Wir wollen eine Optimierung in kleinen Schritten

Brettener CDU fordert exakte Daten über die Verkehrsbelastung / Kößler setzt sich für Transit-Verbot ein
Von unserem Redaktionsmitglied Thilo Kampf
Bretten. Die geplante Entlastungsstraße im Brettener Süden ist zwar vorerst vom Tisch (wie bereits berichtet, vertagte der Gemeinderat diesen Punkt), doch das Thema Verkehr erregt weiterhin die Gemüter in Bretten. Nachdem der Ausbau des Alexanderplatzes abgeschlossen und der Verkehr inzwischen auch über den Kreisel in der Wilhelmstraße rollt, fordert die Brettener CDU exakte Daten über die Verkehrsbelastung, um dann über weitere Schritte beraten zu können. „Wir brauchen eine konkrete Erhebung mit einer Befragung, eine Art General-Verkehrswegeplan“, erklärte Jürgen Fetzner gestern gegenüber den BNN.
Unter Umständen seien es nämlich gar nicht „Mautpreller“, die das Gros des Verkehrs in Bretten ausmachten, sondern der Ziel- und Quellverkehr von und zum Industriegebiet Gölshausen, vermutet der CDU-Ortsverbands-Chef. Doch um dies verlässlich sagen zu können, brauche man eben Fakten.Eine solche Erhebung müsse der Oberbürgermeister beim Regierungspräsidium Karlsruhe beantragen, erläuterte CDU-Fraktionschef Michael Nöltner. Der Gemeinderat werde Paul Metzger demnächst dazu auffordern.

Die Brettener CDU habe sich „noch nicht abschließend festgelegt“, welche Lösungen sie favorisiere, sagte Nöltner weiter. Nach Ansicht der CDU-Oberen habe sich die Verkehrssituation in Bretten durch den Ausbau des Alexanderplatzes und des Kreisels Wilhelmstraße bereits „deutlicher verbessert, als wir erwartet hatten“ (Nöltner). Für Jürgen Fetzner geht es „jetzt darum, die Bremsfaktoren weiter zu beseitigen“, damit der Verkehr reibungslos durch die Stadt rolle. „Wir wollen eine Optimierung in kleinen Schritten“, so Fetzner weiter, denn die großen Lösungen brauchten zu viel Zeit. Laut Aussage des Landtagsabgeordneten Joachim Kößler ist beispielsweise die von Teilen der Bürgerschaft geforderte große Südwest-Umgehung „vor dem Jahr 2015 nicht diskutabel“, da sie nicht einmal als „dringlich“ in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen sei. Zudem gebe es auch noch keine Umweltverträglichkeitsprüfung.

Statt auf die – von OB Metzger initiierte – Ortsentlastungsstraße oder die Südwest-Umgehung zu setzen, fordert die CDU eine „Politik der kleinen Schritte“: Zum Forderungskatalog zählen laut Nöltner beispielsweise der vierspurige Ausbau der B 35 zwischen dem Gölshäuser und dem Diedelsheimer Dreieck und die Verbindung der Landesstraße Bretten-Oberderdingen zur B 35 in Höhe des Steinbruchs hart an der Knittlinger Grenze. Und Fetzner könnte sich auch die bereits 2001 im Gemeinderat diskutierte Variante eines Ausbaus der Bahnhofstraße mit einer Verschwenkung über das Gelände zwischen Handelshof und Brucknerstraße Richtung Melanchthonstraße stadtauswärts zum Alexanderplatz vorstellen. „Das wäre ein Landesstraßen-Programm, da könnte es einige Zuschüsse geben.“
Ein weiterer Schritt im Bemühen um eine Verringerung der Verkehrsbelastung in der Innenstadt könnte laut Joachim Kößler ein generelles Transit-Verbot für den Schwerlastverkehr sein. Er werde bei den zuständigen Ministerien vorsprechen, um ein solches – auch tagsüber geltendes –Verbot zu realisieren, kündigte der CDU-Landtagsabgeordnete an.

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1 Antwort zu Wir wollen eine Optimierung in kleinen Schritten

  1. ak sagt:

    „Eine solche Erhebung müsse der Oberbürgermeister beim Regierungspräsidium Karlsruhe beantragen, erläuterte CDU-Fraktionschef Michael Nöltner. Der Gemeinderat werde Paul Metzger demnächst dazu auffordern.“
    Mit einer Aufforderung an Herrn Paul Metzger ist es aber nicht getan. Vielmehr muss der Antrag auch von ihm gestellt werden. Erst dann kann das RP Karlsruhe ihn genehmigen. Und dann beginnt die eigentliche Arbeit. Nach der Erhebung erfolgt die Auswertung. Nach der Auswertung kann es an eine verbindliche Planung gehen – usw. usw. usw.

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