Gegenvorschläge zur Rechberg-Trasse

Interfraktioneller Gemeinderats-Antrag zur Untersuchung alternativer Lösungsvorschläge für die Brettener Verkehrsprobleme
Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier
Bretten. Die Planungen für eine Brettener Ortsentlastungsstraße über Rechberg und Rinklinger Tal sollen auf Eis gelegt werden, bis aktuelle Zahlen über die Verkehrsbelastung Brettens ermittelt und eine Reihe alternativer Lösungsvorschläge durchgerechnet und untersucht sind. Das ist die zentrale Aussage eines interfraktionellen Antrags aus dem Brettener Gemeinderat, der die Unterschriften von 21 der 26 Stadträte trägt und der jüngst Oberbürgermeister Metzger überreicht wurde. Die Fraktionen (außer der SPD) haben damit auf Gespräche mit der Bürgerinitiative Rechberg reagiert, die durch die im Frühjahr vorgestellte Planung für eine Entlastungsstraße im Brettener Südwesten unzumutbare Belastungen auf Teile der Stadt zukommen sieht.

Der gemeinsame Antrag der Fraktionen greift teils auf frühere Diskussionsansätze für eine Entlastung Brettens zurück. In jedem Fall geht es darum, den Verkehr auf der Nord-Süd-Achse der B 294 aus der Innenstadt herauszunehmen, indem südlich von Bretten eine Verbindung zur B 35/B 293 geschaffen wird. Etwa im Vorschlag der Freien Wählvereinigung, die die Entlastung Brettens über einen Tunnel unter der Wanne erreichen möchte. Herbert Vogler verweist auf die Möglichkeit, diese Trasse bis zu den Hetzenbaumhöfen weiter zu führen und sogar das Industriegebiet am Rüdtwald anzubinden.
Ebenfalls ein Tunnel unter der Wanne ist Kernstück des FDP-Vorschlags. Die Trasse führt aber weiter in Richtung Knittlingen, um möglichst das künftige Gewerbegebiet der Fauststadt mit anzubinden. Auch hier ist eine Weiterführung zur L 1103 bei den Hetzenbaumhöfen vorgesehen.
Der FDP-Vorschlag, ausgearbeitet von Helmut Hackel, sieht zusätzlich noch eine Straßenverbindung von der B 294 nach Westen zur B 293 vor. Sie entspricht dem seit vielen Jahren bekannten Vorschlag einer großen Südwestumgehung, für den der Bund aber auf absehbare Zeit kein Geld bereitgestellt hat. Auf den Rat von Abgeordneten hin habe man sich entschieden, nicht zu knapp zu rechnen, begründet Karin Gillardon. Abgespeckt werde hinterher sowieso.

Ganz anders der Lösungsansatz der Grünen. Auch sie setzen auf einen Tunnel in Ost-West-Richtung, allerdings innerhalb des Stadtgebiets. Ein Tunnel an dieser Stelle sei bereits vor Jahrzehnten unter dem Schlagwort „Bündelungstrasse“ diskutiert worden, erinnert Otto Mansdörfer. Allerdings gehe der Grünen-Vorschlag von einer sehr viel tiefer liegenden Tunnelstrecke aus, die am Fuß des Wannenwegs beginnt und nach Unterquerung der Max-Planck-Straße beim ehemaligen Rosengarten neben dem Hallenbad wieder ans Tageslicht kommt. Dadurch gebe es keine Belästigung für die Wannen-Bewohner, argumentiert Mansdörfer, andererseits aber bringe eine solche stadtnahe Trasse höhere Verkehrsmengen und sei daher eher zu realisieren.

Von der CDU-Fraktion kommt zwar kein eigener Vorschlag für eine Entlastung im Brettener Süden. Dafür weist aber Michael Nöltner auf die Notwendigkeit von Verbesserungen im Bereich der Nordumgehung hin. „Bei allen Lösungen wird zusätzlicher Verkehr auf die B 35 gebracht, aber es bleibt offen, wie es dann um Brettener herum geht. Deswegen fordert die CDU einen vierspurigen Ausbau zwischem Karlsruher Dreieck und Gölshäuser Dreieck sowie Lärmschutz auf der gesamten Länge.

