Auf BNN-Anfrage bestätigte der kommissarische Landrat Bernd Doll (CDU), dass in den nächsten Wochen in dieser Angelegenheit „einige rechtliche Aspekte“ geprüft werden müssten. Das Forsthaus sei Thema der jüngsten – nichtöffentlichen – Sitzung des Verwaltungsausschusses gewesen, jedoch nach „heftigen Debatten“ vertagt worden. Konkretere Angaben wollte er nicht machen.

Denkbar ist den Berichten zufolge, dass Amtsleiter des Landratsamtes, die an dem Kauf der Villa beteiligt waren, oder auch die Erben des inzwischen verstorbenen Landrats Claus Kretz haften müssen. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt in der Affäre nach Angaben von Sprecher Rainer Bogs weiter gegen zwei Mitarbeiter des Landratsamtes wegen des Verdachts der Untreue.

Ein entsprechendes Verfahren war auch gegen Kretz eingeleitet und nach dessen Selbstmord eingestellt worden. In den Wochen vor seinem Tod wurde ihm zur Last gelegt, Entscheidungen um den Kauf und die Nutzung des Gebäudes getroffen zu haben, ohne in ausreichendem Maße die politischen Gremien zu beteiligen. Ob und wenn ja in welcher Höhe dem Kreis in der Affäre ein konkreter finanzieller Schaden entstanden ist, wurde offiziell bisher nicht erklärt.
Es gab jedoch bereits zu Lebzeiten von Kretz Diskussionen darüber, ob dieser für ein 40 000 Euro teures Deckengemälde, das ein eigens in dieser Angelegenheit einberufener Kreistagsausschuss als überteuert einstufte, und für einen von ihm in Auftrag gegeben, jedoch nicht genehmigten Zaun haften müsse.

Der Kreis hat das Gebäude 2005 dem Land für 600 000 Euro abgekauft und für 300 000 Euro renoviert. In der Villa wurden Teile des Kreisarchivs untergebracht. Es gilt inzwischen als sicher, dass die Bestände wieder verlagert werden, weil die Räume feucht sind. Ob die Villa nun verkauft wird, ist nach Angaben von Doll offen. Es gebe aber Interessenten, die das Gebäude demnächst besichtigen werden. Über einen Preis sei noch nicht verhandelt worden. Tina Kampf

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6 Antworten zu Forsthaus bleibt weiter eine Belastung

  1. er. mei. sagt:

    Hoffentlich wird der Verwaltungsausschuss nicht zur Belastung.

  2. Lis.-My. sagt:

    Vom Verwaltungsausschuss wird den Kreisbürgerinnen und Kreisbürgern in der Forsthaus-Angelegenheit schon einiges zugemutet.

  3. b.z. sagt:

    Ich frage mich, wie es zu den ganzen Belastungen überhaupt kommen konnte.
    Mir ist nach wie vor die Rolle des Verwaltungsausschusses und die seiner Arbeit nicht klar. Der hätte die damaligen und jetzigen Belastungen gar nicht erst geschehen lassen dürfen.

  4. jos.pr. sagt:

    Heftige Debatten im Verwaltungsausschuss lassen nichts Gutes ahnen!

  5. Theob. Sch. sagt:

    Eine eventuelle Haftung wird Wellen schlagen und für Furore sorgen!

  6. Rd sagt:

    …“weil die Räume feucht sind“

    Wer kauft so das Forsthaus?

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