Ein Hallenbau fürs Buch der Rekorde

Nach extrem kurzer Planungs- und Bauzeit wird nächsten Donnerstag die neue Anlage im Sportzentrum übergeben
Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier
Bretten. Die Teleskoptribüne liegt noch auf dem Boden der Wettkampfhalle, im Foyer hängen Kabel aus der Decke, das Rattern eines Bohrhammers hallt durch den Neubau, auf dessen Rückseite gerade die Asphaltdecke für den Parkplatz eingewalzt wird: Eine Woche vor der feierlichen Eröffnung der neuen Brettener Sporthalle im Grüner (Programm im Kasten rechts) herrscht reges Treiben auf der Baustelle.
Eigentlich war die Eröffnung schon zum Ende des vergangenen Schuljahrs geplant. Mit einigen Firmen, die für Ausbaugewerke zuständig waren, habe es Probleme gegeben, begründet Jürgen Fetzner, einer der Architekten, die Verzögerung, an der aber natürlich auch der harte Winter seinen Anteil hatte. Trotzdem freut sich Oberbürgermeister Paul Metzger, dass der Bau in enorm kurzer Zeit abgewickelt worden sei – so schnell, dass er eigentlich ins Buch der Rekorde eingetragen werden müsse.
Denn der erste Spatenstich liegt noch nicht einmal elf Monate zurück. Dem Großbrand vom Ostersamstag vergangenen Jahres, bei dem die alte Sporthalle ein Raub der Flammen wurde, war eine überaus schnelle und effektive Entscheidungs- und Planungsphase gefolgt. Nur einen Monat nach der Katastrophe billigte der Gemeinderat den Vorentwurf der Architekten Ketzel, Fetzner und Selinka für zwei jeweils dreiteilbare Sporthallen an der Stelle der alten vierteiligen Halle. Als glücklicher Umstand erwies es sich dabei, dass eben jene Architekten wenige Jahre zuvor den Plan für eine neue Schulsporthalle entworfen hatten, der dann aus finanziellen Gründen in der Schublade verschwand. Nun konnte auf diese Vorarbeit aufgebaut werden.
Nicht nur über das Tempo beim Hallenbau zeigte sich Oberbürgermeister Metzger bei einem Lokaltermin gestern überaus zufrieden. Auch die Kosten haben sich sehr günstig für die Stadt entwickelt. Auf 7,5 Millionen habe man diese größte Baustelle der Stadt Bretten geschätzt.
„Nun werden wir voraussichtlich mit 7,3 Millionen abrechnen können.“ Überaus günstig erwies bei der Kalkulation das Gutachten eines Sachverständigen, der die alte Halle als Totalschaden deklarierte. Das brachte der Stadt Bretten 5,3 Millionen Euro. So viel hätte nach Einschätzung der Versicherung der Wiederaufbau jener Hallenkapazität gekostet, wie sie vor dem Brand vorhanden war.
Um den gewachsenen Anforderungen des Schul- und des Vereinssports gerecht zu werden, entschied der Gemeinderat, die Hallenkapazität um 50 Prozent aufzustocken und zwischen den beiden Hallenteilen ein Foyer sowie eine Aula anlegen zu lassen, die auch repräsentativen Ansprüchen gerecht werden.
Dies alles schaffe die Stadt Bretten, ohne neue Schulden machen zu müssen, freute sich der Oberbürgermeister gestern. Dank guter Steuereinnahmen werde es gelingen, die Kosten aus dem Haushalt zu finanzieren und dabei auch noch alte Kredite zu tilgen.
Mit den beiden neuen Hallenteilen, von denen der eine vorwiegend dem Sportunterricht dient, der andere auch als Wettkampfstätte ausgelegt ist, erfahre das Angebot im Sportzentrum im Grüner seine Abrundung, meint der OB. Von Schwimmen über Reiten, Tennis, Skaten und Volleyball sei bis zum Hallenhandball und Judo hier nun das gesamte sportliche Spektrum machbar.
Fürs Judo hat der Verein Judokan, dessen Sportstätte beim Hallenbrand in Mitleidenschaft gezogen worden war, unter der Aula der neuen Halle großzügige Räume bekommen.
Schon erfreue sich die neue Halle samt Aula großer Nachfrage, berichtete Metzger. Er stellte aber sogleich klar: „Dies ist eine Sporthalle, vorrangig für den Schul- und Vereinssport gebaut, wenig für gesellige Veranstaltungen.“ Gut vorstellen könne er sich gleichwohl, dass alle paar Jahre die neue Halle der ideale Schauplatz einer Leistungsschau des Brettener Gewerbes ist.
Für Großveranstaltungen mit Besucheransturm ist die neue Halle auch sicherheitstechnisch gerüstet, wie die Architekten und Rudi Lehner, der die Bauaufsicht hatte, erklärten. Neueste Brandmeldeanlagen seien installiert worden, Notausgänge in großer Zahl ermöglichen im Ernstfall das blitzschnelle Evakuieren der Halle. Als besonderes Plus bei der Brandsicherheit heben die Planer die hölzerne Dachkonstruktion hervor. Sie könne einem Feuer wesentlich länger widerstehen als eine Metallkontruktion, wie die alte Halle sie hatte. „Holz bleibt viel länger tragfähig als Stahl“, macht Alexander Ketzel klar. Da bleibe im Ernstfall noch genug Zeit, ein Feuer von innen zu bekämpfen.

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