Von allen beteiligten Fraktionen getragen wird der Vorschlag einer innerstädtischen Zwischenlösung: Im Bereich Bahnhofstraße/Zähringerstraße/Melanchthonstraße/Brucknerstraße soll es einen Einbahnring geben, um die Verkehrsprobleme im Westen der Kernstadt in den Griff zu bekommen.

 

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10 Antworten zu Gegenvorschläge zur Rechberg-Trasse

  1. K-DV sagt:

    Der Vorschlag der FDP ist leider etwas für den Papierkorb.

    Denn „im Bundesverkehrswegeplan sei bisher kein Tunnel durch die Wanne vorgesehen, sondern die Verlegung der B294 im Südwesten“, so Oberbürgermeister Paul Metzger zu den aktuellen Verkehrs-Diskussionen.

    Also doch: ORTSENTLASTUNGSSTRASSE WEST!

  2. a-v sagt:

    Aktuell wird wieder die Katze aus dem Sack gelassen.

    Der gültige vom Gemeinderat beschlossene Generalverkehrsplan, der bei steigenden Belastungen noch vor dem Kreisel (von Pforzheim kommend) ein Abfließen des Verkehrs in süd-westliche Richtung vorsieht.

    Also doch: ORTSENTLASTUNGSSTRASSE WEST!

  3. S. sagt:

    Bedarf es noch eines besseren Beweises für die Unfähigkeit der Brettener Stadtverwaltung in Sachen Alternativvorschläge an den Gemeinderat? Sie hat ja bereits einen untauglichen Versuch gestartet. Weitere werden wohl folgen.

  4. si/z sagt:

    Alter Wein in neuen Schläuchen! – Nur die damaligen Ideen hatten aber trotzdem absolut nichts von altem Wein.

  5. f-h sagt:

    Im Jahr 1986 gab es schon einmal den großen Unsinn in Sachen Umgehungsstraße. 20 Jahre lang hat sich nichts getan. Jetzt zaubern einige den alten Unsinn wieder aus dem Hut. Und meinen, daß sie damit nicht weiter auffallen.
    Bloß die dürfen nicht glauben, daß die Brettener Bürger ein kurzes Gedächtnis haben.

  6. i-L sagt:

    Wo sind die intelligenten Verkehrsplaner in der Stadtverwaltung? – Fehlanzeige! Wahrscheinlich werden in Kürze jede Menge Aufträge in Sachen Verkehrsplanung an Ingenieurbüros vergeben. Wenn diese doch nicht so viel Geld kosten würden, dann hätte ich dafür noch etwas Verständnis. Aber bei den Gebühren nicht.

  7. -p.v.- sagt:

    Ein echtes Armutszeugnis, was die Stadtverwaltung Bretten von sich gibt. Nämlich nichts!

  8. - zy - sagt:

    Der einzig gescheite Vorschlag ist der einer innerstädtischen Zwischenlösung mit einem Einbahnring im Westen der Kernstadt. Die anderen Vorschläge kann man geflissentlich vergessen.

  9. Rd sagt:

    Zunächst ist dem Redaktionsmitglied Rudolf Baier ein goßes Lob wegen des sehr informativen Berichtes mit gezeichneter Übersicht auszusprechen.

    Was wesentlich weniger lobenswert erscheint, ist die Tatsache, daß 21 Stadträte innerhalb ihrer Fraktionen dem Chef der Stadtverwaltung Vorschläge unterbreiten. Das ist absolut nicht deren Aufgabe. Es ist Aufgabe der Stadtverwaltung, dem Gemeinderat Alternativen vorzuschlagen. Es ist von der Verwaltung bloß ein einziger Vorschlag gemacht worden. Dieser hatte dazu noch die Gemüter – besonders die der Brettener Bürger im Sitzungssaal – stark erregt.

    Vielleicht wollte damals die Verwaltung mit nur einem einzigen Vorschlag aufzeigen, ihre Hausaufgaben bestens gemacht zu haben.

  10. mm sagt:

    Zur "Originalität" der im Artikel gemachten Vorschläge, lesen Sie bitte auch den Artikel "Die Bündelungstrasse von 1986"

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