Reifenquietschen, Hupen – und gelegentlich kracht es

Zum roten Stoppschild und der gelben Haltelinie kommt jetzt noch ein Blitzlicht / Noch vier Wochen Umleitung
Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Baier
Bretten. „Eigentlich ist es unverständlich, dass die Leute weder die dicke Haltelinie beachten noch das große Stoppschild. Aber ich habe es selbst beobachtet, wie die Autos einfach geradeaus weiterfahren“, kommentiert Rolf Hilpp, Chef der Brettener Polizei, die aktuelle Verkehrssituation an der Ecke Melanchthonstraße/Brucknerstraße an der westlichen Einfahrt in die Stadt. Seit gut einer Woche gilt jetzt die neue Verkehrsführung, notwendig geworden durch die Kreiselbaustelle bei der Jugendmusikschule. Der Verkehr vom Alexanderplatz in den Brettener Süden und umgekehrt wird jetzt am Bahnhof vorbeigeleitet. Und das wird auch noch gut einen Monat lang so bleiben.

Am Dienstag gegen 16.10 Uhr hat es zum zweiten Mal seit der Umstellung gekracht, Menschen sind nicht verletzt worden, aber die Polizei rechnet mit 15 000 Euro Schaden. Dazu ein riesiger Verkehrsstau im abendlichen Berufsverkehr. Ein stadteinwärts fahrender 30-Jähriger aus dem Württembergischen hatte das Stoppschild nicht beachtet – wie viele andere auch, bei denen es allerdings beim Beinahe-Unfall geblieben ist. Reifenquietschen, Hupen, das ist an der Ecke Brucknerstraße/Melanchthonstraße an der Tagesordnung.
„Mir bleibt nur der Appell an die Autofahrer, wegen der vielen Umleitungen in Bretten sorgfältiger auf die Beschilderung zu achten, die sich ja auch mal ändern kann“, kommentiert der Chef der Brettener Polizei. Denn es seien wohl in erster Linie Einheimische, denen die tägliche Fahrstrecke in Fleisch und Blut übergegangen ist. Ortsfremde seien vorsichtiger, hat Hilpp an der Einmündung stehend festgestellt – auch wenn der Unfall am Dienstag dagegen spricht.

Kann man die Stelle noch deutlicher kennzeichnen, um Autofahrer zu warnen? „Erlaubt sind nur die amtlichen Verkehrszeichen. Es geht nicht, selbst gemachte Schilder aufzustellen“, macht Hilpp die rechtliche Lage klar. Immerhin: Oberbürgermeister Metzger hat gestern Nachmittag veranlasst, dass ein gelbes Blitzlicht den stadteinwärts fahrenden Verkehr zusätzlich vor der Gefahrenstelle warnt – auch wenn die vorhandene Beschilderung auch nach seiner Einschätzung „eigentlich nicht zu übersehen“ sei. Dass hier „eine neuralgische Stelle“ ist, sei aber klar gewesen, sagt Metzger. Deshalb habe man im Vorfeld sogar erörtert, Baustellenampeln aufzustellen. Diese aber schalten im festen Takt von Rot auf Grün, ohne Rücksicht auf die wirklichen Verkehrsverhältnisse. Und das hätte dann erst recht zu Staus und langen Wartezeiten geführt.

Eine Entschärfung der Situation habe sich mittlerweile dadurch ergeben, dass viele vom Alexanderplatz kommende Fahrer gleich rechts in den Silcherweg abbiegen und so zur Bahnhofstraße kommen. Um die problematische Stoppstelle so schnell wie möglich wieder beseitigen zu können, habe er noch einmal Druck gemacht, die Kreisel-Baustelle schnellstens fertig zu stellen, sagte Metzger. Sobald dies geschehen ist, werde die Brucknerstraße nur noch in Richtung Bahnhof befahrbar sein. Weil dann keine Autos mehr von rechts kommen, können die Stoppschilder abgeräumt werden. Der Verkehr zur Innenstadt wird dann geradeaus weiterfließen, wer in Richtung Pforzheim möchte, wird nach rechts in die Brucknerstraße abbiegen. Unten beim Bahnhof soll eine „Nase“ im Gehweg aus dem Bereich Brückenfeld kommende Fahrer auf die abknickende Vorfahrt hinweisen – damit es dort nicht zum gleichen Problem kommt.

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