Initiative will Entlastungsstraße kippen

Gut besuchte Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Rechberg im „Krone“-Saal
Bretten (BNN). „Langfristige Verkehrs-Konzeptionen“ statt der geplanten Ortsentlastungsstraße fordert die Bürgerinitiative (BI) Rechberg. Um Mitglieder, interessierte Bürger und Kommunalpolitiker über ihre Ziele zu informieren, hatte die BI in den Saal des Hotels „Krone“ eingeladen.

Wie eine BI-Vertreterin den BNN erläuterte, sei es das Hauptziel der Initiative, die Entscheidungsträger – in diesem Fall: Gemeinderats-Mitglieder – dazu zu bewegen, die umstrittene Ortsentlastungs-Straße aus der Verkehrsplanung zu nehmen. Gleichzeitig sollten eigene Ideen und Pläne für eine langfristige Lösung vorgestellt werden, um in naher Zukunft gemeinsam ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, das den Bund zur Aufnahme in den Generalverkehrsplan – und damit zur Förderung – veranlassen würde.

Reinhard Baumgärtner von der BI freute sich über das rege Interesse der Bürger und darüber, dass alle Fraktionen dieser Einladung gefolgt seien. Ebenso wie sein Mitstreiter Georg Falkenstein ist Baumgärtner der Ansicht, dass die Bürgerinitiative selbst keine Planungen vornehmen, sondern vielmehr eine Plattform für die Fraktionen schaffen wolle, damit die Volksvertreter „eine vernünftige Lösung für die nächsten Generationen“ erarbeiten könnten. Solange jedoch die Ortsentlastungsstraße nicht aus den Köpfen sei, so Falkenstein, würden weitere Planungen und Vorschläge abgeblockt.
Der Vertreter der Bürgerinitiative appellierte an die Entscheidungsträger, den Mut zu haben für einen entsprechenden Antrag, die Ortsentlastung aus den Verkehrsplanungen herauszunehmen. Es gehe der Initiative nicht um die Interessenwahrung Einzelner, sondern unter anderem um den Verlust der einzigen, noch einigermaßen funktionierenden Frischluftzufuhr mit Hauptwindrichtung Südwest für die Stadt.

CDU-Fraktions-Chef Michael Nöltner stellte die vor Jahren entstandene Idee einer Ortsentlastungsstraße dar. Die damalige Verkehrssituation habe dies als erforderlich erscheinen lassen. Da sich die innerstädtische Problematik nach Kreisel und Teilausbau des Alexanderplatzes erholt habe, denke er jedoch derzeit an einen vierspurigen Ausbau der B 35 vom Gölshäuser Dreieck bis zum Karlsruher Dreieck, verbunden mit Lärmschutzmaßnahmen, an die direkte Anbindung der Landesstraße 1 103 an die B 35 zur Entlastung der Weißhofer Straße, an eine Optimierung der Ampelregelung und eine Einbahnstraßen-Regelung zwischen Alexanderplatz und Pforzheimer Straße.

Für SPD-Fraktions-Sprecher Heinz Lang wäre es „unverantwortlich“, die Entlastungsstraße aus der Planung herauszunehmen. Er plädiere allerdings für eine Untertunnelung des Rechbergs.

Die Vertreter der Freien Wähler (Herbert Vogler), der Grünen (Fraktions-Chef Otto Mansdöfer) der FDP-VBU (Helmut Hackel) präsentierten an diesem Abend weitere Varianten, die nach Ansicht der BI zu einem guten Ergebnis führen könnten.
FWV-Stadtrat Dr. Frank Altenstetter und Dr. Hassan Scheikh, Chefarzt der Rechbergklinik, machten deutlich, dass eine weitere Zufahrt zum Krankenhaus nicht notwendig sei. Sie fänden es schade, dass OB Paul Metzger diese immer wieder als Rechtfertigung für den Bau der Ortsentlastungsstraße anführe. Bei der Unfallrettung komme es jedoch in erster Linie auf die Effizienz der Erstversorgung am Unfallort und nicht auf eine ungebremste Zufahrt zum Krankenhaus an. Bis dato sei noch kein Fall vorgekommen, der eine weitere Zufahrt notwendig gemacht hätte.

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2 Antworten zu Initiative will Entlastungsstraße kippen

  1. z sagt:

    Vor lauter Bäumen sieht man den Wald nicht mehr! Die vielen Alternativvorschläge schaffen keine Mehrheiten. Das sollten die Diskussionsteilnehmer wissen. Deshalb lassen sie davon ab und überlegen sie sich, welche wenigen Vorschläge aussichtsreich sind. Trennen sie die Spreu vom Weizen und verabschieden sie sich von den Vorstellungen für die Ortsentlastungsstraße.

  2. - p - sagt:

    Ich nehme einfach einmal an, daß der folgende Spruch allen Beteiligten bekannt ist: Viele Köche verderben den Brei!
    Am meisten wird sich wohl Herr Metzger darüber freuen. Sind sich die Beteiligten weiterhin nicht einig, wird er ein leichtes Spiel haben, seine Version immer wieder in die Diskussion zu bringen nach dem Spruch: Steter Tropfen höhlt den Stein! Er will die Zuschüsse kassieren.

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