Überwältigende Mehrheit für Bürgerbegehren

Mitgliederversammlung beim TV Gondelsheim hatte Teilverkauf des Turnplatzes zum Thema
Gondelsheim (BNN). Nachdem der Gondelsheimer Gemeinderat am 7. März 2006 in einer öffentlichen Sitzung einen Teilverkauf des Turnplatzes zum Bau eines Pflegeheims mehrheitlich gebilligt hatte (die BNN berichteten), entschloss sich der Vorstand des Turnvereins Gondelsheim, eine außerordentliche Mitgliederversammlung zum Thema „Teilverkauf des Turnplatzes“ einzuberufen. In den letzten Wochen sei dieses Thema engagiert und kontrovers sowohl in Flugblättern als auch in Leserbriefen dargestellt und in der Bevölkerung diskutiert worden, heißt es in einer Mitteilung.

Trotz der kurzen Zeitspanne zwischen Einladung und Veranstaltung fanden sich knapp 100 Interessierte, überwiegend Vereinsmitglieder, in der Turnhalle ein. Vorsitzender Organisation und Verwaltung, Manfred Boos, stellte den zeitlichen Ablauf des bisherigen Verfahrens vor. Dabei hob er hervor, dass dem TVG-Vorstand und den Mitgliedern einfach die Zeit für eine fundierte Information und Meinungsbildung gefehlt habe. Vorsitzender Sport und Öffentlichkeitsarbeit, Wolfgang Jörg, informierte über das historische Geschehen, aus dem der Turnverein seinen Anspruch auf den Turnplatz ableitet. Es sei der Vorstand des Turnvereins gewesen, der im Jahre 1920 an die Gräfin Douglas mit der Bitte um Überlassung eines Platzes herangetreten ist. Aus den gezeigten Dokumenten sei klar zu ersehen, dass die Gräfin den Platz dem Turnverein und der Schuljugend geschenkt habe.
Aus juristischen Gründen habe die Schenkung aber an die Gemeinde erfolgen und auch für Verein und Schuljugend ins Grundbuch eingetragen werden müssen. Diese Eigentumsübertragung sei aber unter der Zweckbindung einer treuhänderischen Verwaltung für Turnverein und Schule erfolgt, sagte Jörg.
Dem TVG bleibe nun nichts anderes übrig, als sich durch ein Bürgerbegehren mit dem Ziel eines Bürgerentscheids gegen den Gemeinderatsbeschluss zur Wehr zu setzen, weshalb Jörg die rechtlichen Voraussetzungen für das Bürgerbegehren und den Bürgerentscheid vorstellte. Die Diskussion verlief erwartungsgemäß kontrovers. Bürgermeister Markus Rupp stellte die Sicht der Gemeinde dar. Auch die Meinungen zur Frage, ob künftige Veranstaltungen in der Turnhalle wegen der Lärmbelästigung der Pflegeheimbewohner unterbleiben müssten, gingen weit auseinander. Für den Fall, dass Bürgerbegehren und Bürgerentscheid Erfolg hätten, wurde an die TVG-Verantwortlichen die Forderung gestellt, den Turnplatz einer sinnvollen Nutzung zuzuführen, was auch zugesagt wurde. Die Abstimmung zur Frage, ob ein Bürgerbegehren eingeleitet werden soll, wurde mit überwältigender Mehrheit bejaht.
Dem TVG blieben etwa zwei Wochen Zeit, um die rund 260 Unterschriften zu sammeln, die für die Einleitung des Bürgerentscheids notwendig seien, so der Pressetext.

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