Lehrer fordern neuen Schutzzaun

Faust-Schule in Knittlingen wird inzwischen regelmäßig von Jugendlichen verwüstet – Stadtverwaltung gerät unter Zugzwang
KNITTLINGEN/MAULBRONN. Durch erneute Zerstörungen an der Johannes-Faust-Schule in Knittlingen ist die Verwaltung unter Druck geraten. „Es muss endlich etwas passieren“, forderte Rektor Roland Evers gestern Konsequenzen.

Der anhaltende Vandalismus von Jugendlichen auf dem Gelände der Grund-, Haupt- und Realschule im Zentrum von Knittlingen hat sich zu einem Ärgernis erster Ordnung entwickelt. Die Polizei aus Maulbronn ging am Wochenende als Jugendschutz-Streife gegen eine Schar junger Menschen vor, die am Busbahnhof vor dem Schulgebäude randalierte.

„Wir haben jugendliche Täter, die mehrere Papierkörbe abmontiert und traktiert hatten, durch unsere Präsenz gezwungen, den angerichteten Schaden wieder zu beseitigen“, meinte ein beteiligter Beamter. An der Schule seien in der Nacht auf Samstag keine Ausschreitungen festgestellt worden. Angesichts der zunehmenden Randale rund um die Faust-Schule will die Polizei in Zivil das Terrain bestreichen.

Erste Übergriffe auf Hausmeister
Rektor Roland Evers berichtete, auch der Hausmeister sei nicht mehr in der Lage, nachts auf dem Areal für Ordnung zu sorgen. „Was soll er allein machen, wenn ihm 15 betrunkene Jugendliche gewaltbereit entgegenkommen“, schilderte der Schulleiter eine Situation. Außerdem wollten aus Angst vor den Zuständen vor dem Gebäude Lehrerinnen abends nicht mehr an der Schule tätig sein. Hauptamtsleiter Stephan Hirth betonte ebenso, kommunales Personal dürfe nicht hilflos und schutzlos gewaltbereiten Cliquen gegenübergestellt werden. Das gelte für den Hausmeister wie für die Mitarbeiter des Bauhofs.

So soll der Gemeinderat bei seiner nächsten Sitzung entscheiden, ob mit einem Aufwand von 70 0000 Euro ein fester Zaun mit eingebauten Eingangstoren für die Schüler ebenso um das alte Gebäude errichtet werden soll. Das wird vehement von den Lehrern gefordert (die PZ berichtete).

Zusätzlich soll der städtische Ordnungsbeamte tagsüber das Areal kontrollieren. Zusätzlich wird der Einsatz eines Sicherheitsdienstes erwogen. Die Verwaltung erstattete gestern Anzeige beim Polizeiposten in Maulbronn. Amtschef Hirth legte eine umfangreiche Fotodokumentation als Beweismittel vor.

Diese Bilder zeigen, dass sechs Lampenschüsseln von der Decke des Schulaufgangs abgerissen und auf den Steintreppen zertrümmert wurden. Die Verwaltung hatte die Leuchten erst vor zwei Wochen erneuern lassen. Zwei Klettertürme vom Spielplatz lagen auf den Aufgängen zu den Klassenräumen.

Eine Klassentür war mit fremdländischen Graffiti-Sprüchen beschrieben worden. Mädchen-Toiletten der Klassen eins bis sechs wurden von den bisher unbekannten Sprayern als „Ausländer-Treff“ beschmiert. „Erstmals ist der Spielplatz, den viele Eltern ehrenamtlich in ihrer Freizeit gebaut haben, von den Tätern beschädigt worden“, ärgerte sich Evers. Er schätzt die jährlich durch diese Verwüstungen entstehenden Schäden an seiner Schule auf mehr als 10 000 Euro.

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