Klagen von Bürgern über Baustellen der Stadtwerke / Alte Gasleitungen müssen erneuert werden
Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier
Bretten. Sperrungen, Umleitungen, aufgegrabene Straßen, aber zeitweise kein Mensch bei der Arbeit – Oberbürgermeister Metzger hat in letzter Zeit einiges an Ärger aus der Bürgerschaft über Baustellen in der Kernstadt abbekommen. „Es ist zwar wirtschaftlich, an vielen Löchern gleichzeitig arbeiten zu lassen. Aber man muss auch auf die Belange der Bürger sehen“, kritisiert er die Stadtwerke. Die stadteigene Versorgungsgesellschaft nämlich ist Auftraggeber für die meisten Arbeiten.
Alte Gasrohre aus Grauguß machten die Arbeiten erforderlich, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Kleck. Mit der Zeit ist das Metall mürbe geworden, Gas droht auszutreten. Unfälle vor einigen Jahren haben klar gemacht, dass das Problem überall in Deutschland anzutreffen ist. „Fast ein Drittel unseres Gasnetzes besteht aus Grauguß. Wir haben eine Frist bis 2010, es zu sanieren.“
Sanieren bedeutet entweder austauschen, wie es seit vergangenem Jahr im Bereich Promenadenweg/Gartenstraße/Postweg/Kurpfalzstraße geschieht. Dazu wird die Straße komplett aufgegraben. Bei dieser Gelegenheit erneuern die Stadtwerke auch gleich noch Wasser- und Stromleitungen. Oftmals springt auch die Stadt Bretten mit auf den Zug und erneuert bei dieser Gelegenheit auch die Abwasser-Kanalisation, um anschließend der Straße eine neue Fahrbahndecke zu verpassen.
Sanieren kann man die Gasrohre aber auch, indem man innen einen Gewebeschlauch einzieht und diesen verklebt. Dann muss die Straße nur an einigen Stellen aufgegraben werden, um an die Enden der jeweiligen Rohrstrecke zu kommen. Dies ist in den letzten Wochen im Bereich Roßlauf im Hausertal geschehen. Das Reinigen der Rohre mit Höchstdruck, das Einkleben und Aushärten der Schläuche, die erforderliche Dichtigkeitsprüfung und die Wiederherstellung der Hausanschlüsse brauche eben einige Zeit, erklärt Stefan Kleck, räumt aber zugleich ein, „dass man das auch schneller hätte abwickeln können“. Teilweise habe die beauftragte Firma die Stadtwerke hängen lassen, teilweise seien aber auch die eigenen Kräfte mit der Arbeit nicht nachgekommen, erklärt der Geschäftsführer mit Hinweis auf „Baumaßnahmen an allen Ecken und Enden der Stadt“. Mittlerweile seien aber alle diese Löcher wieder geschlossen. Gebaut wird dagegen weiterhin im Bereich des Postwegs. „Ende nächster Woche ist der Postweg wieder frei“, verspricht Stadtbauamtsleiter Walter Gruber. Dann soll die Straße dort auch eine neue Fahrbahndecke samt gepflasterter Kreiselfläche im Bereich der Einmündung des Kaiserlindenwegs bekommen haben.
Allerdings: Schluss mit den Baustellen wegen der Sanierung alter Gasrohre ist damit in Bretten noch lange nicht. „2007 geht es weiter“, kündigt Kleck an. Im Frühjahr wird zunächst der Postweg zwischen Kaiserlindenweg und Apothekergasse aufgegraben.
Nach Peter und Paul kommt der Abschnitt zwischen Apothekergasse und Am Schänzle an die Reihe, und der Rest bis zur Heilbronner Straße wird wohl erst 2008 erledigt. Problematisch wird in diesem Bereich sein, die Zufahrt zum Friedhof zu gewährleisten. OB Metzger betonte, dass darauf besonderes Augenmerk zu richten ist.
Weitere Rohrstrecken, die erneuert werden müssen, liegen im Bereich Husarenbaum/Egetmeyerweg und in der Hans-Sachs-Straße. Wann hier aufgegraben wird, ist aber noch ungewiss.
Man reißt nicht gleichzeitig an zu vielen Stellen im Stadtgebiet oder woanders die Straßen auf, wenn man sie nicht schnellstens wieder zuschütten kann. Der Verantwortliche hat noch nie etwas von Begriffen wie Arbeitsvorbereitung und Arbeitsablaufplanung gehört.
Die Verantwortung für die Baustellen der Stadtwerke liegt beim Stadtwerkechef. Er hat die Klagen der Bürger abzuarbeiten. Mit den obigen Ausführungen hat er das nicht geschafft.