Gutachten zur Verkehrssicherheit im Schulzentrum-Ost Bretten

Im Folgenden handelt es sich um Auszüge aus dem Gutachten vom November 2001 der Firma Büro für integrierte Stadt- und Verkehrsplanung GmbH Bonn

Gutachterliche Stellungnahme:
Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit

1. Grundlagen und Zielsetzung der Stellungnahme
Die Stellungnahme basiert auf der Auswertung von Unterlagen, die vom Auftraggeber (AG) zur Verfügung gestellt wurden und auf einer mehrstündigen Bestandsaufnahme vor Ort Anfang November 2001. Ziel ist eine Bewertung der verkehrlichen Situation und die Beschreibung ggf. erforderlicher Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Die Achse Breitenbachweg / Max-Planck-Straße / Otto-Hahn-Straße ist als Sammelstraße innerhalb eines modifizierten Rasternetzes zur Verkehrserschließung einzuordnen. Maßgebliche Funktion ist die Erschließungsfunktion. Die Achse ist an das Netz der städtischen Hauptverkehrsstraßen angebunden: im Süden an die Ruiter Straße, im Norden an die Weißhofer Straße und über den Wannenweg an die Pforzheimer Straße.

Auf den Straßen Breitenbachweg, Max-Planck-Straße, Otto-Hahn-Straße und Wannenweg verkehren Buslinien, die neben der Erschließung der Wohngebiete Bedeutung für den Schülerverkehr haben. In den morgendlichen und mittäglichen Spitzenzeiten des Schülerverkehrs sind für kurze Zeiträume zum Teil erhebliche Schülerzahlen an den Haltestellen von Bus und S-Bahn zu verzeichnen.

3. Bewertung der gegenwärtigen Verkehrssituation
Zwischen Edith-Stein-Gymnasium und Zufahrt zum Hallenbad / Sporthalle sind Defizite in der Verkehrssicherheit zu verzeichnen. Insbesondere sind die Umsteigebedingen und die Sicherung von Fahrgästen beim Überqueren des Breitenbachweges nicht ausreichend. Die stadtauswärtige Haltestelle und der Aufgang zur S-Bahn liegen relativ weit auseinander. Zu einer Gefährdung querender Fußgänger, insbesondere Schüler, kommt es durch das Überholen wartender Busse durch Kfz an der stadteinwärtigen Haltestelle während des Fahrgastwechsels. Trotz Betätigung der Warnblinkanlage werden Busse vielfach mit unangemessener Geschwindigkeit überholt.

Die Sichtverhältnisse sind durch das Brückebauwerk und die Kurve unmittelbar vor der Haltestelle eingeschränkt. An der stadteinwärtigen Haltestelle sind außerdem die Warteflächen, trotz eines kürzlich erfolgten Ausbaus zu gering und es fehlt ein ausreichend dimensionierter, nutzergerechter Witterungsschutz.

Defizite in der verkehrlichen Gestaltung weist auch der Einmündungsbereich Egetmeyer- weg / Turbanstraße in den Breitenbachweg auf. Der Einmündungsbereich ist erheblich aufgeweitet, was die Fahrbahnquerung für Fußgänger sichtbar erschwert. Die Querung der Max-Planck-Straße am Busbahnhof Ost in Höhe der Haus-Nr. 18-20 ist ebenfalls unzureichend abgesichert. Auf der Westseite der Straße befindet sich ein auch von Schülern frequentiertes Geschäft, wodurch sich ein erhöhter Querungsbedarf ergibt.

Erreichbarkeitsprobleme sind für den Radverkehr zu verzeichnen. Kurz vor Beginn der Busbucht der stadtauswärtigen Haltestelle beginnt ein mit Zeichen 240 StVO ausgewiesener gemeinsamer Rad-/ Gehweg. Kommen Radfahrer der Benutzungs- pflicht des Weges nach, können sie weder in das Edith-Stein-Gymnasium, noch in Richtung Hallenbad / Sporthalle abbiegen, da es keine Bordabsenkung und keine Sicherung des Übergangs auf die Fahrbahn gibt. Der entsprechende Weg ist nach (2) zudem zu schmal für eine Ausweisung als gemeinsamer Rad-/Gehweg.

Mögliche Maßnahmen zur Gestaltung des Straßenraumes und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sollten sich an bestimmten Grundprinzipien orientieren. Folgende Kriterien bzw. Ziele der Straßenraumgestaltung sollten Berücksichtigung finden:

  • Sicherung der Funktionsfähigkeit als „Sammelstraße“ (vorrangig hier Erschließungs-funktion, aber auch Verbindungs- und abschnittsweise Aufenthaltsfunktion zu gewährleisten);
  • Herstellen einer größtmöglichen Verträglichkeit aller konkurrierenden Nutzungsansprüche und Minimierung von Nutzungskonflikten;
  • Gewährleistung einer hohen Verkehrssicherheit, insbesondere für den Schülerverkehr, auch bei erhöhtem Kfz-Verkehrsaufkommen durch gelegentliche Umleitungsverkehre aus dem Hauptnetz mit einem erhöhten Anteil ortsfremder Fahrzeugführer;
  • Optimierung und Sicherung der Umsteigebedingungen zwischen Bus und Stadtbahn am S-Bahn-Haltepunkt „Schulzentrum“;
  • Erarbeitung kostengünstiger Maßnahmen und Minimierung baulicher Eingriffe.

Zusammenfassend ergibt sich eine Bewertung der Verkehrssituation im Bereich zwischen Turbanstraße und Otto-Hahn-Straße, die im Unterschied zu (4), nicht als „optimal“ bezeichnet werden kann. Es gibt Sicherheits- und Funktionsdefizite, die durch punktuelle bauliche Maßnahmen entschärft werden sollten.

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