Schutz vor Randalierern gefordert

Vandalismus an Faust-Schule in Knittlingen erreicht Höhepunkt – Rektor fordert Zaun für das Gelände, Stadt erwägt Kameras
KNITTLINGEN. Graffiti, Kot und zertrümmertes Glas – seit Jahren hat die Faust-Schule in Knittlingen mit Vandalismus zu kämpfen. Infrarot-Kameras und ein Streetworker könnten nun die Zerstörungen auf dem Schulgelände eindämmen.

Eigentlich hat das Aufräumen nach jedem Wochenende auf dem Gelände der Faust-Schule in Knittlingen für Hausmeister Bernd Wörsdörfer Tradition: Je nach Zerstörungslaune der unbekannten Eindringlinge sammelt er Glasscherben, tauscht zertrümmerte Lampen aus und wischt geduldig die Urinlache vor dem Eingang des Altbaus auf. Doch als die Vandalen vor wenigen Wochen neben Urin auch noch ihren Kot vor der Tür hinterließen, sei ihm bei diesem Anblick schlecht geworden.

Seit Jahren treffen sich Jugendliche nahezu an jedem Wochenende auf dem Schulgelände, betrinken sich und fangen an zu randalieren. Der Vandalismus ist nichts Neues – doch ab dem Zeitpunkt, als der Kot vor dem Eingang der Grundschüler lag, ist die Situation für Rektor Roland Evers unzumutbar geworden. Um seine Schule sicher und sauber zu bekommen, gibt es für ihn nur eine effektive Lösung: „Ein Zaun muss her.“ Der Neubau der Schule sei bereits eingezäunt und „komischerweise passiert dort nichts“, meint Evers.

Die Stadtverwaltung in Knittlingen prüft derweil, ob es nicht auch andere Lösungen gibt. Nach Angaben von Hauptamtsleiter Stephan Hirth bedenke die Stadt momentan zusammen mit Vertretern der Polizei und Datenschutzbeauftragten, ob eine Installation von einer oder mehreren Infrarot-Kameras auf dem Schulhof möglich sei. Sollte aus Sicht des Datenschutzes grünes Licht für die Kameras gegeben werden, könnte bereits Mitte April der Gemeinderat über die Installation entscheiden. In dem am Dienstag verabschiedeten Haushalt sind zwar keine konkreten Beträge für die Kameras ausgewiesen. „Die Dinger sind schnell gekauft, daran soll es nicht liegen“, meint jedoch der Hauptamtsleiter.

Zweifel an Wirkung der Kamera
Spruchreifer ist dagegen die Planung, einen Streetworker in Knittlingen einzusetzen. 4000 Euro bewilligte der Gemeinderat dafür im Haushalt. Hirth glaubt, dass mit Gesprächen und Gewaltprävention einiges getan werden könnte. Die Einzäunung der Schule scheint dagegen weiter entfernt. Etwa 65 000 Euro soll eine Vergabe an eine Firma kosten. Die Devise von Bürgermeister Heinz-Peter Hopp lautet, dass ein solches Projekt aus dem laufenden Haushalt finanziert werden müsse. In diesem Jahr ist ein solcher Posten bisher noch nicht vorgesehen. Und auch ein anderer Punkt spricht eher dagegen: Ein Zaun um das Schulgelände komme laut Hirth vermutlich erst nach dem Ausbau der Friedenstraße 2007 in Betracht. Rektor Roland Evers will nicht so lange warten. „Bei den Zuständen ist das unzumutbar“, meint er. Ferner bezweifelt er den Nutzen einer Kamera: Im verwinkelten Schulgelände könne sie nicht alle Ecken beobachten. Am Dienstag hat der Gemeinderat Knittlingen den Haushalt über 15,2 Millionen Euro für das Jahr 2007 beschlossen.

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