Bevölkerung schrumpft von 2012 an

Statistiker
2030 leben 225.000 weniger als heute in Baden-Württemberg
Stuttgart – Die Bevölkerung in Baden-Württemberg wird nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes trotz weiterer Zuwanderung von 2012 an stetig zurückgehen. Nach der Prognose leben im Jahr 2030 nur noch rund 10,5 Millionen Menschen und damit etwa 225.000 weniger als heute im Südwesten, teilten die Statistiker am Montag in Stuttgart mit.

Die Berechnungen beruhen auf der Annahme, dass in jedem Jahr durchschnittlich 17.000 Menschen mehr zuwandern als fortziehen. 2050 müsse bei gleich bleibender Entwicklung mit einer Million weniger Einwohnern als derzeit gerechnet werden.

Entsprechend schrumpfen wird die Zahl der Menschen im Alter zwischen 20 und 59 Jahren. Diese stellen vor allem die erwerbsfähige Bevölkerung. 2030 nehme diese Gruppe im Vergleich zum heutigen Stand (rund 5,9 Millionen) um 840.000 Menschen ab, sagte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Gisela Meister-Scheufelen.

In diesem Jahr könne es zudem erstmals im Südwesten zu einem Geburtendefizit kommen. Im ersten Halbjahr habe die Zahl der Geburten unter der Zahl der Sterbefälle gelegen. „Wir rechnen in diesem Jahr mit einer roten Null“, erklärte Meister-Scheufele. Baden-Württemberg sei seit 2001 das einzige Bundesland mit einem Geburtenüberschuss gewesen.

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4 Antworten zu Bevölkerung schrumpft von 2012 an

  1. S.L. sagt:

    Die Berechnungen des Statistischen Landesamtes beruhen auf der Annahme, dass in jedem Jahr durchschnittlich 17.000 Menschen mehr zuwandern als fortziehen. Doch wo sollen diese herkommen, wenn in ganz Europa die Bevölkerungszahlen zurückgehen? Politiker, die immer noch „Wachstum“ im Kopf haben, können dieses Problem nicht lösen, auch wenn sie ihren Wählern ständig einreden, dass dies mit der richtigen Politik möglich sei.
    Politiker müssen endlich einsehen, dass der Bevölkerungsrückgang weder mit höherem Kindergeld noch mit familienfreundlicher Kommunalpolitik aufgehalten werden kann. Es ist höchste Zeit, dass sich Städte und Gemeinden sofort (!) auf den unvermeidlichen „Schrumpfungsprozess“ einstellen.

  2. gho sagt:

    Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes wird „die Bevölkerung in Baden-Württemberg trotz weiterer Zuwanderung von 2012 an stetig zurückgehen“. Diese Aussage ist nicht neu. Schon seit vielen Jahren weisen die Statistiker immer wieder auf diesen Aspekt der demografischen Entwicklung hin.
    Leider stoßen sie dabei bei Kommunalpolitikern auf taube Ohren. Bevölkerungsrückgang führt letztendlich zu einem geringeren Bedarf an Arbeitsplätzen und Wohnungen. Die Auslastung von Infrastrukturen wie Straßen, nimmt ab. Trotzdem werden in Bretten Neubaugebiete ausgewiesen und Straßen geplant. Warum? Aus Prestige, kurzfristigen Profit oder weil man unfähig ist die nicht mehr zeitgemäße Planungsmentalität der 60er Jahre ad acta legen zu wollen?

  3. ch.u. sagt:

    Politiker, Experten und Prominente diskutieren in unzähligen Schwätzer-Sendungen dieses Thema. Völlig überflüssig. Nicht diese, sondern Betroffene müssen zu wirklich ernsthaften Diskussionen eingeladen werden. Die ersten drei genannten Personengruppen haben in derlei Gesprächsrunden absolut nichts zu suchen. Auf leeres Gerede und Geschwafel kann der Fernsehzuschauer sehr gut verzichten.

  4. S. sagt:

    Es gibt eine ganz einfache Erklärung. Wie es uns unsere Volksvertreter immer wieder einreden wollen. daß alles für die Kinder und für die Familien getan wird. Wer glaubt so etwas noch? Kinder und Eltern sind doch die Getäuschten. Finanzielle Anreize vom Staat werden das Problem nicht lösen. Familienfreundlichkeit (bezahlbarer Wohnraum), Kinderfreundlichkeit (Spielplätze), Kindergartenangebote, Schulangebote, Ausbildungsangebote, Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche – diese bei weitem nicht erschöpfenden Begriffe müssen flächendeckend besetzt werden.
    Weil sich selbst die Bundesfamilienministerin persönlich nun wahrlich nicht mit Durchschnittsfamilien vergleichen kann, sind ihre Vorstellungen über Familien und Kinder nicht gerade repräsentativ. Auch alleinstehende, getrenntlebende, kinderlose, alleinerziehende, zusammenlebende Menschen usw. sind in unserem Land neben den Familien anzutreffen.
    Diese Menschen können Antworten auf den beklagten Geburtenrückgang und auf die Lebensform Familie geben.

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