Stadtwerke wollen dem „Steiner Pfad“ einheizen

Baubeginn des Holzhackschnitzel-Silos für die neue Nahwärme-Zentrale im Brettener Süden hat begonnen
Ab Mai soll das heiße Wasser durch die Leitungen rauschen
Von unserem Redaktionsmitglied Thilo Kampf
Bretten. Wenn im Sommer die ersten Häuser im Neubaugebiet „Steiner Pfad“ stehen, wird man vergeblich Schornsteine auf den Dächern und Heizanlagen im Keller suchen: Die Energie für Heizung und Warmwasser werden unterirdisch angeliefert – als „Nahwärme“. Mit dieser Form der Energieversorgung bringe man in Bretten den Umweltschutz voran, erklärt Stefan Kleck, Geschäftsführer der Stadtwerke.
Seit einigen Tagen sind Bauarbeiter mit dem Ausheben eines „Bunkers“ (Kleck) auf dem Areal der Stadtwerke beschäftigt. In diesem Silo, das größtenteils unter der Erde liegt, sollen bis zu 180 Kubikmeter Holzhackschnitzel gelagert werden können – ausreichend für knapp eine Woche Dauerbetrieb der Holzheizung im Innern eines angrenzenden Gebäudes.
Die Ausschreibung für die eigentliche Heiztechnik, die in einem Lagergebäude neben dem Silo installiert werden soll, läuft derzeit. Mit dem Baubeginn der Heizzentrale rechnet der Stadtwerke-Geschäftsführer ab Anfang März. Die erste Nahwärme könnte dann im Mai Richtung „Steiner Pfad“, wo über 120 Bauplätze entstehen, fließen.
Erzeugt wird die Nahwärme zu etwa 50 Prozent aus Holzhackschnitzeln, die zum Teil aus dem Brettener Wald stammen, aus Erdgas sowie durch das Blockheizkraftwerk. Die Energiepreise für die Nahwärme dürften sich laut Kleck im Bereich der Kosten einer reinen Erdgas-Versorgung bewegen – für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmeter Nutzfläche sind das ungefähr 2 100 Euro im Jahr. Die Vorteile der Häuslebauer seien, dass sie weder Heizanlage noch Schornstein „brauchen (und dadurch auch Gebühren und Versicherungen entfallen), „die Sache ziemlich wartungsfrei“ sei und im Haus lediglich ein Wärmetauscher und eventuell ein Warmwasserspeicher benötigt würden, fasst Kleck zusammen.
Oberbürgermeister Paul Metzger (CDU) freut besonders, dass die „umweltfreundliche und hoch effiziente“ Energie-Erzeugung einen wirtschaftlichen Betrieb der Gesamtanlage möglich machten. Die große Nachfrage nach Bauplätzen und die positive Resonanz auf das Angebot der Stadtwerke zeige, „dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben“.
Nahwärme „Steiner Pfad“
Über spezielle Leitungen wird die Nahwärme von den Stadtwerken zu den einzelnen Häusern im „Steiner Pfad“ verteilt. Das Wasser hat eine Temperatur von 80 Grad. Nachdem das Wasser die Wärme im Haus abgegeben hat, fließt es mit etwa 50 Grad Celsius wieder zurück. Weitere Infos unter Telefon 91 31 44 oder g.eberl@stadtwerke-bretten.de.

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3 Antworten zu Stadtwerke wollen dem „Steiner Pfad“ einheizen

  1. chr. uh. sagt:

    Brunsbüttel in Norddeutschland ist ja auch weit genug entfernt von Bretten. Deshalb ist es schließlich völlig egal, was dort unter finanzieller Brettener Beteiligung und weiterer südwestdeutscher Städte und Gemeinden in die Luft geblasen werden soll. So macht man dem Umweltschutz alle Ehre.

  2. K-DV sagt:

    Folgendes gilt in Bretten. Seht alle her: Daheim machen wir in Umweltschutz, draußen beteiligen wir uns am Kohlekraftwerksbau!

  3. dr sagt:

    Am 30.01.2007 konnte ich in den Brettener Nachrichten folgende Überschrift lesen: Stadtwerke beteiligen sich an Kraftwerksbau. In der heutigen Ausgabe lese ich: Baubeginn des Holzhackschnitzel-Silos für die neue Nahwärme-Zentrale im Brettener Süden hat begonnen.
    Mit dieser Form der Energieversorgung bringe man in Bretten den Umweltschutz voran, erklärt Stefan Kleck, Geschäftsführer der Stadtwerke.
    Oberbürgermeister Paul Metzger (CDU) freut besonders, dass die „umweltfreundliche und hoch effiziente“ Energie-Erzeugung einen wirtschaftlichen Betrieb der Gesamtanlage möglich machten – usw.

    In Bretten preisen beide Herren die Umweltfreundlichkeit der Anlage an. Bei der Beteiligung am Kraftwerksbau wird lediglich gemeldet, daß es sich hierbei um ein Kohlekraftwerk handelt. Der absolut umweltfreundliche Ausstoß sowie die damit einhergehende massive Erhöhung des Treibhausgases CO2 werden aus guten Gründen selbstverständlich nicht genannt. Ich wundere mich wieder einmal mehr, für wie dämlich die Leser der beiden Berichte von diesen Herren in exponierten Positionen gehalten werden. Wie lange muss man das noch hinnehmen?

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